Meine lieben,
ich hoffe, ihr hattet eine schöne Weihnachtszeit. Meine war mit guten Freunden, viel Musizieren und gutem Essen und guten Weines sehr schön.
Hier kommt, was kommen muss. Viele von euch kennen es schon, mein obligatorischer Jahresrückblick 2025.
Wie immer, wieder etwas länglich, aber da müsst ihr jetzt einfach durch und meine Bauchpinselei ertragen.
Irgendwie war das gefühlt für mich ein Jahr voller Sendungen, Podcasts und nur wenig Life-Auftritten. Ich kann euch aber sagen, dass mir das ganz recht war und mittlerweile auch ist. Solche Lesereisen etc. mit Übernachtung und manchmal noch ohne Begleitung sind nichts mehr für mich. Außerdem war ich eigentlich das ganze Jahr, vor allem in der letzten Hälfte mental, psychisch und gesundheitlich sehr angeschlagen und gebeutelt.
Aber springen wir rein, was trotz aller Widrigkeiten möglich war.
Viel Spaß bei des Sternenonkels Rückschau auf 2025.
09.01. Radiosendung der Blindnerd in der Friedensbewegung
Noch im alten Jahr geplant, aber im neuen Jahr gesendet. Vielleicht erinnert ihr euch noch an meinen Blindnerd-Artikel „Der Blindnerd in der Friedensbewegung“, den ich wegen des Ausbruches dieses unsäglichen Krieges in Europa geschrieben habe.
Aus diesem Artikel durfte ich auf unserer Blautor-Lesebühne und ins Blindzeln-Radio GEMA-Frei senden, weil wir zwei Monate GEMA gesponsert bekamen. Großer Dank dafür.
Also sprach ich den Artikel auf, reicherte ihn mit den passenden Friedensliedern an, und sendete die Sendung. Da ich die Sendung mit den Liedern euch nicht schicken darf, kommt hier wenigstens die Liederliste .
Eigentlich plante ich, dass mir die KI Youtube-Links oder so was schickt, damit ihr die Lieder gleich anhören könnt. Aber ich konnte machen, was ich wollte. Sie war dafür zu blöd. Ich bastele die Liste dann eben mühsam von Hand. Das nervt halt, weil ich dann immer bei der Prüfung mir erst die Werbung von Youtube anhören muss.
Also backen wir zunächst mal kleine Brötchen mit der Liste der Songs und dem Link zum Artikel.
- Gut wieder hier zu sein, Hannes Wader
- Blowing in the wind, gesungen von Joan Baez
- Gegen die Strömung, Udo Lindenberg
- Ali, Udo Lindenberg
- Und trotzdem weiter, Ape Beck und Brinkmann
- Die Freiheit, Georg Danzer
- The Universal Soldier, Donovan
- Rosen im Dezember, Hannes Wader
Der Artikel, den ich meine, heißt:
Der Blindnerd in der Friedensbewegung
27.01. Des Sternenonkels Kinderträume
Auf einem Open-Air habe ich einmal versucht, die Astronomie und Musik zusammen zu führen. Dankbar funktioniert das, wenn man Kinder mit ins Boot nimmt. Aus diesem Format erwuchs eine Radiosendung „Des Sternenonkels Kinderträume“, wo ich genau das versuchte. Ein anderer Versuch in diese Richtung war „Astropop Ende 2024.
Leider kann und darf ich euch diese Sendungen nicht anbieten. Ich denke mal darüber nach, wie es doch klappen könnte, weil es zu diesen beiden Sendungen keinen Blog-Eintrag, wie bei obiger Friedens-Sendung gibt.
Wer mag, darf mich gerne danach fragen. Wir finden einen Weg.
27.03. Frühlingsakademie
Diese Projektwoche lässt Studierende aller Fachrichtungen mal über den Tellerrand blicken. „Es war einmal vor langer Zeit, in einer weit weit entfernten….“ Halt, da waren wir falsch. Aber lang ist es trotzdem her, als ich einen Text zum Thema „Barrierefreie Dokumente helfen allen“ schrieb. Also griff ich den Artikel auf, machte Folien daraus und durfte ein sehr spannendes Publikum dafür sensibilisieren, wie man Dokumente barrierefrei gestalten kann. Und ja, ich richtete es mir dann zeitlich schon so ein, dass ich ihnen kurz die Astronomie als barrierefreies Hobby vorstellte, und dann schickte ich sie noch unter der Augenbinde mit Blindenstöcken durch unsere Flure. Das war ein sehr gelungener Nachmittag, den ich da für meine Alma Marter und jetzigen Arbeitgeber anbieten durfte.
Der Text zu barrierefreien Dokumenten ist bis heute aktuell und vielleicht auch für euch spannend, wenn ihr Dokumente erstellen sollt.
