Frag, und es wird Tag – Wahr oder nicht falsch?


Meine lieben,
wenden wir uns heute mal wieder euren wertvollen Fragen zu.
Es sind genau vier Fragen, die aber so zusammen gehören, dass ich sie versuche in einem Artikel zu beantworten. Und selbstverständlich bleibt der fragende Mensch anonym.

Frage 1)

Hallo Gerhard,
Es macht so viel Spaß dir zuzuhören!
in der Wissenschaft wird so oft gesagt, dass man nicht beweisen kann,
dass etwas „wahr“ ist – sondern nur, dass etwas „nicht falsch“ ist“.
Aber im Sprachgebrauch ist „wahr“ und „nicht falsch“ irgendwie das gleiche.

Meine Antwort:
Durchaus nicht. Nicht falsch schließt mit ein, dass etwas irgendwann mal wieder falsch werden könnte, bzw. dass es für den Moment ganz gut funktioniert.
In Newtons Kräfte-System funktioniert z. B. vieles im Alltag ganz hervorragen. Sogar kreisende Planeten um ihre Sterne kann man damit berechnen.
Aber Newtons System funktionierte dann doch recht ungenau. Ihm fehlte die Gravitationskonstante, mit welcher sich zwei Körper gleicher Masse gegenseitig anziehen. Die musste erst von Cavendish 200 Jahre nach Newton experimentell gemessen und gefunden werden.
Bis da hin, war Newtons System quasi wahr, wenn sogar Keplers Planetengesetze damit gut funktionierten.
Ganz erstaunlich, wie Kepler diese fand, denn Newton und sein Regelwerk kamen erst später.

Und ja, wir arbeiten mit dieser Konstante seither, obwohl wir genau wissen, dass spätestens ab der fünften Nachkommastelle Unsicherheiten rein kommen. Diese Ungenauigkeit reicht uns einfach im Alltag und auch in der Raumfahrt und Astronomie aus.
Aber man stellt sich Dank unserer neuen Teleskope z. B. ernsthaft die Frage, ob diese Konstanten tatsächlich so unveränderlich sind, wie wir annehmen.
Ich glaube, dass Newton um das Problem wusste, aber er hatte einfach keine geeigneten Geräte, um diese Konstante zu bestimmen.
Und am Anfang seiner Überlegungen war die Frage und das Staunen darüber, wieso denn Äpfel immer nach unten zu Boden fallen. Muss das immer so sein?
Ich schrieb darüber in Station 2 auf der Reise zu den schwarzen Löchern.

Frage 2.

Oder: 1+1=2 Das wird doch auch nicht als „nicht falsch“ verstanden?

Meine Antwort:
Das ist weder eine Theorie, noch aus sich heraus wahr.
Das sind Axiome. Einfachste Grundlagen, mit denen man lernt, Mathematik auszudrücken. Und da ist es halt schon praktisch, wenn man zunächst Wörter findet, die mehr als nur eins und eins und eins … direkt ausdrücken können.
Es gab und lassen sich bis heute unendlich viele Zahlensysteme mit ihren Operatoren und Mengen finden.
Unsere Operatoren sind im Grunde Abkürzungen für Rechenwege. Die Multiplikation ist quasi im einfachsten Fall die Abkürzung für ganz viele Additionen, die man hintereinander ausführen muss.
Unsere Computer können nur Plus mit Folgen von Nullen und Einsen. Dass sie dann doch auch Minus können, ist eine Frage der Zahlendarstellung. Aber das führte jetzt zu weit.

