Zum Weltfrauentag 2025


Seid herzlich gegrüßt,
Ihr kennt das schon. Leider noch viel zu wenig, aber mindestens zum Weltfrauentag am 08.03. eines jedes Jahres stelle ich euch eine aus Astronomie und Wissenschaft vor. 2023 füllte ich mit Ihnen einen ganzen Adventskalender.
Ich darf euch an dieser Stelle unbedingt meine Kategorie „Frauen“ wärmstens empfehlen.

Prolog

Bis heute sind Frauen in naturwissenschaftlich-technischen Berufen leider noch immer unterrepräsentiert. Die Statistiken sprechen hier eine sehr deutliche Sprache. Trotz Frauenbewegung, Emanzipation, Erziehungsurlaub auch für Männer, gesetzliche Gleichberechtigung und aufgeschlosseneren Männern, ist es noch nicht gelungen, diesen Missstand in den Griff zu bekommen.
Dennoch hat es immer wieder Frauen gegeben, die trotz Benachteiligung, Unterdrückung, Bildungsverbot und Leben in einer streng patriarchaisch dominierten Gesellschaft, großartiges in Wissenschaft und Astronomie geleistet haben. Sie setzten sich in einer harten Männerwelt durch und waren vielleicht sogar öfter, als man denkt, die schlaueren Köpfe. Zumindest zeugen einige Dokumente davon, dass viele starke kluge Frauen die Fäden ihrer männlichen Professoren und Vorgesetzten in Händen hielten.

Bis in biblische Zeiten hinein, kann man diese Phänomene beobachten. Somit scheint der Satz:

Der Mann kann noch so viele Dinge bauen – Es steht und fällt ein Volk mit seinen Frauen.

mehr Wahrheitsgehalt zu haben, als Mann lieb ist.
So lasst uns den Weltfrauentag 2025 damit begehen, indem wir eine Frau würdigen, von welcher ich erst Ende 2024 hörte, eine offenbar ziemlich in Vergessenheit geratene Astronomin und deren Tochter.

Wie ich sie kennen lernte

Ich war über Silvester bei meinem besten Freund und seiner Familie, wie jedes Jahr, in Saarbrücken zu besuch. Wir feierten gemeinsam mit der dortigen Pfarrers-Familie. Die Frau brachte ein Kalenderblatt mit, auf welchem die heute vorgestellte Frau kurz portraitiert wurde. Sofort bat ich sie um das Foto dieses Kalenderblattes. Und da sie es mir gab, konnte ich weiter recherchieren und präsentiere euch heute die fast vergessene Astronomin Margareta Kirch nebst ihrer Tochter.
Das foto des Kalenderblattes darf ich euch wegen der Eigentumsrechte nicht zeigen.
Und ja, wir wissen alle, dass die Kirche zu anderen Zeiten sicherlich keine Kalenderblätter gewisser Astronomen, und Astronominnen schon gar nicht, abgedruckt hätte.
Nun aber genug der vorrede.

Margareta Kirch

Margareta Kirch (geborene Winckelmann) war eine deutsche Astronomin des 17. und 18. Jahrhunderts. Sie wurde am 25. Februar 1670 geboren und war eine der ersten bekannten weiblichen Astronominnen in Europa. Sie erlangte Anerkennung für ihre astronomischen Beobachtungen und Berechnungen, insbesondere im Zusammenhang mit der Entdeckung von Kometen und der Berechnung von Kalendern.

Margareta interessierte sich früh für Astronomie und wurde von ihrem Vater und später von Christoph Arnold, einem Amateurastronomen, unterrichtet. Während dieser Zeit lernte sie ihren späteren Ehemann, den Astronomen Gottfried Kirch, kennen. Die beiden heirateten 1692 und arbeiteten fortan als Team an der Berliner Akademie der Wissenschaften.
Margareta war eine talentierte Beobachterin und Mathematikerin. 1702 entdeckte sie als erste Frau einen Kometen, doch die Entdeckung wurde natürlich typisch für diese Zeit, zunächst ihrem Mann zugeschrieben. Obwohl sie einen bedeutenden Beitrag zur Astronomie leistete, wurde sie als Frau nicht offiziell als Astronomin anerkannt. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1710 kämpfte sie vergeblich um eine offizielle Anstellung an der Akademie. Stattdessen durfte sie nur als Assistentin ihrer Söhne weiterarbeiten.

Ihre wichtigste Entdeckung war der Komet von 1702.
Sie war die erste Frau, die selbstständig einen Kometen entdeckte. Allerdings wurde ihr diese Anerkennung, wie gesagt, zunächst nicht offiziell zugeschrieben, da wissenschaftliche Arbeiten in dieser Zeit meist nur Männern zugestanden wurden. Ihr Mann Gottfried Kirch übernahm zunächst die Veröffentlichung, gab aber später zu, dass Margareta die eigentliche Entdeckerin war.

Weiter führte sie zahlreiche astronomische Beobachtungen durch, z. B. zu Planetenkonstellationen, Sonnen- und Mondfinsternissen und beobachtete und dokumentierte Wetterphänomene.

Nach dem Tod ihres Mannes 1710 beantragte sie die offizielle Nachfolge als königlich-preußische Astronomin in Berlin, wurde aber aufgrund ihres Geschlechts abgelehnt.

Sie setzte ihre Forschungen dennoch fort und arbeitete später mit ihrem Sohn Christfried Kirch an der Berliner Sternwarte zusammen.

Margareta Kirch starb am 29. Dezember 1720. Sie wird heute als eine Pionierin der Astronomie anerkannt, die sich in einer von Männern dominierten Wissenschaftswelt behauptete und den Weg für spätere Astronominnen ebnete.

Ihre Tochter

Ihre Tochter, Christine Kirch (1696–1782), wurde ebenfalls Astronomin. Sie wurde von ihrer Mutter und ihrem Vater, Gottfried Kirch, in Astronomie und Mathematik unterrichtet.
Nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1710 unterstützte Christine ihre Mutter bei astronomischen Berechnungen und Beobachtungen. Später arbeitete sie an der Preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin, wo sie sich auf Kalenderberechnungen spezialisierte – eine damals äußerst wichtige und angesehene Aufgabe.

Obwohl Christine Kirch selbst nie offiziell als Akademiemitglied anerkannt wurde, wurde ihre Arbeit durchaus geschätzt. Sie erhielt sogar eine regelmäßige Vergütung von der Akademie, was für eine Frau in der Wissenschaft dieser Zeit bemerkenswert war.

