Das unsichtbare Licht erforschen


So, meine lieben, das wäre erst mal geschafft.

Heute ist es also an seinem Ziel um die Sonne angekommen, das James-Webb-Space Teleskop. Das ist auf jeden Fall eines der ambitioniertesten Projekte mit dermaßen vielen technischen Herausforderungen, das die Menschheit vielleicht je gebaut hat. Es ist die Rede von 344 (dreihundertvierundvierzig) Dingen, die hätten schief gehen können. Damit ist vor allem die Entfaltung des ganzen Teleskops gemeint. Da ist der Hitzeschild, groß, wie ein Tennisplatz, der aus fünf Schichten besteht, die nur wenige Mikrometer dünn sind und zwischen denen sich Vakuum zum Wärmeschutz bilden soll. Da sind die Sonnenkollektoren, die entfaltet werden müssen, da ist der aus vielen Sechsecken bestehende Primärspiegel, der Sekundärspiegel, Arme die ausgefahren werden mussten, und, und, und. Wer von euch schon mal versucht hat, eine Landkarte von Falk wieder zusammen zu falten, weiß ungefähr, was ich meine. Damit kann man sein Leben zubringen. Und das alles hat automatisch im All ohne einen einzigen Origami-Künstler funktioniert. Aber das ist es eigentlich gar nicht, was ich schreiben will. Zum Teleskop hänge ich euch unten einige Links an.

Ich will darüber schreiben, was es mit seinen Kameras und Messinstrumenten sehen und entdecken soll. Manche sagen, das JWST sei der Nachfolger des Hubble-Teleskopes. Das stimmt so nicht. Es ist allenfalls die Konsequenz daraus. Hubble untersucht das Universum im sichtbaren Licht. Das JWST hingegen im unsichtbaren Licht. Würdigen wir also das Teleskop, indem wir uns mit seinem Forschungsgegenstand beschäftigen.

Die Entdeckung des unsichtbaren Lichts

William Herschel, der damals bereits durch seine Entdeckung des Planeten Uranus weltberühmt war, betrachtete oft die Sonne mit seinem Fernrohr, an das er am Okularende Farbfilter angebracht hatte, die seine Augen vor der starken Sonnenstrahlung schützen sollten. Dabei fiel ihm auf, dass er bei Filtern, die kaum Licht durchliessen, oft im Augapfel ein deutliches Wärmegefühl hatte, und er vermutete daher, dass die Wärmestrahlung der Sonne nicht mit dem sichtbaren Licht zuuns kommt, sondern in irgendeiner dem Auge unsichtbaren Form. Den Beweis führte er mit einem Experiment, das sich eng an das Newtonsche Lichtexperiment anschloss. Er ließ Sonnenlicht in einem verdunkelten Raum durch ein Prisma auf einen Papierstreifen fallen
Newton löste das Sonnenlicht mittels eines Prismas in seine Regenbogenfarben auf und setzte es dann mit einem zweiten wieder zu weißem Licht zusammen. Daraus leitete Newton seine Theorie ab, woraus Licht bestehen könnte.
Wir begegneten dem Licht und seiner Eigenschafften auf der Reise zu den schwarzen Löchern in Station sechs.
An das rote Ende des Spektrums, aber außerhalb des Bereiches, in dem man das in Farben zerlegte Sonnenlicht sehen kann, legte Herschel nun drei Thermometer auf den Tisch. Dort, wo unser Auge kein Licht mehr wahrnimmt, zeigten die Messgeräte erhöhte Temperaturen an. Herschel hatte die Strahlen der Sonne entdeckt, die jenseits des roten Lichtes im Spektrum liegen, das infrarote Licht. Angeregt durch diese Entdeckung setzte der deutsche Physiker johann Wilhelm Ritter (1776-1810) Silberchlorid verschiedenen Bereichen des Sonnenspektrums aus. Diese Verbindung des Silbers wird durch Licht verändert, deshalb verwendete man sie vor den Digitalkameras ebenso wie Silberbromid in der Fotografie. In Brillengläsern, die sich automatisch der Helligkeit anpassen, werden diese Chemikalien ebenfalls eingesetzt.
Ritter fand, dass die stärksten chemischen Reaktionen jenseits des violetten Endes des Spektrums auftraten. So entdeckte er die Ultraviolettstrahlung der Sonne.
Herschel und Ritter hatten für das Auge unsichtbare Sonnenstrahlen gefunden, die das Newtonsche Spektrum sowohl über das rote als auch über das violette Ende hinaus fortsetzten. Heute wissen wir, dass man das Spektrum nach beiden Seiten hin noch viel weiter ausdehnen kann.
Nach dem infraroten Licht kommen die Radiowellen. Nach der anderen Seite des Spektrums, jenseits des violetten Endes liegen hinter dem Ultraviolett noch die Röntgenstrahlen und schließlich die sogenannten Gammastrahlen. Die Sonne sendet alle diese Strahlenarten in den Raum. Vor den gefährlichsten Strahlung schützt uns zum Glück unsere Atmosphäre.

Das Infrarote Licht

Infrarotes Licht nehmen wir als Wärme war. Rotlichtlampen, die häufig in der Medizin zur Heilung von Schmerzen verwendet werden, senden fast nur infrarotes Licht aus, ebenso Heizspiralen unserer Grills und Backöfen. Unsere Sonne überbringt uns wohlige Wärme durch den Anteil ihrer infraroten Strahlung.
Das Verhängnis unseres Klimawandels verdanken wir der Tatsache, dass die Treibhausgase zwar das sichtbare Sonnenlicht durchlassen, es aber dabei in langwelligeres infrarotes Licht verwandeln, dass diese Gase dann eben nicht mehr ins All zurück lassen. Diese Wärme bildet dann das schädliche Treibhaus.
Wieso ist aber nun gerade für uns infrarotes Licht im All so spannend, dass wir ein zehn Milliarden teures Teleskop zu seiner Erforschung bauen.

Die Idee

Die Idee dahinter kennen wir aus unserem Alltag. An anderer Stelle beschrieb ich schon den Dopplereffekt. Der ist dafür verantwortlich, dass ein auf uns zu fahrender Krankenwagen zunächst höher klingt, und ein sich entfernender wieder tiefer. Diesen Effekt gibt es auch beim Licht. Dort wurde er sogar zuerst gefunden. Objekte im All, z. B. Sterne oder Galaxien, die sich von uns weg bewegen, erscheinen uns etwas in das rote Lichtspektrum hinein verschoben, da ihre Lichtwellen genau wie die Schallwellen der Polizeisirene hier auf Erden auch, in die Länge gezogen werden. Zusätzlich verstärkt sich dieser Effekt im All bei großen Distanzen noch dadurch, dass sich der Raum selbst ausdehnt und die Teile des Universums auseinander treibt. Seit dem Urknall vor vierzehn Milliarden Jahren dehnt sich das Universum aus. Es kommt zwar bei relativ kleinen Distanzen vor, dass sich im All auch Objekte aufeinander zu bewegen, aber im allgemeinen strebt alles von einander weg. Man stelle sich Rosinen in einem aufgehenden Hefeteig vor.

Unsere Galaxie wird mit der Andromeda-Galaxie in vielen Milliarden Jahren beispielsweise verschmelzen, ob wohl sich das Weltall stets ausdehnt.
Die Andromeda-Galaxie ist unser galaktischer Nachbar und rast mit 402.00 Kilometer pro Stunde auf uns zu. Auch wenn das noch sehr lange dauert, hat diese neue Galaxie schon einen Namen, Mildromeda. Zugegeben, nicht sehr phantasievoll, aber es wird von uns sowieso bis da hin niemanden mehr geben, der diese Galaxie bei ihrem neuen Namen rufen wird. Diese Verschmelzung ist dadurch möglich, dass die beiden Galaxien sich so nahe stehen, dass die gegenseitige Anziehung durch ihre Gravitation gegen die allgemeine Ausdehnung des Alls überwiegt, aber zurück zum Licht der Begierde des JWST.

Spurensuche

Wenn sich nun im Grunde alles im All von uns weg bewegt, dann bedeutet das für dessen Licht, dass es aus dem sichtbaren Bereich in den unsichtbaren langwelligeren infraroten Bereich gedehnt wird. Und dieses um so mehr, desto mehr Zeit dem Objekt blieb, sich von uns, vom “Ursprung” des Universums zu entfernen. Die ersten Sterne oder Galaxien, die vor fast vierzehn Milliarden Jahren entstanden, leuchten somit für uns nicht mehr im sichtbaren Licht, obwohl deren Sterne dies an sich durchaus tun. Es gibt also Objekte im All, die aufgrund ihrer zunehmenden Entfernung und ihres Alters nur noch im infraroten Licht als Wärmequellen aufgespürt werden können. Da haben wir hier auf der Erde aber verloren. Diese Wärmequellen können wir wegen unserer Atmosphäre nicht mit irdischen Teleskopen messen. Man muss sich somit schon aus der Komfortzone der uns schützenden Luft bequemen, um hier etwas sehen zu können. Infrarote Himmelsobjekte auf der Erde zu beobachten ist ungefähr so, als würde man versuchen, in praller Sonne Sterne zu schauen. Also machte sich die Menschheit auf, um mit dem neuen JWST diese uralten im infraroten Licht strahlenden Objekte aufzuspüren. Das im sichtbaren Licht schauende Hubble-Teleskop bewegt sich so etwa in einer Höhe um 600 Kilometer um die Erde. Aus diesem Grunde konnte man es damals mit den Shuttles erreichen und fünf mal reparieren und technisch überholen. Beim JWST ist das anders. Dort, wo es sich jetzt befindet, etwa 1,5 Millionen Kilometer hinter der Erde, kann die Menschheit bisher nicht hin fliegen um es zu warten. Es befindet sich nun am sog Lagrange-Punkt 2. Über diese besonderen Punkte schrieb ich in Parken im All.
Dennoch hat man für den Fall, dass wir am Ende seines Lebens vielleicht doch so weit sein könnten, um es für eine Überholung zu besuchen, schon mal einen Tankdeckel eingebaut, um es eventuell neu zu betanken.

