Seid herzlich gegrüßt,
Heute möchte ich mal wieder versuchen, ein kirchliches Fest mit Astronomie zu finden. Wollen wir doch mal sehen, ob das mit Pfingsten funktioniert.
Pfingsten erzählt eine der eindrucksvollsten Geschichten der Bibel.
Die Jünger sitzen mit vielen Menschen im Tempel zusammen und predigen die neue Botschaft. Jesus ist schon gen Himmel gefahren und ist nicht mehr unter ihnen.
Und dann passiert es, dass plötzlich ein gewaltiger Sturm aufkommt. Feuerzungen erscheinen über den Köpfender versammelten Nenschen, und etwas verändert sich grundlegend:
Aus Unsicherheit wird Mut.
Aus Schweigen wird Sprache.
Aus einzelnen Menschen wird Gemeinschaft.
Die biblische Erzählung berichtet, dass Menschen unterschiedlichster Herkunft die Worte der Jünger plötzlich in ihrer eigenen Sprache verstanden.
Pfingsten wurde damit zum Fest der Verständigung und der Verbindung zwischen Menschen.
Und genau hier beginnt auch eine erstaunlich schöne Verbindung zur Astronomie.
Denn lange bevor Menschen dieselben Worte sprachen, teilten sie bereits denselben Himmel.
Pfingsten selbst trägt die Astronomie noch heute in sich,
denn der Termin dieses Festes entsteht nicht zufällig im Kalender.
Pfingsten liegt fünfzig Tage nach Ostern. Und Ostern wiederum richtet sich nach einem uralten Zusammenspiel von Sonne und Mond:
Dem ersten Vollmond nach Frühlingsbeginn.
Damit erinnern uns selbst unsere Feiertage daran, dass der Mensch seit Jahrtausenden zum Himmel blickt, um seinen Platz in der Zeit zu finden.
Bevor es Kalender gab, gab es Mondphasen.
Bevor es Uhren gab, gab es Sonnenaufgänge.
Bevor Menschen Grenzen zogen, standen sie nachts unter denselben Sternen.
In diesem Sinne ist Der Himmel die erste gemeinsame Sprache der Menschheit.
Und wenn schon nicht genau sprache, so doch ein verbindendes Element nachdem man sein Leben und seine Feste ausrichtete.
Die Menschen in Babylon sahen denselben Mond wie die Menschen in China.
Über Afrika spannte sich dieselbe Milchstraße wie über Europa.
Kinder blickten vor tausenden Jahren in denselben Sternenhimmel wie wir heute.
Sie gaben den Sternen andere Namen.
Sie erzählten andere Geschichten.
Und doch verband sie etwas Gemeinsames:
Das Staunen.
Die Astronomie gehört damit zu den wenigen Erfahrungen, die Menschen aller Kulturen und Zeiten miteinander teilen.
In der Pfingstgeschichte erscheinen Feuerzungen und ein mächtiger Wind.
Auch der Kosmos kennt solche Bilder.
Auf der Sonne steigen gewaltige Bögen aus glühendem Plasma empor, größer als unsere Erde.
Teilchenströme rasen z. B. in Form unseres Sonnenwindes durch das Sonnensystem.
Und wenn sie auf das Magnetfeld unserer Welt treffen, beginnt der Himmel zu leuchten.
Polarlichter, Flackernde Schleier aus Licht,
Grüne Feuer am Nachthimmel.
Wunderschön zeigen sich Protuberanzen wie Feuerzungen am Mondrand, wenn der gerade unsere Sonne verfinstert.
Früher deuteten Menschen solche Erscheinungen als Zeichen der Götter oder des Himmels.
Heute verstehen wir ihre physikalischen Ursachen.
Das tut aber der Schönheit der Phänomene keinen Abbruch.
Im Gegenteil:
Je mehr wir über Sterne, Galaxien und kosmische Kräfte erfahren, desto größer wird oft unsere Ehrfurcht vor der Wirklichkeit des Universums.
Die Astronomie erzählt uns auch von unsichtbaren und geisterhaften Kräften und Teilchen.