Christine Kirch führte das astronomische Erbe ihrer Familie fort und blieb bis ins hohe Alter in der Kalenderberechnung tätig. Damit trug sie dazu bei, dass das Wissen und die Fähigkeiten ihrer Mutter weiterlebten.

Epilog

ChatGPT hat bei meiner Recherche zu diesem Artikel halluziniert, dass es sich bei Margarete Kirchs entdeckten Kometen um den Halleyschen Kometen gehandelt haben könnte. Zum Glück habe ich ihr das nicht ungeprüft durchgehen lassen.
1986 flog die Raumsonde Giotto durch den Schweif des Halleyschen Kometen. Ich war am Fernseher life dabei. Der Halley besucht uns alle 75 Jahre. War mir doch gleich so, als komme man damit nicht im Jahre 1702 heraus.
Der Halleysche Komet war in den Jahren 1682 (beobachtet von Edmond Halley) und 1758/59 (vorhergesagt von Halley und bestätigt von Johann Georg Palitzsch) sichtbar.
Schade eigentlich, dass er es nicht wahr. Ich hätte ihn ihr von ganzem Herzen gegönnt. Aber das schmälert die großartige Leistung von Margareta Kirch durchaus nicht.

Und wir merken halt mal wieder:
Die KI dreht durch, wenn man sie nicht immer an der kurzen Leine führt, die Zügel in der Hand behält, und genau weiß, wo man hin will. Jedes noch so kleine Faktum das sie liefert, will und muss geprüft werden. Nehmen wir genau dies in unser Leben und prüfen wieder etwas mehr, was so an Schein- und Halbwahrheiten oder gar an Lügen durch unsere Medien geistert.

Zum Weltfrauentag 2024 – Durchbruch am Kopierer


Meine lieben,

es ist schon wieder so weit. Heute, am 08.03. ist wieder Weltfrauentag. Spätestens seit dem Blindnerd-Adventskalender 2023 wisst ihr, dass mich vor allem Frauen in MINT-Berufen interessieren, weil Frauen dort noch immer unterrepräsentiert sind. Ich habe mittlerweile so viele Frauen gesammelt, die in derlei forschten, bzw. es noch immer tun, dass ich eine eigene Kategorie für sie eingerichtet habe, so dass auch ihr diese Beiträge leichter finden könnt. Dieser gesellen wir heute zum Weltfrauentag 2024 eine weitere Persönlichkeit hinzu, die unser aller Leben verändert hat. Sehr viele von uns haben in den letzten Jahren etwas mehrfach an sich machen lassen, das uns vor etwas sehr gefährlichem schützt. Dafür hat die heutige Person sogar den Nobelpreis für Physiologie 2023 erhalten.
Inspiriert zu diesem Beitrag haben mich die beiden Podcasts
„Behind Science“ und „@Minkorrekt“.
Außerdem habe ich heute mal das Experiment gewagt, wie gut ChatGPT aus ein paar Fakten, die ich ihr so hin geworfen habe, eine spannende Geschichte erzählen kann. In dem Fall war mir die KI keine Zeitersparniss. Ich musste so viel ändern, dass selbst schreiben vielleicht sogar schneller gegangen wäre.
Kommen wir also zu unserer heutigen Geschichte.

Katalin Karikó

In den Laboren von Szolnok in Ungarn begann Katalin Karikó ihre faszinierende Laufbahn die das Gesicht der medizinischen Forschung für immer verändern sollte. Geboren am 17. Januar 1955, schritt sie mit Entschlossenheit durch die Pfade der Biochemie und eröffnete mit dem amerikanischen Immunologen Drew Weissman ein Tor zu den Geheimnissen der RNA-vermittelten Immunaktivierung.
Ihre Forschung entfesselte eine bahnbrechende Technologie. Gemeinsam enthüllten sie, wie die Immunogenität von RNA durch geschickte Modifikationen unterdrückt werden konnte. Ein Durchbruch, der die Pforten zu einer neuen Ära der therapeutischen Anwendung von mRNA öffnete und den Grundstein für die rasante Entwicklung von COVID-19-Impfstoffen legte
die Ära der RNA-Impfstoffe hatte somit begonnen.
Doch Karikós fesselnde Geschichte beginnt nicht in den glänzenden Laboren des Erfolgs, sondern in den bescheidenen Anfängen ihrer ungarischen Heimat. Als Tochter einer Buchhalterin und eines Metzgers betrat sie die Welt der Wissenschaft mit einem unerschütterlichen Willen mit ihrem Biologiestudium an der Universität Szeged und einem Doktortitel in Biochemie.

Aber natürlich blieben Schicksalsschläge auch ihr nicht erspart.
1978 wurde sie als Informantin von der ungarischen Geheimpolizei rekrutiert, wozu sie nach eigenen Angaben erpresst wurde, indem ihr Auswirkungen auf ihre Karriere oder Repressalien gegen ihren Vater angedroht wurden. Sie habe aber niemals einen Bericht für den Staatssicherheitsdienst verfasst.

1985 verlor ihr Labor die Finanzierung, und so wagte sie mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter den Sprung in die Unbekannte – die USA. Ein riskanter Schachzug, bei dem sie 900 Pfund in einem Teddybär schmuggelten, das Ergebnis des Verkaufs ihres Autos und des Erwerbs von britischen Pfund auf dem Schwarzmarkt.
Ihre Reise führte sie durch die Labore der Temple University in Philadelphia, der University of Health Science in Bethesda und schließlich an die Medizinische Fakultät der University of Pennsylvania.

Hier kreuzten sich ihre Wege mit dem Immunologen Drew Weissman, und eine fruchtbare Zusammenarbeit begann. Es heißt, dass die beiden sich am Drucker oder Kopierer getroffen haben sollen. Er erzählte ihr von seinen Problemen, die er mit auf DNA-basierter Medizinforschung gerade hatte, und sie erklärte ihm ihren RNA-basierten Ansatz.

Schließlich traf sie Auf das Paar Özlem Türeci und Uğur Şahin.
Türeci und ihr Ehemann Uğur Şahin waren 2008 Gründer von BioNTech, einem Unternehmen, das 2020 einen mRNA-basierten Impfstoff gegen COVID-19 entwickelte.
Seit 2013 war Karikó Senior Vice Presidentin bei Biontech, eine Position, die sie Ende September 2022 aufgab. Seitdem ist sie Professorin an der Universität Szeged. Parallel dazu ist Karikó Adjunct Associate Professor of Neurosurgery an der University of Pennsylvania.