Das JWST könnte in so einer geringen Entfernung zur Erde wie das Hubble, überhaupt nichts erforschen, weil es permanent in der infraroten Wärmestrahlung sowohl der Erde, als auch der Sonne baden würde. Aus diesem Grund brachte man es an einen sicheren Ort weit weg von der störenden Wärme der Erde in ihren Schatten an den erwähnten sicheren Lagrange-Punkt 2.Der Erdschatten soll das Teleskop von der Sonne schützen, die es ja auch aufwärmen würde. Und damit nicht genug. Etwas Sonne braucht das Gerät ja doch, denn ohne Strom geht auch im All nichts. Aus diesem Grunde wendet uns das Teleskop seinen Tennisplatz großen Schutzschild zu. Er soll verhindern, dass die Instrumente sich erwärmen, denn dann würden die nur ihre eigene Wärme messen und die infraroten Himmelsobjekte übersehen. Wir merken schon. Infrarotmessung geht nur in sehr kalter Umgebung. Die Wärme der gesuchten Objekte hebt sich nur gering gegen das an sich kalte Weltall ab. Eines der drei Instrumente auf dem WST muss sogar noch zusätzlich mit Helium gekühlt werden, damit seine Arbeitstemperatur stets einige Grad über dem absoluten Nullpunkt, der ungefähr bei minus 273 Grad C. liegt, bleibt. Neben dem Treibstoff, den das Teleskop zur Bahnkorrektur benötigt und , der dem Teleskop irgendwann ausgehen wird, ist der Verbrauch des Kühlmediums ein begrenzender Faktor für das Leben des Instrumentes.

Wenn also das JWST nun den Himmel nach derart alten Objekten durchmustert, die kurz nach dem Urknall entstanden sind, dann dürfen wir hoffen, vieles darüber zu erfahren, was am Anfang geschah.

Wünschen wir also dem James-Webb-Space-Teleskop alles gute und dass es uns durch die Messung des unsichtbaren Lichts viel neue Klarheit und Licht in das Dunkels des Anfanges des Universums bringen wird.

Weiterführendes

Wer sich genauer für das Webb-Space-Teleskop interessiert, findet im

  • Podcast @Weltraumwagner eine sehr spannende und hörenswerte Folge dazu.
  • Auch im Podcast @Raumzeit wird das JWST in Folge 93 sehr ausführlich und detailliert behandelt.
  • in SWR2-Wissen findet sich eine schöne Sendung über den Start des JWST.
  • und natürlich im Podcast#”Das Universum” findet sich eine weitere äußerst spannende Folge dazu.
  • Empfehlen kann ich hier auch noch den Podcast der Spektrum der Wissenschaft

In all diesen Beiträgen und Sendungen finden sich Beiträge und Interviews dazu, die das Ding deutlich besser beschreiben, als ich es je könnte. Wen das mit der Verschmelzung von Galaxien und der Ausdehnung des Alls näher interessiert, darf ich das neue Buch von Rut Grützbauch “Per Lastenrad durch die Galaxis” wärmstens ans Herz legen. Es gibt es bei Audible bereits als Hörbuch von der Autorin persönlich aufgesprochen.

Eine Lanze für die Space Shuttles


Heute vor 50 Jahren, am 05.01.1972 gab der amerikanische Präsident Richard Nixon bekannt, ein Space Shuttle bauen zu lassen, das die Raumfahrt revolutionieren sollte. Unter anderem sollte es durch seine Wiederverwertbarkeit sehr günstige Weltraumflüge ermöglichen. Es war sogar von Weltraum-Taxi die Rede. Bis zu 100 mal sollte jedes Shuttle fliegen. OK, wir wissen heute, dass:

  • Es wurde alles sehr viel teurer, wie geplant.
  • kein Shuttle flog mehr als 37 Flüge.
  • Es gab zwei Unfälle bei welchen insgesamt vierzehn Menschen ums Leben kamen.

Auf jeden Fall wird das Space Shuttle häufig aus verschiedensten Gründen als historischer Fehlschlag der Raumfahrt bezeichnet. So geschehen in der heutigen Sternzeit-Folge des DLF.

Auch der Countdown Podcast , der momentan nicht mehr produziert, lässt leider kaum ein gutes Haar am Shuttle. Einen schönen Abriss über die Geschichte der Shuttles gibt es bei Weltraumwagner.

Es mag schon sein, dass einige der dort angeführten Argumente zutreffend sind. Hinterher ist man immer schlauer. Ich möchte aber jetzt mal hier kurz eine Lanze für die Shuttles brechen.

Ich kann mich noch sehr gut an den Jungfernflug der Columbia, des ersten ausgelieferten Space-Shuttles, im April 1981 erinnern. Ich glaubte, wie viele andere auch, dass es bald mit den wiederverwendbaren Raumfahrzeugen für jeden möglich sein würde, einen Ausflug ins All zu machen. Unsere ganze Familie saß vor dem Fernseher und meine Mutter versuchte, mir das Raumschiff zu erklären. Besonders merkwürdig erschien mir die Tatsache, dass es an seiner Außenseite gekachelt war. Dann fühlte es sich offensichtlich so an, als ertaste man Fliesen an einer Wand.
Mittlerweile besitze ich ein sehr schönes hölzernes Modell des Spaceshuttles mit dem großen Tank in der Mitte, den seitlichen Boostern und dem kleinen Shuttle auf dem Rücken.

Hier nun kurz meine Erlebnisse zu den Shuttles, die die Liebe in mir für dieses Projekt entfachen ließen.

  • Mir gefiel, dass es trotz des kalten Krieges möglich wurde, dass es durchaus Missionen von Amerikanern und Soviets gemeinsam gab. Das gab Hoffnung. Ich meine mich zu erinnern, dass ein Shuttle sogar mal an eine russische Raumstation angekoppelt wurde.
  • Natürlich war der Unfall von 1986 ein absoluter Tiefschlag für die amerikanische Raumfahrt. Bei der Analyse des Unfalls, mit welcher der Physiker Richard Feynman beauftragt wurde, stellte sich heraus, dass diese Katastrophe durchaus hätte vermieden werden können. Ingenieure warnten, dass die Dichtungsringe in den Boostern eventuell die Kälte des Winters nicht überstehen könnten. Dem war dann leider auch so.
  • Für mich traten die Shuttles Anfang der 90er Jahre wieder in den Vordergrund, als das Hubble-Teleskop damit in den Weltraum gebracht wurde. Wir erinnern uns an das Desaster, dass Hubble zunächst unscharfe Bilder lieferte, was an einem Fehlschliff des Hauptspiegels lag. Schließlich entschloss man sich, Hubble zu reparieren. Ein Shuttle flog hin, zog das Teleskop in seine Ladebucht und es wurde ihm eine Brille verpasst, welche den Fehlschliff ausglich. Bei der Gelegenheit wurden auch noch eine Kamera und ich meine auch Batterien erneuert. Fünf mal insgesammt flog ein Shuttle zu Hubble, um es technisch zu überholen. Nur diesen Flügen verdanken wir, dass Hubble bis heute nach 30 Jahren noch immer zuverlässig arbeitete und unglaubliche Bilder liefert. Hätten wir heute noch ein Shuttle zur Verfügung, dann wäre ein weiteres Update von Hubble vermutlich durchführbar.
  • Legendär war auch der Weltraumspaziergang und der Flug zum Sonnenobservatorium SMM.
    Ich schrieb darüber in Abenteuer der Reparatur von SMM.
  • Der Bau der Raumstation wäre ohne die Shuttles niemals gelungen, denn niemand sonst besaß auf der Welt eine Raumfähre mit einer so großen Ladebucht und einem so starken Antrieb, um derart schwere Nutzlasten ins All zu befördern. Diese Raumstation fliegt nun auch schon seit über zwanzig Jahren über unseren Köpfen.
  • Schon vor der Raumstation wurde die Ladebucht der Shuttles für Versuche in Schwerelosigkeit genutzt. Man baute hierfür einfach ein modulares Labor mit den Versuchen ein.
  • Ein Flug diente zur Kartierung der Erdoberfläche.
  • Zahlreiche Sonden und Satelliten wurden mit den Shuttles ins All gebracht.
  • Selbst die neuesten Raketen, die uns in einigen Jahren wieder zum Mond bringen sollen, enthalten unglaublich viel Technologie, z. B. Triebwerke, aus den alten Shuttles. Somit kann hier von Fehlschlag keine Rede sein. Viele Erkenntnisse und robuste Technologie aus diesem Programm begleiten die Raumfahrt bis heute. Selbst das Aussehen der neuen Raketen ähnelt dem Shuttle, wie oben beschrieben.

Das Ende des Programms mit dem Unfall 2003, bei welchem leider alle sieben Astronauten ums Leben kamen, war sehr traurig und hart.

Sicher kann man, wenn man in die Geschichte der Shuttles geht, Haare in der Suppe finden, aber so schlecht, wie die Shuttles teilweise gemacht werden, waren sie durchaus nicht. Und wenn auch. Sie waren das einzige, was wir hatten…

Wer mehr über die Shuttles wissen möchte, findet auf Wikipedia alles.