Es ist ganz erstaunlich, wie lange wir ohne Null auskamen.
Und das römische Zahlensystem war doch eher unpraktisch, um damit Mathematik im wissenschaftlichen Sinne zu treiben. Um Wahren aufzuschreiben und aufzuzählen etc. war es vielleicht gut genug, aber zu mehr auch nicht.
Mein alter Informatikprofessor schloss es in einer Vorlesung tatsächlich nicht aus, dass das ungenügende Zahlensystem mit zum Untergang des römischen Reiches beigetragen haben könnte.
Keine Ahnung, ob das stimmt. Aber er war ein unglaublich kluger Mann mit einer Weitsicht und einem großartigen ganzheitlichen Denken.
Unser Zehnersystem hat sich einfach als das praktischste System erwiesen und durchgesetzt. Für die Lösung mancher mathematischen Probleme eignen sich aber andere Zahlenräume mit ihren eigenen Operatoren besser. z. B. wenn man mit Vektoren oder Matrizen arbeitet.
Also, mit 1+1=2 könnte man sagen: „Irgendwo muss man ja mal anfangen“.

Erst waren die ganzen Zahlen, dann kam die Null dazu, dann die negativen Zahlen, die Brüche etc. bis hin zu Zahlen, wie Pi, die niemals enden und deren Ziffern sich nicht wiederholen.
Von den imaginären oder gar noch höherdimensionalen Zahlensystemen, lassen wir besser die Finger weg…

Frage 3.

Und wenn ich 100x bewiesen habe wie groß z.B. der Abstand zwischen
Erde und Sonne ist (oder irgend was anderes was sich messen lässt)
dann muss das doch irgendwann „wahr“ sein?

Meine Antwort:
So ein Abstand ist eine Zahl, die tatsächlich mit jeder verbesserten Messmethode immer besser, immer wahrer wird.
Denken wir an die alten Griechen, welche den Umfang der Erde bestimmten, oder gar den Abstand zwischen Erde und Mond, oder der Erde und der Sonne. Auch die Lichtgeschwindigkeit wurde nicht gleich richtig bestimmt.
Für die damalige Wissenschaft waren die Ergebnisse sehr gut. Aber heute, mit verbesserten Experimenten, kennt man derlei Abstände deutlich genauer.
Also ist der Begriff „wahr“ in der Wissenschaft eher nicht nützlich. Man sollte besser sagen „für den Augenblick ausreichend gut“.

Frage 4.

Warum wird die Relativitäts-theorie noch immer als „Theorie“
bezeichnet, wenn es doch schon so viele Tests gab, die ihre „das ist
nicht falsch“-Bestätigung abgegeben haben?

Meine Antwort:
Die Relativitätstheorie wird trotz ihres experimentellen Nachweises immer noch als „Theorie“ bezeichnet, und das ist in der Wissenschaft üblich und korrekt. Der Begriff „Theorie“ in der Wissenschaft unterscheidet sich von der Alltagssprache. Während „Theorie“ im alltäglichen Gebrauch oft als eine bloße Vermutung oder ungeprüfte Idee verstanden wird, hat sie in der Wissenschaft eine ganz andere Bedeutung.

In der Wissenschaft bezeichnet eine „Theorie“ ein umfassendes Erklärungsmodell, das viele verschiedene Beobachtungen und experimentelle Ergebnisse zusammenfasst und erklärt. Eine wissenschaftliche Theorie ist das Ergebnis intensiver Forschung, Experimente und Überprüfungen. Sie ist in der Regel sehr gut durch Beweise gestützt und gilt als das beste verfügbare Modell, um ein bestimmtes Phänomen zu erklären.

Die Relativitätstheorie, sowohl die spezielle als auch die allgemeine, wurde durch eine Vielzahl von Experimenten und Beobachtungen bestätigt. Dennoch bleibt sie eine „Theorie“, weil sie ein umfassendes Erklärungsmodell für die Art und Weise darstellt, wie Raum, Zeit und Gravitation funktionieren.

Eine Sonnenfinsternis war es, die Einsteins Theorie auf einen Schlag berühmt machte.
Schaut mal.

Man schickte Atomuhren mit Flugzeugen um die Welt, und verglich danach ihre angezeigten Zeiten. Die Flugzeuguhren gingen tatsächlich, wie von Einsteins Theorie vorher bestimmt, langsamer.