Katalin Karikó ist verheiratet mit dem Ingenieur Béla Francia. Ihre Tochter Susan Francia ist zweifache Olympiasiegerin und war mehrfache Weltmeisterin im Rudern.
Ungeachtet der Rückschläge blieb Karikó der RNA-Forschung treu. Gemeinsam mit Weissman modifizierte sie virale RNA-Moleküle, um die Abwehr menschlicher Zellen zu überlisten.

Ihre Ergebnisse wurden veröffentlicht, und Derrick Rossi von der Harvard University griff die Technologie auf, gründete 2010 das Unternehmen Moderna und ebnete den Weg für eine Revolution in der Medizin.

Im Jahr 2023 erstrahlte das Finale ihrer Reise im Glanz des Nobelpreises für Physiologie oder Medizin, eine Krönung für eine Frau, die nie aufgab. Heute, als Professorin an der Universität Szeged und Adjunct Associate Professor of Neurosurgery an der University of Pennsylvania, bleibt Katalin Karikó eine Pionierin, die die Grenzen der Wissenschaft erweitert und die Welt durch ihre Entschlossenheit verändert hat.

Forschung

Hier kommen noch einige Details zu ihrer Forschung. Wikipedia weiß dazu:

Karikó trug in langjähriger Arbeit zur Entwicklung der mRNA-Technologien bei, die die Grundlage für Impfstoffe gegen COVID-19 und für Medikamente gegen Krebs, Schlaganfälle oder Mukoviszidose bilden. Kariko und Kollegen verwendeten die Methode der Transfektion und verpackten die empfindlichen mRNA-Moleküle in Liposomen. Solche winzigen Nanopartikel kann man Tieren und Menschen injizieren, ohne eine gefährliche Immunreaktion auszulösen.
Der entscheidende Durchbruch gelang durch den Ersatz der ursprünglichen Uridin-Moleküle in den mRNAs durch Pseudouridin, wodurch Nukleosid-modifizierte mRNA entsteht. So werden im Geimpften mehr Proteine (als Antigene) gebildet. Mittels der geimpften mRNA soll der behandelte Mensch das entsprechende Protein als Antigen zur eigenen Immunisierung beispielsweise gegen SARS-CoV-2 herstellen. Die Übersetzung der mRNA in ein Protein wird als Translation bezeichnet. Die Translation ließ sich deutlich steigern, indem die mRNA vorne eine verbesserte 5′-Cap-Struktur und hinten, am 3′-Ende, eine besonders lange poly-A-Sequenz erhielt. Derart in vitro transkribierte mRNAs bilden eine neue Klasse von Medikamenten, welche die Rolle in der Gentherapie spielen könnten, die einst der DNA zugedacht war.

Ehrungen:

Noch nie habe ich eine so lange Liste von Ehrungen und Auszeichnungen gesehen, und schon gar nicht bei einer Frau. Ich bin tief beeindruckt.
• In Budapest existiert seit 2021 ein Wandbild zu ihren Ehren, ebenso in Valencia.

• 2023 erhielt sie gemeinsam mit Drew Weissman den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Geehrt wurden sie für ihre Entdeckungen zu Nukleosidbasenmodifikationen, die die Entwicklung wirksamer mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 ermöglichten.
• 2009: Ehrenbürgerin von Kisújszállás
• 2020: (Hungarian) Public Media Person of the Year Award
• 2020: Mitglied der Academia Europaean
• 2021: Ehrenbürgerin von Csongrád-Csanád
• 2021: Ehrenbürgerin von Szeged
• 2021: Rosenstiel Award mit Drew Weissman
• 2021: Ehrendoktorwürde der Universität Szeged
• 2021: Széchenyi-Preis
• 2021: Wilhelm-Exner-Medaille
• 2021: Building the Foundation Award
• 2021: Prinzessin-von-Asturien-Preis in der Kategorie „Wissenschaftliche Forschung“
• 2021: Reichstein-Medaille der Schweizerischen Akademie der Pharmazeutischen Wissenschaften
• 2021: Great Immigrant Award
• 2021: Louisa-Gross-Horwitz-Preis
• 2021: Albany Medical Center Prize
• 2021: Theodor-Boveri-Vorlesung 2021
• 2021: Semmelweis-Preis
• 2021: Keio Medical Science Prize
• 2021: Lasker~DeBakey Clinical Medical Research Award
• 2021: Dr. Paul Janssen Award for Biomedical Research
• 2021: Grande médaille de l’Académie des sciences
• 2021: Glamour Woman of the Year
• 2021: The New York Academy of Medicine Annual Award
• 2021: William B. Coley Award
• 2021: Prince Mahidol Award
• 2021: Deutscher Zukunftspreis
• 2021: Benennung eines Asteroiden nach ihr: (166028) Karikókatalin
• 2021: Bolyai-Preis
• 2021: Time Heroes of the Year (neben Drew Weissman, Kizzmekia Corbett und Barney Graham)
• 2021: Golden Plate Award
• 2021: BBVA Foundation Frontiers of Knowledge Award in Biomedizin
• 2021: Meyenburg-Preis
• 2021: 100 People Transforming Business
• 2021: Golden Goose Award
• 2021: Fellowship der American Association for the Advancement of Science
• 2021: BIAL Award für Biomedizin mit Co-Autoren
• 2021: Bill Foege Global Health Award
• 2021: Debrecen-Preis für Molekularmedizin
• 2021: Time100 Times Magazine 100 Most Influential People of the Year
• 2021: Prima Preis
• 2021: Forbes’ 50 over 50
• 2021: Ehrendoktorwürde der Duke University
• 2021: Mitglied der Académie des sciences de l’Institut de France
• 2021: Hawking Fellow der Cambridge Union Society
• 2021: Ehrendoktorwürde der Università Humanitas di Milano
• 2021: Harvey-Preis[60]
• 2022: Breakthrough Prize in Life Sciences
• 2022: Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis
• 2022: Pearl Meister Greengard Prize
• 2022: UNESCO-L’Oréal-Preis
• 2022: Louis-Jeantet-Preis
• 2022: Benjamin Franklin Medal
• 2022: Helmholtz-Medaille
• 2022: VinFuture Gran Prize
• 2022: Science for the Future Solvay Prize[64]
• 2022: Jessie Stevenson Kovalenko Medal
• 2022: Japan-Preis
• 2022: Werner-von-Siemens-Ring
• 2022: Ehrendoktorwürde der Freien Universität Brüssel (ULB)
• 2022: IVI – SK bioscience Park MahnHoon Award
• 2022: Canada Gairdner International Award
• 2022: Novo Nordisk Prize
• 2022: Mitglied der American Academy of Arts and Sciences
• 2022: Ross Prize der Feinstein Institutes
• 2022: Ehrenmitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften
• 2022: Vilcek Prize for Excellence
• 2022: Warren Alpert Foundation Prize
• 2022: Tang Prize für biopharmazeutische Forschung
• 2022: Europäischer Erfinderpreis (Lebenswerk)
• 2022: Deutscher Immunologie-Preis
• 2022: Aufnahme als Mitglied der Sektion Humangenetik und Molekulare Medizin in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
• 2022: Ehrendoktorwürde der Universität Genf
• 2022: Mitglied der National Academy of Medicine
• 2022: Harold Berger Award[77]
• 2022: Beacon Award der University of Pennsylvania
• 2022: Peter Speiser Award des Paul Scherrer Institut
• 2022: Stanford University Lifetime Achievement Award
• 2022: Ehrendoktorwürde der Eötvös-Loránd-Universität
• 2022: Ehrendoktorwürde der Radboud-Universität Nijmegen
• 2022: Ehrendoktorwürde der Rockefeller University
• 2022: Ehrendoktorwürde der Universität Tel Aviv
• 2022: Ehrendoktorwürde der Yale University
• 2022: Emilia Chiancone Medaille der Accademia Nazionale delle Scienze
• 2022: Mohammed bin Rashid Al Maktoum Knowledge Award
• 2023: Aufnahme in die National Inventors Hall of Fame
• 2023: Ehrendoktorwürde des University College Cork
• 2023: Dawson Prize in Genetics des Trinity College Dublin
• 2023: Cameron Prize University of Edinburgh
• 2023: Ehrendoktorwürde der Harvard University
• 2023: Ehrendoktorwürde der Brandeis University
• 2023: Mitglied der European Molecular Biology Organization
• 2023: Ehrendoktorwürde der Chinesischen Universität Hongkong
• 2023: Nobelpreis für Physiologie oder Medizin
• 2024: Paul-Karrer-Vorlesung und -Medaille
• 2024: ordentliches Mitglied der Päpstlichen Akademie für das Leben