Alles Gute zum 450 Geburtstag, Johannes Kepler


Es erfüllt mich als blinden Menschen mit einem gewissen Stolz, dass wir quasi den größten deutschen Astronomen in “unserer” Gemeinschaft haben: Johannes Kepler sah sehr schlecht. Seine Seheinschränkung beruhte auf einer Pockenerkrankung. Niemand kann heute sagen, wie viel oder wie wenig Kepler vom Sternenhimmel letztlich mit seiner Seheinschränkung gesehen hat.
Seine Situation verbesserte er selbst, indem er Teleskope mit Sammellinsen entwickelte (Keplerteleskop). Eigentlich wollte Kepler beweisen, dass die Planeten sich auf kreisförmigen Bahnen bewegen und dass diese Bahnen einer kosmischen Harmonie gehorchen. Da dies insbesondere mit der Marsbahn, deren Exzentrizität doch sehr stark von der Kreisbahn abweicht, nicht klappen wollte, schloss er letztendlich, dass Planeten sich auf elliptischen Bahnen um ihre Gestirne bewegen. Die drei von ihm gefundenen Gesetze sind:

  1. Keplersches Gesetz:
    Die Planeten bewegen sich auf elliptischen Bahnen, in deren einem Brennpunkt die Sonne steht.
  2. Keplersches Gesetz:
    Eine von der Sonne zum Planeten gezogene Verbindungslinie, genannt “Fahrstrahl”, überstreicht in gleichen Zeiten gleich große Flächen.
  3. Keplersches Gesetz:
    Die Quadrate der Umlaufzeiten zweier Planeten verhalten sich wie die dritten Potenzen (Kuben) der großen Bahnhalbachsen.

Im Zusammenhang mit Johannes Kepler muss leider auch die Tragödie erwähnt werden, dass seine Mutter mit der Inquisition in Konflikt kam und nur mit Keplers Hilfe einem Hexenprozess entgehen konnte.
Kepler hatte in Tycho Brahe einen ganz hervorragenden Beobachter des Himmels. Tycho kannte den Himmel so gut, dass ihm am Abend des 11. November 1572 die Supernova im Sternbild Kassiopeia auffiel. Er prägte auch den Begriff der “Stella Nova”, da er sie für einen neuen Stern hielt. Von da an war klar, dass die Fixsterne gar nicht so unveränderlich sind wie immer angenommen.
Tycho hatte auch eine leichte Einschränkung. Er verlor in einem Duell seine Nase und trug deshalb eine metallene Nasenprothese.
Der Podcast Radiowissen des Bayrischen Rundfunk hat gestern zu ehren des 450 Geburtstages von Johannes Kepler eine sehr schöne Sendung veröffentlicht, die sehr gut zusammenfasst, was Keplers Leistungen waren.
Ihr könnt sie hier herunterladen und anhören.
Ich erwähnte schon oben, dass Keplers Mutter nur knapp einem Hexenprozess entrinnen konnte. Johannes Kepler setzte sich mit all seinen Netzwerken für sie zum Glück erfolgreich ein.
Wer sich für diese Geschichte interessiert, findet hier mehr Informationen.
Wir hatten im Adventskalender in Türchen 21 erfahren, wie er trotz der Tatsache, dass er völlig mittellos war, seinem Unterstützer ein Geschenk machen konnte, dass die Mathematiker noch über vierhundert Jahre beschäftigen sollte. Alles über deren Kopfzerbrechen, über Schneeflocken und gestapelte Orangen findet ihr in diesem Artikel.
In Türchen 22 konnten wir uns einen akustischen Eindruck davon machen, wie Johannes Kepler sich das vorstellte, dass alle Bahnen der Planeten harmonisch musikalischen Gesetzen gehorchen sollten.
Nicht zuletzt war Kepler ein großartiger Vordenker, was die Reise zum Mond betraf.
Vor langer Zeit schrieb ich über diese Keplersche Mondfahrt.
Wünschen wir Johannes Kepler alles gute. Sein Lebenswerk ist bis zum heutigen Tag unverzichtbar in Raumfahrt und Weltraumforschung.

Grund zum Feiern – der einhundertundfünfzigste Artikel auf Blindnerd


Seid herzlich gegrüßt,

Prolog

heute feiern wir den 150sten, in Worten, den einhundertfünfzigsten Artikel auf Blindnerd. Den hundertsten Artikel feierten wir letztes Jahr im Lockdown1.
Was soll man da für ein Thema nehmen, dass etwas festlich ist und der Sache irgendwie gerecht wird.
Zum einhundertsten Artikel beschrieb ich euch, wie ich in die Schreibsucht geraten bin und bot euch einige Artikel aus allen Kategorien des Blogs zur Abstimmung an. Leider hat das offenbar obwohl ein Preis hätte winken sollen, nicht bei euch eingeschlagen. Wen wundert es. Wir hatten alle mit dem Lockdown zu kämpfen und damit andere Dinge im Kopf. Ich für meinen Teil kann sagen, dass die Astronomie und dieser Blog oft das einzige waren, was mich durch die Einsamkeit der Lockdowns trug. Keinem hat diese Zeit so gut getan, wie meinem Blog. 56 Artikel sind seit dem Ausbruch der Pandemie entstanden.
Nun aber genug der düsteren Zeiten. Wir wollen doch feiern…

Lasst uns einen Rückblick wagen auf das, was seit dem hundertsten Artikel hier auf Blindnerd.de so los war.

Die letzten Fünfzig

An den letzten Artikel, die Einhundertneunundvierzig, erinnern sich bestimmt noch viele. Wir begaben uns auf Entdeckungsreise zu den Monden des Uranus und wie die Protagonisten aus Williams Shakespeares Stücken als Namensgeber der sehr zahlreichen Saturnmonde her halten mussten. Also ich fand die Geschichte sehr spannend und aufregend.
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Davor hielt mich fast ein halbes Jahr ein Projekt in Atem. Ihr wisst schon. Die Reise zu den schwarzen Löchern. Hier wurde aus einem etwa dreistündigen Vortrag eine elfteilige Serie. Von Archimedes über Johannes Kepler, Isaac Newton, Cavendish und anderen bis hin zu Albert Einstein durchliefen wir alle Stationen, wie die Gravitation entdeckt, Masse und Volumina zusammen hängen, mit welcher Kraft die Erde alles anzieht, wir wogen den Mond, die Erde und andere Himmelskörper. Nach und nach lernten wir über Einstein, Eigenschaften des Lichtes und des Vakuums dann die heimliche Herrscherin über Raum und Zeit kennen, die Gravitation, die schwächste der vier Grundkräfte des momentan gültigen Standardmodells der Physik. Am Ende mussten wir uns mit sterbenden Sternen beschäftigen, wie sie zu weißen Zwergen, zu Neutronensternen oder gar als schwarze Löcher enden können. Diese untersuchten wir genauer, denn sie waren das Ziel dieser Reise. Nie hätte ich erwartet, dass diese Serie so umfangreich würde, so dass ich eventuell in Betracht ziehe, daraus ein Büchlein zu schreiben. Der Anfang hierzu ist gemacht. Wir werden sehen, wie das sich entwickelt und anläuft. Euch danke ich, dass ihr beim Lesen dieser Serie mehr oder weniger durchgehalten habt, denn an manchen Stellen ging es leider nicht ohne Mathematik und sprengte auch sonst das ein oder andere mal die Vorstellungskraft unserer Spezies.
Ich habe für diese Serie extra eine weitere Kategorie auf dem Blog eingeführt, so dass die betreffenden Artikel besser gefiltert werden können, wenn man nach ihnen sucht.
Sie heißt Den Schwarzen Löchern entgegen.
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Unterbrochen wurde die Serie lediglich durch ein astronomisches Ereignis, welches ich nicht unerwähnt gelassen haben wollte. Es ging um die ringförmige Sonnenfinsternis vom 10.06.2020.
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Ein wichtiges Anwendungsgebiet der Astronomie ist die Navigation auf hoher See. Den Breitengrad konnte man anhand der Sonne, des Horizonts und des Mondes einigermaßen mit Sextanten als Instrument bestimmen. Für den Längengrad brauchte man genaue Uhren. Wir beschäftigten uns also mit der berühmteste Schiffsuhr, deren Erfinders und dessen tragischen Lebens.
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Vor allem von blinden Menschen wurde und werde ich immer mal wieder darüber befragt, wie es sich denn genau mit Tag und Nacht verhält, ab wann die Sterne zu sehen sind und wie sie wieder verschwinden. Somit griff ich die Frage einer guten Freundin auf und wir taten die Reise durch den
Verlauf von Tag und Nacht.
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Wer länger schon hier mitliest weiß, dass ich in meinen Artikeln auch immer wieder den Jahreslauf mit seinen astronomischen Ereignissen und natürlich seinen Feiertagen aufgreife. “Querbeet durch das Jahr” meinte einmal mein alter Freund und Chorleiter zu mir, wäre ein schönes Motto und ein schöner Inhalt für ein weiteres Buch. Vielleicht wird da mal etwas daraus. Wer weiß. Auf jeden Fall tastete ich mich diesmal ganz anders an Ostern heran, denn den Frühlingsanfang und wie sich daraus Ostern ableitet, hatte ich schon früher ausführlich beschrieben. Diesmal ging es im Zeichen von “Respekt und Toleranz um andere Religionsgemeinschaften, insbesondere um deren Fastenzeiten und was die Astronomie damit zu tun hat. In Zeiten von Querdenkern und Polarisierung sind solche Zeichen wichtig.
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Wie Sonnwend abläuft hatte ich auch längst schon abgearbeitet, aber nicht, wie der Sonnenlauf als ganzes funktioniert und welche Figur die Sonne im Laufe eines Jahres an den Himmel zeichnet. All das schilderte ich zur
Der Jahreslauf unserer Sonne.
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Was ich mir auch in jedem Jahr nicht nehmen lasse ist, den Weltfrauentag am 08.03. zu würdigen. Noch immer sind Frauen in vielen Belangen und ganz besonders in naturwissenschaftlichen Fächern unterrepräsentiert und benachteiligt. Deshalb widmeten wir uns 2021 der im Schatten ihres berühmten Astronomen Tycho Brahe stehenden Schwester, die unerkannt eine große Himmelskundlerin war.
Zu diesem Artikel geht es bitte hier lang.
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Bis dato wusste ich überhaupt nicht, dass es am 10.02. eines jeden Jahres den “Women Science Day” gibt. Da ich für mehr Frauen in der Wissenschaft brenne, würdigte ich an diesem Tag die ersten Astronautinnen im All.
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Und nun stand Weihnachten 2020 vor der Tür. Zu dieser Gelegenheit erhielt ich von meinem geliebten Freund, Chorleiter und Mentor ein unglaublich schönes und astronomisches Weihnachtsgeschenk, eine taktile Sternenkarte.
Sie war in der tat mein schönstes Weihnachtsgeschenk 2020.
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Selbstverständlich durfte mein obligatorischer Jahresrückblick 2020 zu meinen Veranstaltungen zum Jahreswechsel ebenfalls nicht fehlen.
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Immer und immer wieder stellt sich die Frage zur Weihnachtszeit, was denn der Stern von Bethlehem genau gewesen sein könnte. Mitte Dezember 2020 trat ein recht seltenes Astronomisches Ereignis auf, das ein guter Kandidat für diesen Stern abgeben könnte.
Diesen Kandidaten könnt ihr hier kennenlernen.
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Die Vorweihnachtszeit hat sehr viel mit Lichtern und auch mit Sternen zu tun. Außerdem empfängt man, zwar nicht in 2020, Gäste und wird auch selbst eingeladen. Auch am Himmelszelt erscheinen dann und wann Sterne, also Himmelsgäste, wo eigentlich keine hin gehören.
Einige dieser Himmelsgäste könnt ihr hier antreffen.
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Der letzte Sonntag des Kirchenjahres vor dem ersten Advent ist der Totensonntag. Leider hatte ich in dieser Zeit tatsächlich einen Wegbegleiter, ein Vorbild, einen großartigen Autoren und einen wunderbaren Professor verloren. Rudolf Kippenhahn und seine Bücher waren mir stets ein Wegbereiter und begleiten mich bis heute über dreieinhalb Jahrzehnte hindurch.
Würdigen wir ihn erneut in diesem, meinem Nachruf.
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Nun verlassen wir die Chronologie der Artikel etwas, weil ich eine Serie, auf die ich später noch zu sprechen komme, dafür unterbrechen musste.