Von Gravitation, die niemand sehen kann und die dennoch Sterne und Galaxien zusammenhält.
Von Dunkler Materie, die wir nicht direkt wahrnehmen und deren Wirkung dennoch überall beobachtbar ist.
Von Magnetfeldern, Teilchenströmen und kosmischer Hintergrundstrahlung.
Das Unsichtbare prägt das Universum stärker als vieles, was wir unmittelbar sehen können.
Christen glauben an die Kraft des heiligen Geistes, der zu Pfingsten ausgegossen wurde. In Starwars werden ähnliche Kräfte mit „Der Macht“ bezeichnet.
Viele Science Fictions sind voller unsichtbarer Kräfte und strotzen vor religiöser Symbolik
Doch die Astronomie verbindet Menschen nicht nur durch den Blick zu den Sternen.
Sie tut es auch ganz konkret hier auf der Erde.
Kaum ein Symbol zeigt das deutlicher als die Raumfahrt.
Als Menschen begannen, den Weltraum zu erforschen, war dies zunächst stark vom Kalten Krieg geprägt. Raketen entstanden aus militärischer Technik, und Nationen konkurrierten darum, zuerst den Mond zu erreichen. Solch ein Wettlauf zum Mond erleben wir heute wieder.
Aber trotzdem. Heute arbeiten Menschen unterschiedlichster Nationen gemeinsam im All.
Astronautinnen und Astronauten verschiedener Kulturen leben und forschen Seite an Seite.
Sie teilen Verantwortung, Wissen und Vertrauen unabhängig der sonstigen Diferenzen zwischen den Nationen.
Besonders eindrucksvoll zeigt das die Internationale Raumstation.
Die ISS umkreist die Erde alle etwa neunzig Minuten.
Dort oben gibt es keine sichtbaren Landesgrenzen.
Kein Mensch kann vom All aus erkennen, wo Nationen beginnen oder enden.
Viele Astronautinnen und Astronauten berichten nach ihrer Rückkehr von einem tiefgreifenden Erlebnis:
dem sogenannten „Overview Effect“.
Der Blick auf die Erde verändert das Denken.
Unser Planet erscheint plötzlich nicht mehr als Sammlung von Staaten, Konflikten und Grenzen, sondern als zerbrechliche gemeinsame Welt inmitten der Dunkelheit des Kosmos.
Eine kleine blaue Insel des Lebens.
Gerade darin liegt eine der stärksten Botschaften der Raumfahrt:
Wer gemeinsam zu den Sternen aufbricht, erkennt leichter, was Menschen verbindet statt trennt.
Wer unter einem klaren Sternenhimmel steht, begreift unmittelbar, warum Menschen seit Jahrtausenden den Himmel nicht nur als Ansammlung von Lichtpunkten betrachteten.
Der Himmel verändert unseren Blick auf uns selbst.
Er erinnert uns daran, wie klein die Erde im kosmischen Maßstab ist, und gleichzeitig , wie kostbar dieses kleine gemeinsame Zuhause ist.
Was mich an dieser Pfingstgeschichte auch fasziniert ist, dass es im alten Testament quasi das Gegenstück dazu gibt. Ich meine die Geschichte vom Turmbau zu Babel. dort sickt sich die Menschheit an, das technisch unmögliche zu schaffen. Sie will einen Turm, ein technisches Wunder erschaffen, der bis zum Himmel reichen soll. Und Gott vereitelt diesen Plan, indem er durch seinen Geist erreicht, dass niemand mehr die Sprache des anderen versteht. So kann diese Baustelle also nicht durchgeführt werden. Bei den heutigen technischen Möglichkeiten, und was wir damit erreicht haben und noch erreichen wollen, wächst die Zwietracht und wir verstehen einander nicht mehr. Das fühlt sich für mich fast wie dieser Turmbau an.