Vierundzwanzigster Dezember des Blindnerd-Adventskalenders 2023

Meine lieben,

Lasst mich heute meinen Adventskalender 2023 diplomatisch schließen. Ich gebe den Heiligen Abend keiner einzelnen Frau, sondern befasse mich mit Entwicklungen von Frauen in der Wissenschaft.
Ich hoffe, dass Ihnen und euch dieser etwas andere Weihnachtskalender Freude bereitet hat.
Allen wünsche ich hiermit das beste zum Feste und ein gesundes, friedliches und erfolgreiches Jahr 2024.

Es tut sich was

Vor etwas über einem Jahr stellte die ESA ihr neues Astronaut:innen-Chor vor. Aus über 22000 Bewerber:innen wurden fünf Berufs- und fünf Reserve-Astronaut:innen ganz Europas ausgewählt. Was mich sehr daran freut ist, dass fast die Hälfte der neuen Astronaut:innen nun endlich Frauen sind. Und ja, es ist sogar einer mit körperlicher Einschränkung dabei.

Im Gegensatz

Bei der letzten Auswahl vor vierzehn Jahren war lediglich eine einzige Frau dabei, nämlich
Samantha Cristoforetti aus Mailand, Italien.
Im Podcast @Raumzeit von Tim Pritlove berichtet sie in Folge 11 über ihre Ausbildung zur Astronautin. In Folge 64 erzählt sie über ihren Aufenthalt auf der ISS.
Da hat bei der aktuellen Auswahl doch ein Umdenkprozess bei der ESA stattgefunden.

Etwas Historie

Hier ein kurzer Abriss zu Frauen im Weltall.
Die erste Frau im All war keine „weiße“ Amerikanerin, sondern Frau Walentina Tereschkowa, die 1962 im Rahmen des soviettischen Weltraumprogramms in eine Umlaufbahn um die Erde geschickt wurde. Bis heute ist sie übrigens die einzige Frau, die ohne männliche Begleitung flog.

Die zweite Frau im All war ebenfalls eine Kosmonautin, Swetlana Sawizkaja.

1983 startete die erste Amerikanerin ins all.
Sally Ride war die erste US-Amerikanerin im Weltraum und nach den Kosmonautinnen Walentina Tereschkowa und Swetlana Sawizkaja die dritte Frau, die einen Raumflug absolvierte.

Bei der letzten Auswahl von Astronaut*innen der NASA 2017 wurden immerhin schon fünf Frauen von zwölf Bewerber*innen ausgewählt. Das waren:

  1. Zena Cardman, U.S. Marine Corps Maj
  2. Jasmin Moghbeli, U.S. Navy Lt
  3. Kayla Barron
  4. Loral O’Hara
  5. Jessica Watkins

Hoffnung

Wie gut Frauen in den anderen Weltraum-Nationen im All repräsentiert sind, weiß ich nicht, aber man kann schon sehen, dass es ein langer Prozess war, bis erkannt wurde, dass das All nicht nur uns Männern gehört.
Und nun ist hier Europa auch angekommen.
Vieles hat die Raumfahrt voran getrieben. Und wenn sie sich nun auch an Gleichberechtigung und Inklusion beteiligt, kann das durchaus ein Umdenken in der Welt unterstützen, was diese Missstände betrifft.
Zu einem schönen Artikel, der die neuen Astronaut:innen vorstellt, geht es hier lang.

Und unsere heutige literarische Weihnachtsüberraschung ist ein absoluter Knaller.
Bitte dringend Lesen.

Dreiundzwanzigster Dezember des Blindnerd-Adventskalenders 2023

So, meine lieben, das vorletzte Türchen ist erreicht, in welchem eine einzelne Frau vorgestellt wird. Morgen gibt es natürlich auch Frauen, aber lasst euch überraschen.