Obwohl ich nicht wollte, ließ ich mich kurz vor Lockdown2 dazu breit schlagen, einen Corona-Report zu schreiben. Das tat ich dann, aber den lesen wir heute zur Feier des Tages besser nicht, aber er ist für die Historie wichtig.
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Lesenswerter für den Moment dürfte da mein Artikel zu Halloween sein. Immerhin hatten wir an Halloween 2020 sogar Vollmond, so dass alle Werwölfe pünktlich zum Gruselfest verwandelt waren und ihr Unwesen trieben.
Zum Gruselfest bitte hier lang.
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Jetzt wird es schwierig, die weitere Reihenfolge der Artikel einzuhalten, denn ich begann quasi zwei Serien parallel, von denen ich mal die eine, und mal die andere mit Artikeln bediente und noch bedienen werde, denn beide Serien verlangen noch nach weiteren Artikeln.

Mein verehrter Professor Rudolf Kippenhahn war ein großer Erforscher der Sonne. Somit war es gut und recht, eine Serie über die Sonne zu beginnen. Alle Sonnen-Artikel sind in der Kategorie Der Sonne entgegen zu finden.

Ein Schlüsselerlebnis wieso ich im Herzen Astronom wurde, waren Kometen. Wer mein Buch gelesen hat weiß, wie fasziniert ich 1986 am Fernseher verfolgte, als die Raumsonde Giotto durch den Schweif des Halleyschen Kometen flog. Die Nachfolgemission Rosetta ist ebenfalls so ein Meilenstein auf meinem Weg, der hier erwähnt werden muss. Ich schrieb über diese Mission an anderer Stelle.
Grund genug also eine Serie über Kometen zu beginnen. Sechs Kometengeschichten befinden sich bereits momentan in der Kategorie
Kometen.
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Nun befinden wir uns zeitlich Anfang Juli 2020. Ich meine, dass da die Frage durch Twitter zischte, wie viele Freitage der dreizehnte es eigentlich so gibt. Interessant dachte ich. Ich bin zwar nicht abergläubisch, aber das brachte uns direkt über unseren Ggregorianischen Kalender mit der Astronomie in Verbindung. So griff ich das Thema auf, suchte etwas herum und verarbeitete das gefundene in meinen Gedanken zu Freitag, 13..
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Viele von uns haben sicher in diesen Zeiten mehr als vorher sich dann und wann mit Pizza ernährt. Pizza gibt es auch im Weltraum.
Schon seit dreißig Jahren fliegt die internationale Raumstation über unseren köpfen in 400 km Höhe hinweg. Das ist schon ein technisches Wunder, dass diese komplexe Maschine den Gefahren des Weltalls bisher immer trotzte. Die Hauptgefahr sind harte Teilchen, kleinste Asteroiden oder Weltraummüll. Um die Raumstation davor zu schützen, packt man sie in eine gedachte Pizzaschachtel. Nähert sich ein Teilchen dieser gedachten Box, dann wird die Raumstation angehoben, so dass das Teilchen an ihr vorbei fliegt.
Das Raumschiff in der Pizzaschachtel erzählt von der astronomischen Verbindung zu diesem wunderbaren Italienischen Essen.
Übrigens hat Italien das durchaus verdient, weil Italien eine großartige astonomische Tradition besitzt.
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Ich weiß jetzt nicht mehr genau wann, wie und wo.
Es gab wohl Mitte 2020 eine Sonnenfinsternis. Da ich Finsternisse schon beschrieb, näherte ich mich ihnen diesmal Literarisch. Kindererinnerungen werden wach, wenn man die Namen der Autoren liest, um welche es in Dieser Abhandlung geht.
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An dieser Stelle wurde es Zeit, eine weitere Serie oder Kategorie einzuführen. In “Dem Mond entgegen” sammle ich alle Artikel, die zum Thema Mond und dessen Erforschung entstanden und noch entstehen werden. So meine Abhandlung zum Thema “Hat der Mond Einfluss auf uns Menschen”.
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Besonders von Kindern bekomme ich immer wieder ganz interessante und spannende Fragen gestellt. So schrieb ich nachdem ich von einem virtuellen Kindergeburtstag zurück kam, auf welchem ich als Gast vortragen durfte, einen Artikel über die wunderschöne Kinderfrage:
Wie sieht der Himmel woanders aus”.
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Passend zu dieser Himmelsfrage stellte ich ein romantisches Plätzchen in unserem Sonnensystem, genauer auf dem Merkur vor. Wäre es dort nicht so unvorstellbar heiß, dann wäre dieses Liebesnest vielleicht von Weltraumtouristen überlaufen. Wer diese Liebeslaube kennenlernen möchte, bitte hier lang.
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Apropos Weltraumtourismus und Liebeslaube. Wer so wo hin möchte, wird nicht zu Fuß unterwegs sein. Man braucht schon einen Parkplatz für sein Weltraum-Gefährt.
Parken im all sagt ihr ginge nicht? Dann lest mal hier, wie und wo man im All parken kann.
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Der Sonntag des Gesanges, Kantate, fiel bekanntlicher Weise im Jahre 2020 ganz besonders anders aus. Dem wollte ich mit meinen Sonnengesängen unbedingt etwas freudiges entgegen halten.
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Neben weiteren Sonnen-Artikeln erschien zum Tag der Arbeit, 01.05.2020 einer, der es tatsächlich fertig bringt, die Astronomie mit der Arbeiterbewegung zu verbinden.
Er heißt “ein Stern der Arbeiterbewegung”.

Epilog

und damit sind wir am Ende unserer kleinen Feier, die hoffentlich nicht als Bauchpinselei meinerseitz empfunden wurde. Was mir auf dieser Feier besonders gefallen hat. Man sieht wieder mal sehr genau, wie vielfältig die Astronomie ist. Es ist möglich, sich ihr auf so unterschiedliche Weisen zu nähern, dass ganz viele verschiedene Zugänge entstehen.
Nicht jeder Zugang ist für jeden Menschen geeignet, wie beispielsweise das Teleskop für mich nicht, aber es gibt einen Zugang für jeden Menschen. Das ist meine tiefste überzeugung. Diese wird stets durch weitere Artikel, Vorträge und alles, was ich so mache, rundum erneuert und bestärkt.
Der Himmel ist für alle da.

Nun hoffe ich, dass ihr mir für weitere fünfzig Artikel gewogen bleibt.