Hier ist er:
Barrierefreie Dokumenten nützen allen
18.04. Mein Ostergruß der durch die Decke ging
Entweder der Artikel mit der Thermosflasche von letztem Jahr, oder dieser Osterartikel waren diejenigen, die am meisten Resonanz erzeugten.
Wir wechselten österlich die Perspektive, und versetzten uns in einen Außerirdischen, der sich langsam durch unsere Radiosphäre auf uns zu bewegt. Wir erlebten, was er dort so schalenartig hören kann.
Hier die beiden Links zu den meist kommentierten Artikeln:
Was wäre, wenn…
Die große Thermoskanne
07.05. Planetarium Karlsruhe
Naja, was soll ich sagen. Dass Karlsruhe jetzt ein kleines Planetarium besitzt, erfüllt mich mit deutlich mehr Stolz als karlsruhes Fußballmannschaft.
Und dass mir die Ehre zu Teil wurde, zu seiner Eröffnung geladen zu werden, und was das für ein großartiges Fest war, beschrieb ich ja ausführlich in
Was, ihr habt noch keins?.
14.05. Inklusionsberatung Simon-Marius-Gesellschaft
Mit einem weinendem und einem lachenden Auge gehe ich mit Anfragen von Sternwarten, Astronomievereinen etc. um, wenn sie mir ihr Anliegen vortragen, dass sie gerne ihren Internetauftritt ab jetzt barrierefrei gestalten möchten.
Das lachende Auge freut sich natürlich, wenn hier der Wunsch und das Bewusstsein für derlei wächst.
Das weinende Auge muss aber leider manchmal feststellen, dass die Seiten historisch so gewachsen sind, und dann noch von verschiedenen Menschen erstellt wurden, dass der Umbau zu Barrierefrei kaum möglich ist. Neu machen geht da oft besser und schneller, und dafür fehlen die Menschen, die Zeit und das Geld. Naja, dann kann man höchstens noch da und dort was verbessern, oder eine Strategie beschreiben, wie die Seiten wenigstens ungefähr bedienbar sind. Meistens geht es ja ein bisschen, und man kommt trotz aller Barrieren recht weit, wenn man weiß, wie. Wie auch immer. Wer so ein Anliegen hat, darf sich gerne an mich wenden. Versprechen kann ich nichts, aber irgend etwas geht meistens. Und wenn die Seiten für das öffentliche Leben gedacht sind, z. B. eine städtische Sternwarte, Planetarium, oder so, dann sollten diese ohnehin schon seit letztem Sommer barrierefrei sein…
17.05. KIT Tag der offenen Tür und U2G
Auf dieser Veranstaltung präsentierten wir unsere Arbeiten zu verschiedensten Gebieten.
Bei mir durften die Besucher taktile Materialien ertasten. Drei mal dürft ihr raten, welche. Genau, u. A. viel astronomisches. Dann durften sie Punktschrift schreiben, mit dem Blindenstock gehen und für ganz nerdige Menschen gab es dann auch noch einen Blick durch das sprechende Handplanetarium Universe2Go. Das sorgte natürlich für viel Verblüffung, denn kaum einer glaubt, dass blinde Menschen etwas mit dem Sternenhimmel am Hut haben.
Ich habe ein altes Iphone, wo für es langsam keine Updates mehr gibt, das jetzt nur noch für U2G benutzt wird. Normalerweise führe ich meine abgelegten Smartphones immer sozialen Zwecken zu. Naja, das ist ja auch einer…
Wer mal erfahren möchte, wie ich mit diesem Handplanetarium arbeite, findet Befriedigung seiner Neugier in
Meinem Merkurtransit im Nachgang.
20.05. Interview mit Bad. Zeitung
Für eine Veranstaltung, mein Higlight 2025, führte eine Reporterin mit mir ein sehr langes und ausführliches Interview. Daraus erwuchs ein sehr langer Artikel. Mindestens eine halbe Seite über mehrere Spalten hinweg. So eine Feinfühligkeit habe ich noch nie erlebt. Die Reporterin war super vorbereitet. Sensible Themen wurden mit Respekt und aller Würde behandelt. Sie hat alles verstanden, was ich erzählte. Sie hat in ihrem Interview es geschafft, ganz ohne Klischees zu arbeiten. Ich sage euch. In meiner Pressekiste, denn ein Ordner oder eine Mappe reichen längst nicht mehr, kann sich kein anderer Zeitungsartikel damit messen.
Es war kein Artikel über mich, sondern es war ein Artikel mit mir. Leider steckt der Artikel hinter einer Paywall. Aber wer bei der Badischen Zeitung ein Abonnement hat, wird ihn finden.
23.05. Sensibilisierung auf der Messe Rehab – Akademie der Fahrschullehrer
Das wusste ich überhaupt nicht, dass angehende Fahrschullehrer eine Akademie besuchen müssen. Der Professor hatte die Idee eines Sensibilisierungstages für seine Fahrschullehrer:innen.