Edith Clarke: Pionierin der Elektroingenieurinnen

Edith Clarke, geboren am 10. Februar 1883 in Howard County, Maryland, USA, war eine herausragende Elektroingenieurin und Pionierin auf ihrem Gebiet. Ihr Beitrag zur Elektroingenieurwissenschaft und ihre bahnbrechenden Arbeiten in einer von Männern dominierten Branche haben ihren Platz in der Geschichte der Technik fest verankert.
Clarke studierte Mathematik und Astronomie am Vassar College und schloss ihr Studium 1908 ab. Anschließend unterrichtete sie Mathematik, bevor sie sich entschied, eine Karriere in der Elektroingenieurwissenschaft zu verfolgen. Sie schrieb sich am Massachusetts Institute of Technology (MIT) ein und erlangte 1919 als erste Frau einen Abschluss in Elektroingenieurwissenschaften.
Ihre bedeutendste Leistung war die Entwicklung einer grafischen Methode zur Lösung von Leitungs- und Netzwerkproblemen, die als Clarke-Diagramm bekannt wurde. Dieses Diagramm ermöglichte es Ingenieuren erstmals, komplexe elektrische Netzwerke zu analysieren und zu verstehen. Diese Innovation trug nicht nur dazu bei, die Effizienz von Elektrizitätstransportnetzen zu verbessern, sondern ebnete auch den Weg für die Entwicklung moderner Stromnetze.
Edith Clarke arbeitete einen Großteil ihrer Karriere bei General Electric (GE). Dort leistete sie Pionierarbeit auf dem Gebiet der elektrischen Leitungsübertragung und trug dazu bei, die Effizienz von Stromübertragungssystemen zu optimieren. Ihre

Veröffentlichungen und Patente unterstreichen ihre technische Brillanz und ihre Fähigkeit, innovative Lösungen für komplexe technische Probleme zu finden.

Neben ihren technischen Errungenschaften war Edith Clarke auch eine Wegbereiterin für Frauen in der Elektroingenieurbranche. Sie setzte sich für die Förderung von Frauen in der Wissenschaft ein und ermutigte sie, sich in technischen Disziplinen zu engagieren. Ihre eigene Erfolgsgeschichte diente als Inspiration für zukünftige Generationen von Frauen, die in der Technik Karriere machen wollten.

Edith Clarke erhielt zahlreiche Auszeichnungen für ihre Beiträge zur Elektroingenieurwissenschaft, darunter die Auszeichnung als Fellow des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE). Ihr Erbe lebt nicht nur in ihren technischen Innovationen weiter, sondern auch in der Ermutigung von Frauen, sich in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu engagieren.

Obwohl Edith Clarke 1959 verstarb, bleibt ihr Einfluss auf die Elektroingenieurwissenschaft und die Förderung der Gleichberechtigung in der Technikwelt unbestreitbar. Ihr Lebenswerk ist ein leuchtendes Beispiel für Entschlossenheit, Intelligenz und den Beitrag von Frauen zur technologischen Entwicklung.

Und nun geht es, wie immer auf unsere heutige Blautor-Weihnachtsgeschichte.

Zweiundzwanzigster Dezember

Meine lieben,
das drittletzte Türchen heute dreht sich natürlich wieder um eine Frau. Und zwar um eine, die zu einer Minderheit gehört, weil sie anderer Hautfarbe ist. Ja, es wurde vieles unternommen und erreicht, um Menschen in Minderheiten gleiche Rechte zu geben, aber lasst euch von mir, der in der Minderheit der Menschen mit Behinderung lebt sagen, dass es hier noch vieles zu tun gibt. Über derlei lässt sich ganz besonders in der Weihnachtszeit gut nachdenken.

Shirley Ann Jackson: Eine Pionierin der Wissenschaft und Bildung

Shirley Ann Jackson ist eine herausragende Persönlichkeit, die auf verschiedenen Gebieten der Wissenschaft und Bildung Bahnbrechendes geleistet hat. Als herausragende Physikerin, hochrangige Hochschuladministratorin und engagierte Verfechterin der Förderung von Frauen und Minderheiten in der Wissenschaft hat Jackson ihre Spuren in verschiedenen Bereichen hinterlassen.
Geboren am 5. August 1946 in Washington, D.C., wuchs Shirley Ann Jackson in einer Zeit auf, in der Frauen und insbesondere afroamerikanische Frauen in der Wissenschaft stark unterrepräsentiert waren. Trotzdem entwickelte sie früh eine Leidenschaft für Mathematik und Naturwissenschaften. Ihr außergewöhnliches Talent wurde früh erkannt, und sie erhielt ein Stipendium für herausragende Studenten, das es ihr ermöglichte, an der renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) zu studieren.
Ihre akademische Laufbahn führte Shirley Ann Jackson schließlich zur Kernphysik. Im Jahr 1973 erlangte sie als erste afroamerikanische Frau einen Doktortitel in Kernphysik am MIT. Ihre Dissertation befasste sich mit dem Thema „Theoretical Studies of the Electronic Structure of Substances.“ Dies markierte den Anfang einer beeindruckenden wissenschaftlichen Karriere.
In den folgenden Jahren machte Jackson bedeutende Fortschritte in der physikalischen Forschung. Sie arbeitete an verschiedenen renommierten Institutionen, darunter das Fermi National Accelerator Laboratory und das CERN in Genf. Ihre Arbeit trug wesentlich dazu bei, das Verständnis von Teilchenphysik und Quantenmechanik zu vertiefen.
Nach ihrer Zeit in der Forschung wechselte Shirley Ann Jackson in den Bereich der Hochschulverwaltung. Ihre Vision und Führungsfähigkeiten führten sie 1995 an die Spitze des Rensselaer Polytechnic Institute (RPI), wo sie zur Präsidentin ernannt wurde. Unter ihrer Leitung entwickelte sich die Hochschule weiter zu einem Zentrum für innovative Forschung und Bildung.
Eine der bemerkenswerten Initiativen von Jackson als Hochschuladministratorin war die Förderung von Vielfalt in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Sie setzte sich aktiv für die Rekrutierung und Unterstützung von Frauen und Minderheiten in diesen Disziplinen ein, um eine breitere Vertretung in der Wissenschaft zu ermöglichen.
Shirley Ann Jackson ist nicht nur eine herausragende Wissenschaftlerin und Hochschuladministratorin, sondern auch eine einflussreiche Persönlichkeit in verschiedenen Gremien und Organisationen. Sie hat mehrere bedeutende Auszeichnungen erhalten, darunter die National Medal of Science und die Vannevar Bush Award for Public Service.
Insgesamt hat Shirley Ann Jackson mit ihrem Engagement für Spitzenleistungen in der Wissenschaft, ihrer Förderung von Vielfalt und Gleichberechtigung sowie ihrer erfolgreichen Hochschulverwaltung einen bleibenden Einfluss hinterlassen. Ihre Lebensgeschichte dient als Inspiration für zukünftige Generationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, insbesondere für Frauen und Angehörige von Minderheiten, die ihre Träume in der Welt der Wissenschaft verfolgen möchten.

Und wie immer, darf auch unsere Weihnachtsgeschichte nicht fehlen.