Die Periheldrehung des Merkur lies sich viel genauer, als mit Newtons Regelwerk bestimmen, weil man die Masse der Sonne und die auf den nahen Merkur wirkenden relativistischen Effekte einbezog.
Es gibt einiges, z. B. in der Quantenphysik, das mit Einstein nicht erklärt werden kann. In schwarzen Löchern funktioniert sie auch nicht mehr. In unserem Alltag funktioniert sie aber sehr gut. Ansonsten könnten wir unsere Navis nicht benutzen.

Physiker sind sich im wesentlichen darüber einig, dass irgendwann die Relativitätstheorie vielleicht durch etwas besseres ersetzt, bzw. mindestens erweitert werden müsste..
Die String-Theorie ist beispielsweise so ein Versuch. Fragt mich aber niemals, wie sie funktioniert. Ich kenne ja nicht mal die vom guten Albert bis ins Detail.

Fazit

Selbst Theorien, die extrem gut bestätigt sind, wie die Relativitätstheorie oder die Evolutionstheorie, bleiben Theorien, weil sie nicht nur einzelne Fakten erklären, sondern eine ganze Klasse von Phänomenen. Es handelt sich um Rahmenwerke, die zukünftige Forschung und Entdeckungen leiten. Sollte jemals ein Phänomen beobachtet werden, das diese Theorien nicht erklären können, müsste die Theorie entweder modifiziert oder durch eine noch umfassendere Theorie ersetzt werden.
Oder, um es mit dem „Anhalter durch die Galaxis“ zu erklären:

Sobald das die Frage der Fragen für unser Universum geklärt ist, wird dieses umgehend durch ein weiteres noch komplexeres ersetzt. (42)…

So, nun hofft der Sternenonkel, der durchaus kein Mathematiker ist, dass Deine Fragen etwas beantwortet werden konnten.
Fragt gerne weiter, damit „Frag und es wird Tag“ weiter wachsen kann. Ich lerne oft auch noch dazu, und muss Dinge für die Antworten nachschlagen.
Viel wichtiger, als alles zu wissen ist, dass man erkennt, wo man nichts weiß, und wo man suchen kann.

Das Bisschen Haushalt – Zum Internationalen Frauentag 2026


Meine lieben,
ihr kennt das ja schon von mir, dass wenigstens zum internationalen Frauentag eines jeden Jahres eine Frau hier auf Blindnerd vorgestellt und gewürdigt wird. Ihnen habe ich, wie ihr wisst, eine eigene Kategorie und sogar mal einen ganzen Adventskalender gewidmet.
Siehe Kategorie Frauen.
Bis heute ist es so, dass Frauen meist noch den überwiegenden Teil der Hausarbeit erledigen. Vor allem früher, als ich noch Kind war, wurde die Schwere und der Wert dieser von Frauen geleisteten Arbeit, oft noch zusätzlich neben ihrem Beruf, von Männern unterschätzt und nicht angemessen gewürdigt.
1978 nahm sich die Sängerin Johanna von Koczian auf ironische Weise dieses Missstandes an, und veröffentlichte ihr Lied, dessen Titel als Überschrift für diesen Artikel her halten musste. Wir hatten diese Platte, und die lief bei uns rauf und runter.
Hört mal rein.
Es wird dann schnell klar, wieso ich diese Überschrift wählte. Etwas passenderes kann es zu dem heutigen Beitrag zum internationalen Frauentag nicht geben.

heute bekommt ihr etwas ganz besonderes geboten. Wir haben eine Gästin. Zum Frauentag wird uns eine Frau eine Frau vorstellen, die etwas erfunden hat, das viele von uns nicht missen möchten.
Außerdem hat sie den Titel dieses Beitrages als Arbeitstitel gewählt. Ich war davon gleich total begeistert.
Und dann gibt es noch kleine passende Geschichten aus des Sternenonkels Leben, passend zum Thema.

Fangen wir damit an, dass Du, liebe Gästin, Dich erst mal kurz vorstellst.