Gratulationen, Glückwünsche, oder, was ich natürlich nicht offe, eine Äußerung in die Richtung, dass ich endlich mal wieder mit diesem Astrokram aufhören sollte, sind in den Kommentaren gerne gesehen. Gerne dürft ihr natürlich auch in euren Kreisen Werbung für diesen Blog machen, wenn es dafür auch keine neue Waschmaschine geben wird…

Women Science Day


Liebe Leser*innen,

Am 10.02.2021 war Women Science Day. An diesem Tag finden viele Veranstaltungen statt, die ganz besonders das Lebenswerk von Frauen in Natur- und Technikwissenschaften würdigen. Bis heute sind, wie wir alle wissen, Frauen in MINT-Berufen noch immer sehr unterrepräsentiert. Diejenigen, welche die Flugbahn für das gesammte Mond-Programm berechneten, waren diskriminierte Frauen schwarzer Hautfarbe. Der sehr empfehlenswerte Film Hidden Figures zeigt das alles sehr gut.
Seit Anfang der 1960er Jahre flogen Menschen in den Weltraum. Die erste Frau im All war keine “weiße” Amerikanerin, sondern Frau Walentina Tereschkowa, die 1962 im Rahmen des soviettischen Weltraumprogramms in eine Umlaufbahn um die Erde geschickt wurde. Bis heute ist sie übrigens die einzige Frau, die ohne männliche Begleitung flog.
Die zweite Frau im All war ebenfalls eine Kosmonautin, Swetlana Sawizkaja.

1983 startete die erste Amerikanerin ins all.
Sally Ride war die erste US-Amerikanerin im Weltraum und nach den Kosmonautinnen Walentina Tereschkowa und Swetlana Sawizkaja die dritte Frau, die einen Raumflug absolvierte.
Im Zusammenhang mit Sally Ride gibt es übrigens eine sehr nette Geschichte die gut dokumentiert, wie sich Ingenieurs-Männer mit “Frauen-Sachen” auskennen. Sie geht um einhundert Tampons im All. Ihr könnt ja mal selbst danach im Netz suchen.
In einer der letzten Folgen von @Mincorrect wurde sogar ein Song zu dieser Geschichte abgespielt.

Heute scheint mir, hat sich zumindest bei der Auswahl von Astronaut*innen ein etwas besseres Gleichgewicht eingestellt.
Bei der letzten Auswahl von Astronaut*innen der NASA 2017 wurden immerhin schon fünf Frauen von zwölf Bewerber*innen ausgewählt. Das sind

  1. Zena Cardman, U.S. Marine Corps Maj
  2. Jasmin Moghbeli, U.S. Navy Lt
  3. Kayla Barron
  4. Loral O’Hara
  5. Jessica Watkins

Die Europäische Raumfahrtagentur ESA scheint da zumindest nach meinen Recherchen noch nicht ganz so weit und fortschrittlich zu sein. Im aktuellen Astronauten-Korps scheint es momentan nur eine Frau zu geben, nämlich
Samantha Cristoforetti aus Mailand, Italien.

Im Podcast @Raumzeit von Tim Pritlove berichtet sie in Folge 11 über ihre Ausbildung zur Astronautin. In Folge 64 erzählt sie über ihren Aufenthalt auf der ISS.

Es ist hier offenbar noch viel zu tun bei der ESA und ihren Astronaut*innen.
Ab dem 31.03. sucht die ESA wieder neue Astronaut*innen. Hoffentlich bewerben sich viele Frauen und hoffentlich werden einige aufgenommen.

Wie die Situation im japanischen und chinesischen und den anderen Raumfahrtprogrammen aussieht, weiß ich momentan nicht.

Und jetzt gibt es zum Schluss des Artikels noch einen kurzen Beitrag, um eine große Astronomin zu würdigen.

Es geht um Henrietta Swan Leavitt
Henrietta Swan Leavitt, geboren am 4. Juli 1868 in Lancaster, Massachusett, gestorben am 12. Dezember 1921 in Cambridge, Massachusetts war eine US-amerikanische Astronomin. Sie entdeckte 1912 die Perioden-Leuchtkraft-Beziehung, das heißt den Zusammenhang zwischen der absoluten Leuchtkraft der Sternklasse der Cepheiden (Helligkeitsveränderliche Sterne) und deren Perioden unterschiedlicher Helligkeit. Sie legte damit den Grundstein zur Verwendung der Cepheiden als Standardkerzen, um zunächst Entfernungen zu nahe gelegenen Galaxien bestimmen zu können.
Ich finde es äußerst bemerkenswert, dass es einen zuverlässigen Zusammenhang zwischen der Periode in welcher so ein Stern heller und dann wieder dunkler wird und der absoluten Helligkeit gibt. Somit eignet sich dieser Zusammenhang tatsächlich zur Entfernungsbestimmung, denn die Helligkeit konnte man schon ganz gut messen, und wenn man jetzt noch die “Blink-Periode” betrachtet, dann klappt das mit der Entfernungsbestimmung schon ganz gut. Im Artikel Was haben Kerzen mit Astronomie zu tun beschrieb ich eine andere Art von Standardkerze, die auch zur Entfernungsbestimmung verwendet wird, wer das nochmal nachlesen möchte.
Levitts Methode reicht bis zu einer Entfernung von 20 Millionen Lichtjahren. Bevor Levitt diese Beziehung bemerkte, benutzten Astronomen Parallaxe und Triangulation die bis zu einigen hundert Lichtjahren benutzt werden können. Unsere Galaxie, die Milchstraße, ist aber schon 105700 Lichtjahre groß. Für das Messen von größeren Entfernungen benutzt man auch die maximale Masse von weißen Zwergen. Das ist aber eine andere Geschichte…

Für Astronomie interessierte sie sich bereits schon in der Schule. Durch eine Krankheit wurde sie fast vollkommen taub. Trotzdem bekam sie 1895 am Harvard College Observatory eine Volontärstelle, und sieben Jahre später wurde ihr eine feste Anstellung angeboten (für 30 Cent die Stunde). Dort beobachtete und katalogisierte Leavitt veränderliche Sterne, allein 1904 konnte sie 172 veränderliche Sterne in der großen und 59 in der kleinen Magellanschen Wolke entdecken. Ihre Beobachtungen musste sie auf die Auswertung von Fotografien beschränken, weil Frauen der Gebrauch des Teleskops verboten war.
Interessant ist an dieser Stelle, dass der gehörlose Astronom John Goodricke sich mit ganz ähnlichen Dingen beschäftigte. Die beiden konnten sich nicht gekannt haben.
Über ihn schrieb ich in meinem Buch in “Wissenschaftler mit vier Sinnen”.
Ein Jahr darauf berichtete sie von 843 neuen veränderlichen Sternen in der kleinen Magellanschen Wolke. 1912 entdeckte Leavitt die Perioden-Leuchtkraft-Beziehung bei Cepheiden.
1913 gelang dem Astronomen, Ejnar Hertzsprung dann die Bestimmung der Entfernung einiger Cepheiden der Milchstraße, womit die Entfernung zu allen Cepheiden kalibriert werden konnte. Als 1920 durch Edwin Hubble Cepheiden identifiziert wurden, die Millionen Lichtjahre entfernt lagen, wies er mit Hilfe des Modells von Leavitt nach, dass es sich dabei um Sterne in anderen Galaxien wie in der Andromedagalaxie handelte. Auch konnten erstmals Entfernungen zwischen verschiedenen Galaxien bestimmt werden. Vor diesen Entdeckungen konnte man nur mit Entfernungen bis zu 100 Lichtjahren rechnen, danach stellten Distanzen bis zu 10 Millionen Lichtjahren kein Problem mehr dar.
In all den Jahren der Beobachtung des Sternenhimmels konnte Leavitt vier Novae beobachten und über 2400 neue veränderliche Sterne entdecken. Außerdem entwickelte sie eine neue photographische Messtechnik, die 1913 internationale Anerkennung fand und unter dem Namen Harvard-Standard bekannt ist.
Henrietta Swan Leavitt gilt als Pionierin der Wissenschaft, und das nicht nur, weil sie eine der wenigen und ersten Frauen in höheren Wissenschaften war. Sie war Mitglied in diversen Verbindungen wie

  • Phi Beta Kappa, der American Association of University Women,
  • der American Astronomical and Astrophysical Society,
  • der American Association for the Advancement of Science
  • und ein Ehrenmitglied der American Association of Variable Star Observers.

1921 starb Henrietta Swan Leavitt an Krebs. Zu ihren Ehren tragen der 1973 entdeckte Asteroid (5383) Leavitt und ein Mondkrater (Mondkrater Leavitt) ihren Namen. In Unkenntnis ihres Todes erwog der schwedische Mathematiker Gösta Mittag-Leffler 1925, Leavitt für einen Nobelpreis vorzuschlagen. Da dieser jedoch nicht postum verliehen wird, ging sie letztlich leer aus.

Meine Jahres-Mondfeier


Liebe Leserinnen und Leser,

noch ist es nicht ganz zu Ende, das Jubiläumsjahr zu 50 Jahre Mondlandung. Das hat uns alle, bzw. hält vielleicht manche von euch auch noch in Bann.
am 11.12.1972 landeten bisher das letzte mal drei Menschen mit Apollo XVII (17) auf dem Mond. Diesen Tag nehme ich nun zum Anlass, meinen Mond-Artikel, der mich das ganze Jubiläum lang begleitet hat, zu veröffentlichen.

Was ich hier mit euch im wesentlichen teile ist all das, was ich im Laufe des Jahres gehört und gelesen habe, um dieses Ereignis zu feiern und zu würdigen.

Ich selbst lag am 20.07. mit einer Sommergrippe danieder, so dass ich eine Nerd-Veranstaltung zum Thema nicht durchführen konnte. Aber genossen habe ich meine Mond-Videos, Texte und Bücher dennoch und es wurde dann auch im Bett etwas feierlich.

Bereits Anfang des Jahres startete ich meine Mondreise mit einem sehr empfehlenswerten Buch “A man on the Moon” Das ist in Englisch auf Audible hier verfügbar.
Angefangen vom Mercury- über das Gemini-Programm wird die ganze Geschichte des Apollo-Programms mit Original-Zitaten und allem entrollt.