Einundzwanzigster Dezember des Blindnerd-Adventskalenders 2023

Meine lieben,
wie schön ist es doch, wenn man auch noch kurz vor Weihnachten etwas neues lernen darf. Unsere heutige Wissenschaftlerin befasste sich mit etwas, wo von ich noch nie etwas gehört habe, und wenn, dann wusste ich nicht im Ansatz, was das gewesen sein soll. Nicht, dass ich ihren Forschungsgegenstand jetzt verstanden hätte, aber vielleicht reicht mein Halbwissen ja jetzt wenigstens für eine Party-Klugscheißerei. Wir werden sehen.

Chien-Shiung Wu: Die vergessene Heldin der Physik

Chien-Shiung Wu, geboren am 31. Mai 1912 in Shanghai, China, war eine herausragende Physikerin, die maßgeblich zum Verständnis der Kernphysik beigetragen hat. Obwohl sie während ihrer Karriere zahlreiche bedeutende Entdeckungen gemacht hat, bleibt ihr Name oft im Schatten ihrer männlichen Kollegen. Dieser Artikel würdigt das beeindruckende Erbe von Chien-Shiung Wu und ihre entscheidende Rolle in der Welt der Wissenschaft.

Chien-Shiung Wu zeigte schon früh eine außergewöhnliche Begabung für Mathematik und Naturwissenschaften. Ihre akademische Laufbahn begann sie an der Nationalen Zentraluniversität in Nanking, wo sie Physik studierte. Nach ihrem Bachelorabschluss im Jahr 1934 setzte sie ihre Studien in den Vereinigten Staaten fort und erwarb 1936 ihren Masterabschluss an der University of Michigan. Später promovierte sie an der University of California, Berkeley, und begann ihre Forschungstätigkeit im Bereich der Kernphysik.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Chien-Shiung Wu Teil des berühmten Manhattan-Projekts, das sich mit der Entwicklung der Atombombe befasste. Ihre Arbeit trug wesentlich dazu bei, die Uran-Isotope zu trennen und somit die Grundlage für die spätere Herstellung von Plutonium zu legen. Wu spielte eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Methoden zur Massenspektrometrie, die die Analyse von Isotopen ermöglichten.

Chien-Shiung Wu erlangte weltweite Anerkennung durch ein Experiment, das als das „Wu-Experiment“ bekannt wurde. In den 1950er Jahren arbeitete sie mit Kollegen an der Columbia University an Experimenten zur Paritätsverletzung in der schwachen Wechselwirkung. Ihre Arbeit trug dazu bei, eine grundlegende Lücke im Verständnis der Physik zu schließen. Das Wu-Experiment widerlegte die Annahme, dass die schwache Wechselwirkung die Parität, eine Symmetrieoperation, erhält. Dies war eine bahnbrechende Entdeckung, die später mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Trotz ihrer beeindruckenden Leistungen erhielt Chien-Shiung Wu nie den Nobelpreis. Dies führte zu Kontroversen und Diskussionen über die Rolle von Frauen in der Wissenschaft und die Ungleichheiten, denen sie gegenüberstehen. Wu selbst äußerte sich selten zu diesen Fragen, konzentrierte sich jedoch weiterhin auf ihre Forschung und ihre Lehrtätigkeiten.

Chien-Shiung Wu hat einen unverkennbaren Beitrag zur Physik geleistet und zahlreiche Hürden überwunden, die Frauen in der Wissenschaft oft im Wege stehen. Ihr Vermächtnis lebt in den wissenschaftlichen Entdeckungen fort, die sie ermöglicht hat, und in der Inspiration, die sie für kommende Generationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern darstellt. Es ist an der Zeit, die vergessene Heldin der Physik gebührend zu würdigen und ihr einen Platz im Pantheon der Wissenschaft zu geben.

So, und nach dieser vielen Theorie, stimmen wir uns literarisch langsam auf den Heiligen Abend ein.

Zwanzigster Dezember des Blindnerd-Adventskalenders 2023

Meine lieben,
auch die heutige Frau befasst sich mit einer Wissenschaft, in welcher ich mich so überhaupt nicht auskenne. Aber was sie entdeckte ging durch alle Medien, und lieferte erheblichen Diskussionsstoff in Wissenschaft, Philosophie, Ethik und Religion. Es ist vermutlich mal wieder so eine Entdeckung, die, wie so vieles Fluch und Segen gleichzeitig ist.

Jennifer Doudna ist eine renommierte Biochemikerin und Molekularbiologin, die für ihre bahnbrechenden Beiträge zur Gentechnik und Genom-Editierung bekannt ist. Geboren am 19. Februar 1964 in Washington, D.C., hat Doudna eine beeindruckende Karriere in der Wissenschaft hinter sich.
Doudna erwarb ihren Bachelor-Abschluss in Biochemie an der Pomona College und promovierte dann in Biochemie und Molekularbiologie an der Harvard University. Ihre Forschung konzentrierte sich auf die Struktur und Funktion von RNA-Molekülen, insbesondere auf Ribozyme, die katalytische RNA-Spezies.
Ein bedeutender Meilenstein in Doudnas Karriere war ihre Zusammenarbeit mit Emmanuelle Charpentier, einer französischen Mikrobiologin. Gemeinsam entwickelten sie die bahnbrechende CRISPR-Cas9-Technologie, eine Methode zur gezielten Genom-Editierung. Diese Technologie ermöglicht es, Gene präzise zu verändern, zu reparieren oder zu entfernen und hat das Potenzial, zahlreiche Anwendungen in der Medizin, Landwirtschaft und Biotechnologie zu revolutionieren.
Die CRISPR-Cas9-Technologie hat bereits dazu beigetragen, Fortschritte in der Gentherapie, der Erforschung genetischer Krankheiten und der Entwicklung von resistenten Pflanzen in der Landwirtschaft zu erzielen. Der Durchbruch von Doudna und Charpentier führte zu zahlreichen Auszeichnungen und Anerkennungen, darunter der Nobelpreis für Chemie im Jahr 2020.
Jennifer Doudna ist nicht nur eine herausragende Wissenschaftlerin, sondern auch eine engagierte Verfechterin der ethischen Anwendung von Genom-Editierung. Sie hat sich aktiv an Diskussionen über die ethischen Implikationen und den verantwortungsbewussten Einsatz dieser Technologie beteiligt.
Als Professorin für Molekular- und Zellbiologie sowie Chemie an der University of California, Berkeley, setzt sich Doudna weiterhin für die Ausbildung und Förderung von Wissenschaftlern ein. Ihr Beitrag zur Wissenschaft und ihre Fähigkeit, komplexe Forschungsergebnisse einem breiten Publikum zugänglich zu machen, haben sie zu einer inspirierenden Figur in der wissenschaftlichen Gemeinschaft gemacht.
Insgesamt hat Jennifer Doudna durch ihre wegweisenden Arbeiten in der Genom-Editierung und ihre engagierte Haltung gegenüber ethischen Fragen einen bedeutenden Einfluss auf die moderne Biowissenschaft und die Gesellschaft als Ganzes ausgeübt.