Hallo liebe Freunde und Freundinnen des Sternenonkels,
Ich heiße Eva und bin leidenschaftlich neugierig. Als Bürgerforscherin (Citizen Scientist) bin ich in einer Forschungsgruppe zur Lichtverschmutzung aktiv und engagiere mich aufgrund meiner Hörbehinderung für Barrierefreiheit für alle.

Gerhards Buch hat vor kurzem ja das 10-jährige Jubiläum gefeiert.
Und mich hatte dieser Bericht auf die Idee gebracht, Geburtstage und Jubiläen zu sammeln.

Bevor wir starten: mal eine Frage an euch:
Was sind für euch die bedeutendsten Erfindungen? Muss nichts mit Astronomie zu tun haben.
Um auf unser Thema zu kommen, gibt es jetzt erst mal ein kleines
Rätsel von mir:

  • Wer es hat, schätzt es.
  • Aber nicht jeder Haushalt hat es.
  • Wenn es vorhanden ist, steht es in der Wohnung.
  • Scherben bringen kein Glück.
  • Aber Chemie und Physik.
  • 1949 wurde das Gerät als „Haushaltsgerät“ eingeführt, davor war es
    bereits in Restaurants und Hotels verbreitet.
  • Das Gerät wurde schon auf der Weltausstellung 1893 gezeigt und mit
    einem Preis für „die beste mechanische Konstruktion, Haltbarkeit und
    Zweckentsprechung“ ausgezeichnet.

Dieses Rätsel hatte ich Gerhard geschickt, und so wurde ein kleines Duett für seinen Blog daraus.

Wenn ich. liebe Eva da kurz unterbrechen darf:
„Haltet doch an dieser Stelle mal kurz inne, und versucht das kleine Rätsel zu lösen.“

Also ich kam nicht gleich drauf und musste etwas herum probieren.
zuerst dachte ich, das gesuchte Gerät wäre ein Staubsauger, die Kaffeemaschine oder ein Mixer.
Aber dann kamen die Scherben, die Physik und die Chemie ins Spiel.
All das findet sich doch in einer, na wo schon? Genau, in einer Spülmaschine..

  • Die Physik für die Temperatur und die Wasserpumpe, und für den Computer für die Programme, gibt es sogar etwas Quantenphysik.
  • Die Chemie für das Spülmittel und vor allem für die Ionisierung des Wassers durch das Salz, und für den Klarspüler danach.
  • Und ja, muss man von Hand spülen, geht schon mal was zu Bruch.
  • Und missen möchte ich meine tatsächlich auch nicht mehr

OCool, dachte ich mir, dass die eine Frau erfunden haben soll. Aber wieso auch nicht.
Und klar, natürlich musste ich mit meiner Vermutung dann ins Netz, um nach der Erfinderin der Haushaltsspülmaschine zu suchen. Und siehe da. Gleich ein Volltreffer.
Um wen es sich bei der Erfinderin handelt, wird uns Eva jetzt erzählen.
Also, bitte. Wir sind gespannt.

Die Frau, die dieses Gerät erfunden hat, wurde am Weltfrauentag geboren.
Gerhard’s Kommentar dazu sinngemäß: Männer haben (früher) ja keine Hausarbeit gemacht und deshalb vielleicht nur wenige Haushaltsgegenstände erfunden.
Mich hatte das ja gewundert – ich bin so daran gewöhnt, dass “wichtige Erfindungen” allesamt von Männern gemacht wurden. Auch wenn das so nicht stimmt, wird das gerne so erzählt. Beispielsweise in der Quantenphysik – oft wird übersehen, dass Johanna van Leeuwen die zweite Person ist, die hinter dem Bohr-van Leeuwen Theorem steckt. Zugegeben, dieses Theorem kenne ich nicht – nur die Namenskombination.
Aber jetzt endlich die Geschichte der Spülmaschine.
Wer hat das jetzt erfunden?
Josephine Cochrane geboren im Jahr 1839 in Ohio. Sie war eine Urenkelin des Erfinders John Fitch.
Die wohlhabende Josephine Cochrane ärgerte sich, dass ihr Personal öfter Geschirr zerbrach. Selbst abspülen war aber auch keine dauerhafte Lösung.
Also entwickelte sie ein Gerät, das ihr diese Arbeit abnahm.
Stellt euch einen großen Kessel vor, in den das Geschirr in Körben rein gestapelt wird. Darüber bewegt sich ein Laufrad, aus dem eine Seifenlauge auf das Geschirr gesprüht wird. Ich stelle mir sowas wie eine Dusche für Geschirr vor.
Das war die erste funktionierende Geschirrspülmaschine, patentiert am 28.12.1886.
Die Spülmaschine funktionierte zunächst im Handbetrieb, später elektrisch.