Man kann schon sagen, dass die meisten Quellen zu Apollo in Englisch besser sind. Was ich leider auch feststellen musste ist, dass meine Haus- und Hof-Blindenhörbücherei und andere auch erstaunlich wenig zum Thema haben. Ich hätte erwartet, dass hier etwas zum Jubiläum aufgelesen würde. Vielleicht tue ich da anderen Hörbüchereien Unrecht, und ich habe etwas übersehen, aber gerade Themen wie Luft- und Raumffahrt und Astronomie sind für meinen Geschmack in unseren Hörbüchereien unterrepräsentiert…

Nach, bzw. Parallel zu diesem Buch hörte ich mir drei phantastische Folgen vom @omegataupodcast an.
The Saturn V launch Vehicle
How Apollo Flew to the Moon
How Apollo explored the Moon
Die Bücher des in den Folgen interviewten Gastes habe ich leider noch nicht gelesen.
Ich finde Ebooks am Computer oder mit einem Player zu lesen ziemlich mühsam.

Lesenswert und hörenswert sind die Riffreporter-Artikel. Manches gibt es kostenfrei, anderes gibts per Abo.
Zugegeben, deren Seiten sind für unsereiner nicht ganz zugänglich, aber nach etwas Gewöhnung gehts.
Hier gehts zu deren wunderbaren Mond-dossier. Leider muss man hier abonnieren, um den ganzen Artikel lesen zu können.
Dossier Mond

Die Idee zum Mond zu reisen ist alt und wurde in den letzten Jahrtausenden immer mal wieder aufgegriffen.
Ich schrieb darüber in Eine Mondgeschichte und Eine Mondfinsternis als Lebensretterin.

Ohne zuviel spoilern zu wollen, kann ich euch verraten, dass noch in diesem Jahr noch ein Artikel dazu erscheinen wird.
Aber wusstet ihr, dass Edgar Allan Poe auch eine Mondgeschichte hat? Also ich nicht.
Edgar Allan Poe – Das unvergleichliche Abenteuer eines gewissen Hans Pfaall

Wie viele von euch wissen, beziehe ich ganz viel Informationen aus Wissenschaftspodcasts.
Einer meiner Favorites ist ohne zweifel der oben schon erwähnte @omegataupodcast, aber ich liebe ebenso den @minkorrekt.
In Folge 148 geht es auch sehr viel und interessant um den Mond.
Es lohnt sich hier auch die Shownotes zu lesen, damit man an die saftigen Mond-Links kommt.

Lars Naber macht den Aufdistanz-Podcast. in Folge 46, Take me to the Moon unterhielt er sich mit Astronauten über die Rückkehr zum Mond.

Nicht alle Gäste, die SWR1-Leute so einlädt finde ich gleichermaßen spannend. Zum Jubiläum hatten die am Tag vorher die beiden Ex-Astronauten, Reinhold Ewald und Ulf Merbold eingeladen, um über die Mondlandung und die Rückkehr zum Mond zu sprechen. Sehr hörenswert Zwei Ex-Astronauten bei SWR1-Leute

Es ist unglaublich, wie früher Life-Sendungen aufgebaut waren. Es wurden im ZDF mehrere Stunden zur Mondlandung life gesendet. Es lohnt sich schon alleine wegen der zu heute völlig unterschiedlichen Sprechweise der Moderatoren, da mal rein zu hören.
ZDF und Mondlandung

Zu meinem Frühstücksprogramm gehören immer kurz vor den Nachrichten die Sternzeit-Folgen des Deutschlandfunks. Sehr hörenswert und kurzweilig.
Zu den Sternzeit-Folgen

Ein Juvel am astronomischen Podcast-Himmel sind die @sternengeschichten von Florian Freistetter.
Es lohnt sich wirklich diesen kurzweiligen Podcast zu abonnieren.
Ich bin sicher, dass sich auch hier einiges zum Mond findet.

Zum Jubiläum hat die BBC sehr aufwändig und pompös einige geschichtliche Folgen zur Mondlandung produziert. Sie sind unbedingt hörenswert, weil ganz viele Zeitzeugen-Interviews im O-Ton von noch lebenden Personen drin sind.
13 Minutes to the Moon

Viele von uns wissen, dass es auch Rückschläge im Apollo-Programm gab. Drei Astronauten verbrannten am Boden beim Test der Kapsel von Apollo I.
Ein weiterer Schlag war Apollo13. Viele kennen wahrscheinlich den Film.
Brady Heywoods schildert in seinem Podcast ab Folge 21
diese Mission so dramatisch gut, dass man Pippi in die Augen und Schnappatmung bekommt. Ein Muss, um auch diese Schattenseite zu würdigen. Die Besatzung hat Apollo13 schließlich überlebt.

Einfach großartig und anrührend sind die Wissenschaft-Shows, die der DLR_Next veranstaltet. Da kommen dann auch sehende Leserinnen und Leser dieses Artikels voll auf ihre Kosten.
Für Kinder sehr lohnenswert, aber auch großartig für Erwachsene ist der Blog von @Astrozwerge. Dort gibt es z. B. ganz viel Mondlandung mit der Lego-Rakete, die ich auch besitze.

Hier kommen nun noch einige Links, die sich rund um die Mondlandung ranken. Ich kommentiere jetzt nicht alle im einzelnen. Selbst hören und sehen ist doch sowieso viel spannender.

Wieso die Mondfahrt kein Fake war

Die Astronauten von Gretzenbach
Englisch: The First Men on the Moon

Ein Video des DLR mit Originaltönen

Das beste der Mondlandung

Als keiner schlafen wollte

Jetzt hoffe ich natürlich, dass alle Links funktionieren.
Viel Freude bei dieser Mondfeier wünscht euch
Euer Blindnerd Gerhard.

Astroplauderei


Seid herzlich gegrüßt,

heute möchte ich euch mal wieder etwas für die Lauscherchen anbieten.
Es hat durchaus mit “Das Ohr am Teleskop” zu tun.
Und das erwartet euch:

Nach einer kurzen Einführung geht es zu einer Podcast-Folge von Merkst.de, die Stephan Merk, der Macher dieses sehr hörenswerten Podcastes, mit mir aufgenommen hat.
“Vielen Dank, lieber Stephan für diese Ehre. Es hat mir sehr viel Freude bereitet.”
Er ist einer der größten Blogger und Podcaster, der mir in der Blinden- und Sehbehindertenwelt, bekannt ist. Meistens podcastet er über Audio- und andere Technologien, aber nun hat er sich entschlossen, mal einige Interviews mit Menschen aus der Community zu führen, die irgendwie etwas außergewöhnliches machen. Da liegt es natürlich nahe, dass er mal auf mich mit meinem seltsamen Hobby stieß.
Eigentlich gehört hier der Link zu Stephans Projekten hin, aber dann lest ihr vielleicht hier nicht mehr weiter, also später…

Bevor es los geht:
Ich möchte an dieser Stelle für alle, die vielleicht nicht so mit dem Format des Podcasts vertraut sind darauf hinweisen, dass ein Podcast etwas viel freieres, als ein Interview ist.
Das werdet ihr beim Hören merken. Da wird manchmal abgeschweift, man hört Gedankensprünge und manchmal werden Sätze vor Begeisterung und im Überschwang vielleicht nicht ganz zuende gesprochen. Aber das ist eben Podcast. Man ist hier nicht in ein enges Korsett einer Radiosendung zwischen Musik, Werbung und Zeitvorgaben gepackt.
Was Podcasts sind und wieso ich sie so sehr liebe, verlinke ich weiter unten nochmal.
Also trafen wir uns virtuell und plauderten über Astronomie.
Als Einführung und Vorspann, als Vorstellungsrunde sozusagen, hört ihr ein Interview, das Stephan im letzten Frühjahr auf der Sightcity 2018 in Frankfurt mit meinem Arbeitskollegen führte. Der erzählt darüber, was unser Studienzentrum für Sehgeschädigte ist, welche Unterstützung wir anbieten, was bei uns studiert wird, und welche Hilfsmittel und Technologien bei uns eingesetzt werden, um ein Studium in Inklusion zu ermöglichen.
Diese Einführung mit meinem Freund und Kollegen ist mir ganz wichtig, denn ohne das Zentrum, an dem ich seit nun mehr zwanzig Jahren tätig bin, könnte ich meine Vorträge, Seminare und Freizeiten niemals in dieser Qualität anbieten.

“Dank an unser ganzes Team, dass ihr mich mit eurer Kraft und Arbeit hier unterstützt.”

Nach diesem Vorspann, der dauert etwa 13 Minuten, geht es dann ungefähr 90 Minuten auf meine Sternenreise mit Stephan.

Unten in dem Blogbeitrag findet ihr dann noch einige Links die die angesprochenen Themen etwas vertiefen und natürlich auch zu Stephans Projekten führen.

Nun Mixe sich wer mag, einen pan galaktischen Donnergurgler, oder auch was anderes,
lehnt euch zurück, klickt auf den Podcast und habt Freude mit dem Interview.
Zur Podcast-Folge auf Merkst.de
Interview als herunterladen.

Zu Stephan und seinen Projekten findet ihr hier.