Undn nun darf auch heute unser literarisches Leckerli nicht fehlen.

Neunzehnter Dezember des Blindnerd-Adventskalenders 2023

Meine lieben,
noch nie habe ich vorher von dieser Frau gehört, aber als ich es tat, war ich sofort begeistert. Die muss einfach rein in den Adventskalender.

Rachel Carson: Pionierin der Umweltbewegung
Rachel Carson, geboren am 27. Mai 1907 in Springdale, Pennsylvania, und gestorben am 14. April 1964 in Silver Spring, Maryland, war eine herausragende Meeresbiologin, Naturforscherin und Verfasserin, die als eine der Wegbereiterinnen der modernen Umweltbewegung gilt. Ihr bahnbrechendes Werk „Silent Spring“ (1962) hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf die Umweltdebatte und trug maßgeblich zur Gründung der Umweltschutzbewegung bei.
Die frühen Jahre:
Rachel Carsons Interesse an der Natur wurde bereits in ihrer Kindheit geweckt. Sie studierte Biologie an der Pennsylvania College for Women (heute Chatham University) und erwarb später einen Master-Abschluss an der Johns Hopkins University. Ihr Weg führte sie in die Welt der Meeresbiologie, wo sie sich auf marine Lebensformen spezialisierte.
Meilensteine in der Karriere:
Carson begann ihre berufliche Laufbahn beim U.S. Bureau of Fisheries und schrieb erste Artikel über Meeresbiologie. Ihr erstes Buch, „Under the Sea-Wind“ (1941), erntete bereits Anerkennung, aber es war „The Sea Around Us“ (1951), das sie weltweit bekannt machte. Das Buch gewann den National Book Award und verbrachte Wochen auf der Bestsellerliste der New York Times.
Silent Spring:
Carsons bahnbrechendes Werk, „Silent Spring“, rüttelte die Welt auf. Das Buch prangerte die Auswirkungen von Pestiziden, insbesondere DDT, auf die Umwelt an. Carson warnte vor den Folgen des exzessiven Einsatzes chemischer Pestizide und argumentierte überzeugend für einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt. Ihre klare Sprache und die kritische Analyse beeindruckten Leser und schockierten gleichzeitig durch die Enthüllung der Umweltauswirkungen.
Ein Vermächtnis:
Trotz heftiger Kritik von Teilen der Chemieindustrie führte „Silent Spring“ zu einer verstärkten öffentlichen Sensibilisierung für Umweltfragen. Die Umweltschutzbewegung gewann an Schwung, und es wurden Gesetze erlassen, die den Einsatz von gefährlichen Chemikalien regulieren sollten.
Rachel Carson erlag 1964 einem Krebsleiden, doch ihr Erbe lebt weiter. Ihr Einfluss auf die Umweltbewegung ist unbestreitbar, und sie wird als Vorreiterin des Umweltschutzes und als Stimme für die Natur in Erinnerung bleiben. Zahlreiche Naturschutzgebiete und Umweltorganisationen tragen ihren Namen und setzen ihr Werk fort. Rachel Carson hat die Welt nicht nur durch ihre Forschung, sondern auch durch ihre unerschütterliche Überzeugungskraft und ihren klaren Verstand nachhaltig geprägt.

Und nun kommt noch die Weihnachtsgeschichte

Achtzehnter Dezember des Blindnerd-Adventskalenders 2023

Meine lieben,
im Artikel zum 18. Dezember würdigen wir eine Frau, die sich wissenschaftlich mit dem „Funkeln“ der Sterne befasste. Das meiste Funkeln hier auf Erden entsteht zwar durch die Bewegung unserer Atmosphäre, aber es gibt tatsächlich Sterne, die periodisch ihre Helligkeit verändern. Unsere Sonne tut das auch, aber für uns nicht sichtbar.

Henrietta Swan Leavitt, geboren am 4. Juli 1868 in Lancaster, Massachusett, gestorben am 12. Dezember 1921 in Cambridge, Massachusetts war eine US-amerikanische Astronomin. Sie entdeckte 1912 die Perioden-Leuchtkraft-Beziehung, das heißt den Zusammenhang zwischen der absoluten Leuchtkraft der Sternklasse der Cepheiden (Helligkeitsveränderliche Sterne) und deren Perioden unterschiedlicher Helligkeit. Sie legte damit den Grundstein zur Verwendung der Cepheiden als Standardkerzen, um zunächst Entfernungen zu nahe gelegenen Galaxien bestimmen zu können.
Ich finde es äußerst bemerkenswert, dass es einen zuverlässigen Zusammenhang zwischen der Periode in welcher so ein Stern heller und dann wieder dunkler wird und der absoluten Helligkeit gibt. Somit eignet sich dieser Zusammenhang tatsächlich zur Entfernungsbestimmung, denn die Helligkeit konnte man schon ganz gut messen, und wenn man jetzt noch die „Blink-Periode“ betrachtet, dann klappt das mit der Entfernungsbestimmung schon ganz gut.

Levitts Methode reicht bis zu einer Entfernung von 20 Millionen Lichtjahren. Bevor Levitt diese Beziehung bemerkte, benutzten Astronomen Parallaxe und Triangulation die bis zu einigen hundert Lichtjahren benutzt werden können. Unsere Galaxie, die Milchstraße, ist aber schon 105700 Lichtjahre groß. Für das Messen von größeren Entfernungen benutzt man auch die maximale Masse von weißen Zwergen. Das ist aber eine andere Geschichte…