Ich bin aber davon überzeugt, dass
Ohne ein großes Pfingstwunder der Verständigung und vereinigung der Menschheit, werden wir die Probleme hier auf Erden wahrscheinlich nicht lösen. Und so richtig im Weltraum wird es, wenn wir weiterhin entzweit sind, wohl auch nicht weiter gehen, weil keine Nation, sei sie noch so groß, die Eroberung des Weltalls alleine meistern kann.
Feiern wir also in diesem Sinne Pfingsten.

Lieber Gerhard,
deine Geschichte ist zum Niederknien schön!
Ich habe mal davon gelesen, dass in Australien (oder Neuseeland?) jedenfalls in dieser Gegend die Milchstraße so viele Sterne enthält dass die Geschichten dort sich auf die Dunklen Flecken in der Milchstraße beziehen.
Was ich auch erst letztes Jahr gelernt habe ist, das wir nicht immer den gleichen Teil der Milchstraße sehen mit ihren 4 Spiralarmen. Eigentlich logisch – nur, ich hatte eben keine Ahnung. Im Laufe des Jahres verändern sich nicht nur die Sternbilder über unseren Köpfen sondern eben auch der Blickwinkel zur Milchstraße. Wobei „dank“ der immer mehr zunehmenden Lichtverschmutzung die Milchstraße in Europa und Nordamerika so gut wie nicht mehr zu sehen ist.
Für mich als Sternenguckerin wirklich schade: ich habe noch nie außerhalb eines Planetariums die Milchstraße gesehen.
Dieses Band aus Sternen – das in Variationen allen Menschen der Erde als Begriff vertraut sein dürfte. Fast wie ein Geschenkband, das unseren kostbaren Planeten umgibt.
Apropos Lichtverschmutzung: Fotos von der ISS zeigen durchaus mittlerweile Grenzen. Zb die Beleuchtung von Nordkorea und Südkorea. Südkorea ist extrem hell – Nordkorea ist fast komplett schwarz. Auch lassen sich die Küstenlinien der Kontinente nachts anhand der künstlichen Beleuchtung erkennen. Wer mit diesen Bildern vertraut ist (ich nicht) kann sogar unterschiedliche Beleuchtungspraktiken in Europa erkennen.
Hoffen wir also, das unser „Sternen-Erbe“ nicht verloren geht und wir uns alle auf unsere Gemeinsamkeiten besinnen und darauf wie kostbar und einzigartig unser Planet ist.
Liebe Grüße, Eva
Hallo Gerhard,
vielleich lag von Däniken richtig und „die Götter“ (-Astronauten) verfügten über eine Technik der Simultanübersetzung per Handy.
„Die biblische Erzählung berichtet, dass Menschen unterschiedlichster Herkunft die Worte der Jünger plötzlich in ihrer eigenen Sprache verstanden.“
Wünschenwert wäre für alle Mächtigen und Entscheidungsträger eine Erkenntnis: Je mehr wir über Sterne, Galaxien und kosmische Kräfte erfahren, desto größer wird oft unsere Ehrfurcht vor der Wirklichkeit des Universums. Ein frommer Wunsch: „Der Himmel verändert unseren Blick auf uns selbst.“Täglich drängt sich mir der Gedanke auf, wie selten dämlich die Erdbevölkerung ist. Ein Blick durchs Teleskop würde/müßte doch reichen, zu erkennen, wer und was wir sind. … und dann läßt Putin jeden Tag 1000 seiner Bevölkerung abschlachten (wobei immer im Blick zu haben ist, wie barbarisch selbst die deutsche Bevölkerung vor etwa 90 Jahren war). Und der blonde Psychopath ist mit seinen unberechenbaren Deals auf Kosten von Menschenleben kein Deut besser. Die Hirnlosigkeit auf unserem Planeten nimmt leider immer mehr zu als ab.
Gerhard, ich denke.wir warten vergeblich auf ein Pfingstwunder. Ich halte es für wahrscheinlicher, dass irgendwann ein schöner mittelgroßer „Brocken“ aus dem All unsere Erde trifft. Die Menschheit muß zusammenrücken, zusammenarbeiten oder sie wird ausgerottet.