Link Wieso ich Astronom wurde, erklärte ich euch
in Wieso ich Astronom wurde

Wer sich für mein Buch interessiert, hier in Kürze die wichtigsten Daten.
Titel:
“Blind zu den Sternen – Mein Weg als Astronom”

Autor: Gerhard Jaworek
Erschienen im Aquensis-Verlag Baden-Baden unter der Rubrik Menschen am 01. Oktober 2015
ISBN: ISBN: 978-3-95457-134-5

Buchrückseite:
Wie kann ein blinder Mensch eine Liebe zur Astronomie entwickeln, ohne je einen Stern gesehen zu haben? Gerhard Jaworek, Diplom-Informatiker am Karlsruhe Institut für Technologie (KIT), gilt medizinisch als vollblind.
Trotzdem ist Astronomie seine Leidenschaft. In diesem Buch beschreibt er lebendig und anschaulich, wie sein naturwissenschaftliches Interesse und seine Neugierde schon im Kindesalter geweckt wurden, wie er sich diese Welt mit seiner Blindheit erobern konnte und welche Chancen die Astronomie für gelebte Inklusion bietet.

Das Buch ist im Handel für 14 Euro erhältlich es gibt es als Papier-Version, als Ebook und für mitglieder der Blindenhörbüchereien wurde es in Marburg aufgelesen.

“Mit dem Ohr am Teleskop” heißt eine Serie auf meinem Blog die Astronomie unter dem Höraspekt betrachtet.
Mit Mit dem Ohr am Teleskop führte ich allgemein in das Thema ein.

Im Artikel Klingende Planetenbahnen könnt ihr hören, was ich mit dem Klang der Planetenbahnen meinte.

Nun hoffe ich, dass ihr nicht völlig erschlagen seid von dieser Fülle an Informationen.

Alles gute und bis zum nächsten mal grüßt euch
euer Gerhard.

Podcasts ein inklusives Tor zu Bildung, Wissen und der Welt


Liebe Leserinnen und Leser,

heute geht es mal in Blindnerd nicht um Astronomie.

Ein wunderbares Ereignis, siehe später, trieb mich dazu, heute mal die Astronomie links liegen zu lassen und hierüber zu schreiben:
Es geht  um eine Quelle des Wissens, aus der ich vermutlich mehr schöpfe, als aus Büchern und erst recht, aus Fernsehen. Zeitungen sind für mich sowieso schwer zugänglich.

Es geht um Podcasts. Podcasts sind themenbezogene Sendereihen, bei denen mehr oder weniger regelmäßig neue Folgen oder Episoden erscheinen. Diese Sendungen sind meist Audio, manchmal auch Video. Interessiert man sich für eine Sendereihe, so abonniert man sich den Podcast mit einem geeigneten Podcatcher. Ich nutze für mein Iphone zum mobilen Hören von Podcasts den Podcatcher von Apple, den es im Appstore kostenlos zum Download gibt. Für Windows ist

Foobar 2000
für Blinde sehr gut bedienbar.

Es gibt auch einen Podcatcher
“Accessible Podcatcher”,
der speziell für unsere Bedürfnisse entwickelt worden ist.

Itunes, Firefox,  Edge, Internetexplorer sind Programme, mit denen das auch geht. Das mag ich aber persönlich dafür nicht, weil diese Programme mit allem möglichen anderen Kram überladen und dadurch schwerer und umständlicher zu bedienen sind, finde ich zumindest…

Wie bei einem Newsletter, wird man dann, wenn man den sog. Podcast-Feed abonniert hat,  stets informiert, wenn zu einem abonnierten Podcast eine neue Sendung veröffentlicht wurde. Die Feeds findet man auf den jeweiligen Internetseiten der Podcasts, denn jeder Podcast hat eine Seite.

Podcasts werden meist von Shownotes begleitet. Wie das Wort Notes schon sagt, handelt es sich hier um Notizen, die teilweise erst während der Show, aufgrund deren Verlaufes, entstehen. Meist enthalten die Shownotes auch noch Links, die die Inhalte der Folge vertiefen.

Die Shownotes parallel zum Podcast ansehen, geht für uns eher schwierig, weil wir dann den Podcast und die Sprachausgabe hören. Das muss auch gar nicht sein. Ich denke mal, dass weit über 90 % aller Podcasts mobil angehört werden. Die Shownotes sind für danach gedacht.

Und das führt uns zu einem ganz wesentlichen Vorteil von Podcasts gegenüber Fernsehsendungen. Podcast sind grundsätzlich so gestaltet, sofern keine Video-Podcasts, dass sie ohne Bilder auskommen müssen. Insbesondere bei technischen oder Wissenschaftspodcasts bedeutet das, dass alle Details so erklärt werden müssen, dass die Zuhörer sich etwas darunter vorstellen können. Für blinde Menschen ist das natürlich super, denn in vielen anderen wissenschaftlichen Sendungen oder Publikationen, werden die Inhalte visuell so angereichert, dass gesprochene Erklärungen oft sichtbaren Animationen weichen.

Alleine schon von der Themenvielfalt her, übertreffen Podcasts mengenmäßig alles, was uns blinden an Wissen und Bildung in Punktschrift, Hörbuch oder  elektronisch zur Verfügung steht. Da es mittlerweile auch viele Radiosendungen zu unterschiedlichen Themen als Podcast zum Herunterladen gibt, kann man die Sendungen dann hören, wenn man Zeit dazu hat. Man muss nichts mehr verpassen, oder Geräte für die Aufnahme programmieren.

Gegenüber Radiosendungen haben Audiopodcasts noch weitere Vorteile. Es sind keine Radiosendungen, die in einem gesteckten Rahmen zwischen Musik, Werbeblöcken und Nachrichten, z. B. einen Interviewpartner zielgerichtet und knapp interviewen. Sie müssen auch nicht die große Masse erreichen, somit ist irgendwie alles erlaubt, was Zuhörer findet.

Podcasts sind keine Interviews. Sie sind eher Gespräche über Themen. Die können auch mal etwas abschweifen, der Gast im Podcast kann unerwartete Dinge zum Podcastleiter sagen und vieles mehr.

Ich denke, ich erkläre jetzt mal an einigen Beispielen, weshalb Podcasts für mich der Brunnen zu Wissen und Bildung schlecht hin geworden sind.

Zu Podcasts kam ich vor mindestens zehn Jahren, eher mehr durch ein Projekt, das sich Klango nannte. Klango sollte ein soziales Netzwerk für blinde Menschen werden. Neben Chatten, Posten und Mail, war die Software ein guter Podcatcher. Mit Podcasts über Hilfsmittel bin ich schließlich eingestiegen. Da gibt es blinde Menschen, die life am Rechner eine gute Homebanking-Software vorstellen. Die Zuhörer hören seine erklärende Stimme und hören auch die Sprachausgabe seines Computers. So kann man alle Schritte der Bedienung lernen, am eigenen Rechner nachvollziehen. Das ist somit eine hervorragende Art online Lernangebote anzubieten.
Viele Apps auf meinem Smartphone habe ich über Podcasts kennen und bedienen gelernt, weil blinde Menschen das aufgenommen und veröffentlicht haben.

Nach und nach, fing ich auch an, immer mehr Radiosendungen und wissenschaftliche Podcasts zu hören.

Mein erster Podcast zu Astronomie und Weltraum ist wirklich ein Juwel. Ich giere jeder neuen Folge entgegen. Es ist der Podcast @Raumzeit von Tim Pritlove.

https://raumzeit-podcast.de/

Tim Pritlove besucht häufig Gesprechspartner, die im Umfeld von Astronomie und Raumfahrt tätig sind. Es ist so unglaublich interessant, die Experten selbst zu hören. In einer seiner ersten Folgen war der erste DDR-Kosmonaut, Sigmund Jähn, Gast bei Tim. Ich finde, das ist viel besser, als lesen. Ich hörte die Stimme eines Astronauten und vernahm, was er erlebte aus seinem eigenen Mund und nicht aus einem Buch, dass entweder er oder jemand anderes über ihn geschrieben hat.

Nichts gegen Bücher. Ich lese und höre sehr viele. Aber für Hörmenschen, wie mich, ist Originalton eine wunderbare Sache, weil Fotos halt nun mal weg fallen.

In Folge 30 hatte er einen Experten zur vergangenen Cassini-Huygens-Mission geladen. Das Highlight in dieser Folge war das Geräusch, als die Sonde Huygens durch die dicke Atmosphäre des Mondes Titan, abstieg. Sie hatte ein Mikrofon dabei, weil man sich erhoffte, Gewittertätigkeit zu hören. Dieses vernahm man nicht, aber den Fahrtwind der durch den Fall der Sonde, entstand.

Ich schrieb ausführlich darüber in “Blind zu den Sternen”, meinem Buch.

Über viele Sonden und Weltraummissionen hätte ich vermutlich ohne diesen Podcast nie etwas erfahren. Sicher fließt in meine Artikel sehr viel Wissen ein, das ich mir aus Podcasts einverleibte und nicht mehr weiß, woher ich es weiß.
Ein weiteres Highlight und Muss für alle, die nur im Ansatz etwas technikbegeistert und nerdig sind, ist der @omegataupodcast

http://omegataupodcast.net/

Die beiden Macher dieses Podcasts reisen quasi um die ganze Erde, um Spezialisten zu allen möglichen Themen zu finden. Da geht es mal um den A380, um ein großes Schiff, um österreichische Seilbahnen und Wasserkraftwerke, aber dann geht es auch um Wirtschaft, Technikfolgeabschätzung oder biologische Themen.