Josephine Cochrane erhielt bei der Weltausstellung in Chicago 1893 den Preis für „die beste mechanische Konstruktion, Haltbarkeit und Zweckentsprechung“.

Vielen herzlichen Dank, liebe Eva, das war großartig. Schön, dass Du uns diese Maschine auch beschrieben hast. Ist schon noch anders, wie man sie von heute kennt.
Aber was wäre ein Blindnerd-Artikel, ohne Geschichten.

Hier kommen also des Sternenonkels Spülmaschinen-Geschichten.

  1. Faszination Spülmaschine
    Spülmaschine ausräumen mussten wir im Internat immer, wenn wir Küchendienst hatten. Das hat mir eigentlich auch Spaß gemacht.
    Spülmaschinen haben mich schon immer fasziniert. Da sind beispielsweise die Flügel, die sich durch den Rückstoß des Wassers drehen.
    Da ist die Klappe für den Tab, die sich automatisch mit einem hörbaren Knall öffnet.
    Da ist der Behälter für das Salz,
    sind ihre vielfältigen Geräusche und mittlerweile sind die Dinger ja auch so leise, dass ich das Blubbern in ihrem Inneren als sehr beruhigend und angenehm empfinde.
    Aber es gibt die Geräte auch in größer.
  2. Inklusiver Abwasch
    Auf unseren unzähligen Chorfreizeiten in verschiedensten Jugendherbergen liebte ich diese riesigen Spülmaschinen mit den großen Geschirrkörben. Die waren auch immer so schnell fertig, und alles war trotzdem sauber.
    Ich liebte es, diese Maschinen mit den Körben voller schmutzigen Geschirrs zu beschicken, und am anderen Ende heiß und dampfend wieder in Empfang zu nehmen.
    Dazu haben wir immer laut gesungen.
    Ja, das war sehr inklusiv, dass wir Blinden hier voll und gleichwertig mit anpacken mussten. Bei den heutigen Vorschriften, würde man uns wahrscheinlich gar nicht mehr in so eine Küche lassen, und die Jugendherbergen sind ja heutzutage eher zu Hotels mutiert.
  3. Der Spülmagnet
    Die Spülmaschinen in unserer Uni-Mensa sind ja schon richtige Waschstraßen. Dort wird das Besteck mittels sehr starken Magneten von den Tabletts gezogen. So stark sind die, dass das Besteck manchmal magnetisch bleibt. Wenn man Glück hat, kann man Gabel und Löffel in der Luft aneinander hängen. Seit dreißig Jahren gehe ich jetzt in diese Mensa, und probiere es quasi täglich aus, und freue mich, wenn es klappt.
    Magnet wird nie langweilig. Ich spiele gerne damit herum.
  4. Der Spülonaut
    Das Wortspiel werdet ihr gleich verstehen.
    Mit meiner ersten eigenen Spülmaschine hatte ich mal ein tolles Erlebnis mit dem telefonischen Kundenservice.
    Mir war eine Scherbe in das Pumpenrad geraten, sodass die Maschine nicht abpumpte. Das Glas zur fehlenden Scherbe fand ich schnell.
    Also rief ich den Service an, und fragte um Rat. Eine neue Pumpe und deren Einbau hätte fast soviel gekostet, wie eine neue Maschine.
    Der Kundenbetreuer fragte mich, ob ich mir nach seiner telefonischen Anleitung zutrauen würde, den Schaden selbst zu beheben.
    Sofort sagte ich zu. Ein Versuch war es wert. Und wenn der scheitern sollte, könnte ich immer noch einen teuren Monteur kommen lassen.
    Er erklärte mir, welche Werkzeuge ich brauchen würde. Die hatte ich alle in meinem Sortiment. Stück für Stück, Schraube für Schraube, Schritt für Schritt, führte er mich telefonisch durch die Reparatur.
    Alles funktionierte reibungslos. Klappen wurden abgeschraubt, die Pumpe freigelegt und da war sie, die Scherbe. Dann ging alles wieder rückwärts. Kurz darauf war die Maschine wieder ganz. Ich hatte nichts übrig, und sie pumpte wieder ab und lief dann noch viele Jahre ohne weitere Probleme. Kommen wir jetzt noch kurz zu der merkwürdigen Überschrift dieser letzten Kurzgeschichte.
    Habt ihr schon mal life oder vielleicht auch auf Youtube einen Außenbordeinsatz mit verfolgt, wo die Astronauten außen etwas an der Raumstation reparieren, anbringen oder verändern sollen? Das müsst ihr unbedingt mal machen.
    Genau so kam ich mir nämlich vor.
    Ich schraube an der Raumstation, und am anderen Ende sitzt die Bodenstation und gibt Anweisungen.
    Die Astronauten werden bei ihren Außeneinsätzen immer ganz exakt durch ihre Reparaturen durchgesprochen.
    Das geht so sehr ins Detail, dass sie sogar gesagt bekommen, wie viele Drehungen sie beispielsweise mit ihrem Werkzeug vollführen sollen. Sind es zu wenige, dann könnte nachher etwas undicht sein, bzw. abfallen…
    Ja, genau so fühlte es sich an.
    Am Schluss offenbarte ich dem Mitarbeiter am anderen Ende der Telefonleitung, dass er soeben einen komplett blinden Menschen durch die Reparatur geführt hat.
    Das konnte er gar nicht glauben. Er war natürlich verblüfft, und ich war sehr stolz und zufrieden.
    Oh,ich wusste gar nicht, dass ich spontan so viele ‚Spülmaschinen-Geschichten habe.