Für Astronomie interessierte sie sich bereits schon in der Schule. Durch eine Krankheit wurde sie fast vollkommen taub. Trotzdem bekam sie 1895 am Harvard College Observatory eine Volontärstelle, und sieben Jahre später wurde ihr eine feste Anstellung angeboten (für 30 Cent die Stunde). Dort beobachtete und katalogisierte Leavitt veränderliche Sterne, allein 1904 konnte sie 172 veränderliche Sterne in der großen und 59 in der kleinen Magellanschen Wolke entdecken. Ihre Beobachtungen musste sie auf die Auswertung von Fotografien beschränken, weil Frauen der Gebrauch des Teleskops verboten war.
Interessant ist an dieser Stelle, dass der gehörlose Astronom John Goodricke sich mit ganz ähnlichen Dingen beschäftigte. Die beiden konnten sich nicht gekannt haben.
Über ihn schrieb ich in meinem Buch in „Wissenschaftler mit vier Sinnen“.
Ein Jahr darauf berichtete sie von 843 neuen veränderlichen Sternen in der kleinen Magellanschen Wolke. 1912 entdeckte Leavitt die Perioden-Leuchtkraft-Beziehung bei Cepheiden.
1913 gelang dem Astronomen, Ejnar Hertzsprung dann die Bestimmung der Entfernung einiger Cepheiden der Milchstraße, womit die Entfernung zu allen Cepheiden kalibriert werden konnte. Als 1920 durch Edwin Hubble Cepheiden identifiziert wurden, die Millionen Lichtjahre entfernt lagen, wies er mit Hilfe des Modells von Leavitt nach, dass es sich dabei um Sterne in anderen Galaxien wie in der Andromedagalaxie handelte. Auch konnten erstmals Entfernungen zwischen verschiedenen Galaxien bestimmt werden. Vor diesen Entdeckungen konnte man nur mit Entfernungen bis zu 100 Lichtjahren rechnen, danach stellten Distanzen bis zu 10 Millionen Lichtjahren kein Problem mehr dar.
In all den Jahren der Beobachtung des Sternenhimmels konnte Leavitt vier Novae beobachten und über 2400 neue veränderliche Sterne entdecken. Außerdem entwickelte sie eine neue photographische Messtechnik, die 1913 internationale Anerkennung fand und unter dem Namen Harvard-Standard bekannt ist.
Henrietta Swan Leavitt gilt als Pionierin der Wissenschaft, und das nicht nur, weil sie eine der wenigen und ersten Frauen in höheren Wissenschaften war. Sie war Mitglied in diversen Verbindungen wie

  • Phi Beta Kappa, der American Association of University Women,
  • der American Astronomical and Astrophysical Society,
  • der American Association for the Advancement of Science
  • und ein Ehrenmitglied der American Association of Variable Star Observers.

1921 starb Henrietta Swan Leavitt an Krebs. Zu ihren Ehren tragen der 1973 entdeckte Asteroid (5383) Leavitt und ein Mondkrater (Mondkrater Leavitt) ihren Namen. In Unkenntnis ihres Todes erwog der schwedische Mathematiker Gösta Mittag-Leffler 1925, Leavitt für einen Nobelpreis vorzuschlagen. Da dieser jedoch nicht postum verliehen wird, ging sie letztlich leer aus.

Und nun geht es wie immer zum Schluss zu unserer literarischen Weihnachtsgeschichte.

Siebzehnter Dezember des Blindnerd-Adventskalenders

Meine lieben,
zum dritten Advent 2023 ehren wir eine Frau, die die Mondfahrt erst möglich machte.

Margaret Hamilton, geboren am 17. August 1936, ist eine Pionierin der Informatik, deren Beitrag zur Entwicklung von Softwarearchitektur und -technologie einen entscheidenden Einfluss auf die Computerrevolution hatte. Ihr Name wird oft in einem Atemzug mit der Apollo-Mondmission genannt, aber ihre Karriere und Innovationen erstrecken sich weit darüber hinaus.

Margaret Hamilton studierte Mathematik an der Earlham College in Indiana und schloss ihr Studium 1958 ab. Schon während ihrer College-Zeit zeigte sie ein herausragendes Interesse an Mathematik und Logik, was später für ihre Erfolge in der Softwareentwicklung von entscheidender Bedeutung sein sollte.

Ihre Karriere begann sie am Massachusetts Institute of Technology (MIT), wo sie am Draper Laboratory als Programmiererin tätig war. Dort begann sie, sich mit Softwareentwicklung und Systemarchitektur auseinanderzusetzen, was zu dieser Zeit noch ein aufstrebendes und wenig erforschtes Gebiet war.

Der Wendepunkt in Hamiltons Karriere kam in den 1960er Jahren, als sie für das Apollo-Programm der NASA arbeitete. Sie leitete das Softwareentwicklungsteam des Instrument-Flugrechners, der für die Navigation und Steuerung der Apollo-Raumfahrzeuge verantwortlich war. Während dieser Zeit entwickelte sie das Konzept des „Software Engineering“ und trug dazu bei, Standards und Methoden für die Softwareentwicklung zu etablieren.

Hamilton und ihr Team führten wegweisende Konzepte wie „Priority Scheduling“ und „End-to-End Testing“ ein. Das Konzept des Priority Scheduling ermöglichte es, kritische Aufgaben mit höchster Priorität in den Vordergrund zu stellen, was für die Sicherheit der Apollo-Missionen von entscheidender Bedeutung war. Das End-to-End Testing, bei dem die gesamte Softwareumgebung simuliert wurde, half, potenzielle Fehler und Schwachstellen zu identifizieren, bevor die Software in den Weltraum geschossen wurde.

Margaret Hamiltons Beitrag zum Apollo-Programm und ihre wegweisenden Ideen in der Softwareentwicklung haben ihre Spuren hinterlassen. Ihr Erbe ist nicht nur in den Weiten des Weltraums zu finden, sondern auch in der Art und Weise, wie Softwareentwicklung heute betrieben wird. Sie gründete später ihre eigene Softwarefirma, Hamilton Technologies, und setzte sich weiterhin für Standards in der Softwareentwicklung ein.

Ihre herausragenden Leistungen wurden mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt, darunter die NASA’s Exceptional Space Act Award. Im Jahr 2016 wurde sie mit der Presidential Medal of Freedom, der höchsten zivilen Auszeichnung in den USA, geehrt.

Margaret Hamilton ist zweifellos eine Wegbereiterin der Informatik, die mit ihrer Arbeit die Grundlagen für die heutige Softwareentwicklung legte. Ihr Einfluss erstreckt sich weit über die Apollo-Mission hinaus und wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiterhin in der sich ständig weiterentwickelnden Welt der Technologie spürbar sein. Margaret Hamilton bleibt eine Inspiration für künftige Generationen von Informatiker:innen und Ingenieur:innen, die die Grenzen des Möglichen in der Softwareentwicklung neu definieren wollen.

Wie spannend das Auspacken eines Weihnachtsgeschenkes sein kann, erfahren wir in unserer heutigen Weihnachtsgeschichte .