Ob Deutsche oder Englische Folge; ganz egal. die beiden, die den Podcast machen, verstehen es, jedes Detail aus dem Gegenstand herauszukitzeln. Da wird jedes Hebelchen und Knöpfchen am Cokpit des Flugzeuges erklärt. Da erfährt man alles über die Funktionsweise. Da hört man im Hintergrund, wie es in einem Stahlwerk klingt und ist ganz nah mit dabei. In folge 1 dieses Podcasts wird ein kompletter Segelflug, den der Macher, Markus selbst fliegt, komplett vom Start bis zur Landung mit Motorgeräusch, Wind, Funkverkehr, Wario und seinen Erklärungen, aufgezeichnet. Da ich selbst gerne segelfliege, natürlich nur mit sehendem Piloten, spürte ich mit der Zeit beim hören den Segelflieger in meinem Körper. Ich saß auf meinem Gitarrenstuhl, hatte quasi den Knüppel in Händen. Irgendwann stellte ich mir dann noch zwei Pedale von Gitarren-Effektgeräten vor meine Füße. Dann war das Erlebnis perfekt.

Gerade in technischen Dingen habe ich unheimlich viel von diesem Podcast mir vorzustellen gelernt. Ich kann wirklich inhaltlich mitreden, wenn es jetzt um Windräder geht, weiß anschaulich, wie Segelflugzeuge aufgebaut sind, habe verstanden, dass Stahlblechband schneller aus der Walze kommt, wie es hinein geht, weil es zwischen den Walzen zwar dünner, aber auch länger wird. So könnte ich Beispiel um Beispiel anfügen, was ich durch diesen Podcast lernen durfte. Das ist ganz besonders für uns blinde Menschen so wichtig, dass wir gute Erklärungen bekommen, was in diesem Podcast immer gegeben ist.

Ein von der Machart her ganz anderer Podcast ist der @minkorrekt (Methodisch Inkorrekt).
http://minkorrekt.de/.

Er wird von immer denselben beiden Physikern gehalten. Hier wird in der Regel kein Gast eingeladen.
Dieser Podcast besteht aus mehreren Elementen. Im Kern dieses Podcasts versucht jeder der beiden Macher jeweils zwei wissenschafftliche Paper (Veröffentlichungen) so zu erklären, dass die Menschheit sie versteht. Über Sinn und Unsinn verschiedener Themen und Ergebnisse wird dann auch gesprochen, gescherzt und gelacht. Dieser Kern wird umrahmt von einem physikalischen Experiment der Woche, das man in der Regel im Haushalt nachmachen kann, ein Bier der Woche wird getrunken, dann Nerd-Musik und ein China-Gadget vorgestellt. dann wird viel über den wissenschaftlichen Alltag berichtet. Dieser Podcast ist sehr humoristisch. Die beiden lachen viel und sind unheimlich ansteckend. Und trotzdem lernt und erfährt man hammer viel, ohne, dass man etwas davon merkt.

Hier ist halt die Stärke, dass der eine dem anderen alles erklären muss und dadurch versteht auch die Welt draußen ohne Bild, was gemeint ist. Wie praktisch für uns Blinde.

In einem anderen Podcast, den ich höre @zeitsprung, erzählen sich jede Woche zwei Historiker spannende Geschichten aus der Geschichte.
Hier lerne ich Geschichte, wo die Zusammenhänge und weniger die Jahreszahlen wichtig sind.

“Astrodicticum Simplex” ist der Podcast des Astronoms, Buchautors und Science Busters, Florian Freistetter. Er erzählt uns wöchentlich eine etwa zehnminütige Geschichte, wie ein Teil des Universums funktioniert.

Und langsam steuern wir auf den Auslöser dieses Artikels über Podcasts zu.

Momentan ist ein aktuelles Highlight, der Shooting Star am astronomischen Podcasthimmel sicher @aufdistanz. @sustickle hat es mit Hilfe eines Croud-Fundings geschafft, den Start von Alexander Gerst am 06.06.2018 life in Baikonur mit zu erleben. Er war mit Kollegen mit einem Reiseveranstalter sechs Tage dort und podcastete jeden Abend über seine Erlebnisse. Er nahm sogar mit einem Mikrofon das Geräusch auf, als die Rakete startete. Das machte extrem Gänsehaut.Hier kommt eine weitere Stärke von Podcasts ins Spiel, die es in diesem Umfang in vorproduzierten Radiosendungen selten gibt. Man hört Emotionen und Zwischentöne und fehlende Worte. Die Rührung mit der hier erzählt wird, wie @Astroalex von einer Frau Abschied nimmt, indem sie ihre Hand von außen an die Scheibe des Busses legt in dem er sitzt und er legt seine raumanzugbehandschuhte Hand von innen dagegen, ist so spürbar, dass man auch etwas Pippi in die Augen bekommt.

Als in der vorletzten Folge des Unterpodcasts von @aufdistanz, @aufdistanzgoesbaikonur, dann die drei Abschied voneinander nehmen müssen, bleiben die Tränen nicht aus. Wenn man sich nach so einem starken Erlebnis voneinander trennen muss, dann überwältigen einem die Gefühle.

Aber das ist es nicht alleine.
Durch diese täglichen Reisepodcasts hat @susticle und seine zwei Mitpodcaster mir als blinden Menschen so viel Astronomie und Weltall geschenkt, dass ich bis heute noch immer keine Worte dafür finde. Ob es der russische Pragmatismus, der Dualismus, dass eine Hightech-Rakete in einem Gebäude mit halb eingestürztem Dach aufbewahrt wird, ob die Aufrichtungder Rakete, der Start und alles andere wird einfach so frei erzählt, als säßen die drei in meinem Wohnzimmer. Mir gefällt dann auch immer, wenn mal etwas im Podcast unklar ist. Es gab Diskusion darüber, wie denn die Rakete mittels eines dicken Stempels genau, aufgerichtet wurde. Alle, auch ich, fragten uns, wo denn diese Vorrichtung denn plötzlich her gekommen sein könnte.

Ich vermutete für mich, dass diese Hebevorrichtung Teil des Zugvagons ist, auf dem die Rakete lag. Die drei kamen, was mich sehr freute, zur gleichen Vermutung. OK, wir wissen es noch immer nicht genau, aber das ist eben auch Podcast. Mitdenken, miträtseln, knobeln und Anteilnehmen.

In all dem, was die hier an Erlebnissen mit uns geteilt haben,  ist so viel drin, das… wie schon gesagt, die Worte fehlen.

Ich höre noch zahlreiche andere Podcasts zu Astronomie, Wissenschaft und Technik, aber auch zu Politik und anderen Sozialthemen. Ich kann hier jetzt nicht alle aufzählen. Mir ist wichtig, dass hier das Potential rüberkommt, das Podcasts insbesondere für Menschen mit “Print Disabillity”, eine Einschränkung im Umgang mit Druckmaterialien, bieten. Ganz absichtlich führe ich hier den Begriff der “Print Disabillity” ein und schreibe nicht “Blinde”. Indem ich das tue, schließe ich auch noch andere Einschränkungen mit ein, z. B. Dyslexie und viele mehr.

Zum dritten Mal in diesem Artikel schreibe ich jetzt, dass ich aus Podcasts mittlerweile einen großen Anteil meines Astronomie-Wissens schöpfe.

Ich bin so dankbar, dass es Podcasts gibt. Ohne sie hätte ich zu so vielen Dingen keinen richtig guten Zugang.

Und was auch super spannend ist. Ich kenne mittlerweile manche der Podcaster persönlich. Es lohnt sich wirklich, mal zu einem Hörertreffen zu gehen, wenn grad mal der Lieblings-Podcaster in der Gegend ist.

Und das nur am Rande. Ich würde selbst auch gerne einen Podcast führen. Bisher suche ich noch nach einem geeigneten Format, das ich mit meiner eingeschränkten Mobilität selbstständig durchziehen kann. Ich kann nicht zu Gesprächspartnern dauernd in fremde Städte ohne Begleitperson fahren und nur Skype-Podcasten ist für mich keine Option und einen Podcast in welchem ich nur monologisiere, kommt nicht in Frage. Somit ist mein Blog quasi mein Kompromiss zu meinem Podcastwunsch. Nicht minder hängt mein Herz und meine Seele an diesem Blog.

Vielleicht ergibt sich ja mal was.

Ach ja, ganz zum Schluss noch eine kleine Kehrseite von Podcasts.

1) Sie machen süchtig.

2) Sie sind leider auch ein Zeitfresser, aber auch ein Wartehelfer.

3) Über Podcasts kommt man leicht in eine Filterblase. Das geht allerdings ohne auch.

So, das ist mal meine Geschichte, wie wichtig Podcasts für mich in meinem Leben geworden sind.

Es Grüßt Sie und euch bis zum nächsten Mal

Ihr Gerhard Jaworek.

Willkommen auf Blindnerd.de


Für alle, die sich für wissenschaftliche und technische Themen interessieren, könnte dieser Blog spannend sein. Nur einen Unterschied wird es geben. Die Themen werden stets aus der “Sicht” eines Menschen mit Blindheit, betrachtet werden. Ich möchte hier mit Ihnen und euch teilen, was mich in meinem Leben fasziniert, wofür ich mich begeistere und wie gerne ich mich derartigen Themen nähere und austausche.

Vor allem die Astronomie wird hier häufig erscheinen, denn sie ist meine Passion. So erschien mein Buch “Blind zu den Sternen – Mein Weg als Astronom” im Oktober 2015 im Aquensis-Verlag Baden-Baden.

Blindnerd soll aber nicht nur meine Themen veröffentlichen. Jeder oder jede andere Blindnerd kann mir Artikel schicken, die für uns interessant sein könnten. Der oder die Nerd müssen hierzu nicht unbedingt blind sein.

Nun hoffe ich, dass wir hier eine lustige und spannende Community aufbauen mit viel Austausch und Freude an der Sache. Willkommen sind auch all jene, die den Blog einfach nur lesen möchten.

Es grüßt Sie und euch bis zur nächsten, der ersten inhaltlichen Folge,

Gerhard.