    Es wird Zeit, dass ich aufhöre, um Eva das Schlusswort zu geben, der ich an dieser Stelle nochmal meinen großen Dank für ihre Geschichte sagen möchte. Es war mir eine große Ehre, Dich heute zu Gast zu haben. Immer gerne wieder.

    Wir haben tatsächlich ein paar Haushaltsgeräte gefunden die von Männern “erfunden” wurden:
    Der Staubsauger,
    die erste mechanische Waschmaschine,
    der Standmixer
    und der Föhn.

    Genauso wie Frauen, die sehr nützliche Produkte entwickelt haben:
    Bekannt ist wahrscheinlich der Kaffeefilter von Melitta Bentz.
    Bei manchen Erfindungen gab es mehrere Personen, die dazu beigetragen haben oder unabhängig voneinander die gleiche kluge Idee hatten.
    So haben das Bügeleisen und die Nähmaschine jeweils mehrere “Mütter”.
    entwickelt und ebenso wurde Der Kühlschrank von einer Frau erfunden: Florence Parpart.
    Nicht zu vergessen Stofftiere (Margarethe Steiff),
    öffentliches Telefon,
    Taschenschirm und
    Scheibenwischer für das Auto..

    Wer hat jetzt mehr Erfindungen für “das bisschen Haushalt” gemacht? Wir können es nicht sagen. So viel steht jedenfalls fest: wir alle haben heute schon ein Gerät berührt, das von einer Frau erfunden wurde.