Im Rahmen der Hilfsmittelmesse Rehab, in Karlsruhe, durften die Beauftragte für Menschen mit Behinderung der Stadt Karlsruhe, die im Rollstuhl sitzt, und ich, einen Vortrag gestalten.
Es ging hier eher um Barrieren und Probleme im Straßenverkehr und weniger um Astronomie, aber es kamen sehr viele Fragen und hat einen riesigen Spaß gemacht. So funktioniert Sensibilisierung. Wir haben so viel gelacht.
27.05. KATE-Ringvorlesung „Explore the Universe with four senses“
KATE ist ein Forschungsprojekt, das ganz viele Bereiche zu Accessibility abdeckt. Von Exo-skelett, Robotik, KI-Unterstützung bei verschiedensten Beeinträchtigungen, aber auch für richtige Sprache etc. ist alles dabei.
Jedes Semester findet in diesem Rahmen eine Ringvorlesung statt, wo Experten zu verschiedenen Themen eingeladen werden.
Mir wurde diesmal die Ehre zu Teil, mal zeigen zu dürfen, wie blinde Menschen ein Hobby betreiben, das viele nur für Menschen mit Sehvermögen denken. Also hielt ich den Vortrag „Explore the Universe with four Senses“. Leider gehen diese Vorträge auf Englisch mir nicht so leicht von der Hand. Man kann viel weniger lyrisch, spontan, witzig etc. sein. Aber ich denke, es war ganz gut.
26.06. Explore the Universe with four senses (University Brno)
Für unsere Gäste der Universität Brno, hielt ich diesen Vortrag dann nochmal. Dort war es etwas leichter, weil wir uns sehr gut kennen und weil die an ihrer Universität auch Menschen mit Blindheit unterstützen. Da musste ich dann nicht alles erklären.
08.07. Auftritt in Schopfheim-Farnau
Und da sind wir nun beim Highlight 2025.
Seit fast 15 Jahren gebe ich nun schon Vorträge, Lesungen und Workshops. Aber nie fand eine Veranstaltung in meinem Geburtsort statt. Meine Familie war noch nie in einer meiner Veranstaltungen. Und das hat nun endlich stattgefunden.
Die Stadt Schopfheim schaffte sich im Rahmen eines Inklusionsprojektes eine Rikscha für Ausflüge für Senioren an. Und in diesem Zusammenhang kam der landeskirchliche Beauftragte für Inklusion ins Spiel. Der leitet den Evang. Blinden- und Sehbehindertendienst Baden, in dessen Vorstand ich Schriftführer bin. Dieser nette Mensch schlug der Pfarrerin in Schopfheim eine Veranstaltung mit mir vor, weil die Astronomie so inklusiv ist.
Er wusste nicht, dass ich in dieser Stadt geboren bin.
Und so kam es zu dieser wunderbaren Veranstaltung. Der Raum war knallvoll, so dass wir noch mehr Stühle brauchten. Und was für mich sehr berührend war, wer von meiner Familie konnte, war da. Das war um so intensiver, weil unsere Familie naja, sagen wir mal so: „Unter jedem Dach ein Ach“…
Ich bin aber davon überzeugt, dass meine Veranstaltung unsere Familie wieder etwas näher zusammen geführt hat. Wir schreiben und hören uns wieder öfter und wissen, wie es den anderen geht.
Rund um diese Veranstaltung erschienen insgesamt drei oder vier Zeitungsartikel, die ich euch alle nicht zeigen kann. Aber die beeindruckende Beschreibung des Ankündigungsposters und Flyers von ChatGPT darf ich auf jeden Fall mit euch teilen.
Schaut mal:
Sehr gern – hier ist eine ausführliche Bildbeschreibung des Veranstaltungsplakats für den blinden Diplom-Informatiker und Referenten Gerhard Jaworek:
Bildbeschreibung des Veranstaltungsplakats „Blind zu den Sternen“
Das Plakat ist visuell sehr eindrucksvoll gestaltet und vermittelt durch Bildsprache, Farben und Schrift eine besondere Atmosphäre zwischen Technik, Raumfahrt und Inklusion. Der Gesamteindruck ist modern, inspirierend und klar strukturiert.
1. Hintergrundmotiv
Der Hintergrund zeigt ein eindrucksvolles, hochauflösendes Weltraumbild:
• Man blickt aus dem All auf die Erde hinunter. Die Erdkrümmung ist klar erkennbar, mit einem leuchtenden Streifen an der Kante – dort geht gerade die Sonne auf oder unter.
• Der Himmel darüber ist tiefschwarz mit einzelnen Sternpunkten.
• Wolkenformationen über der Erde sind im Gegenlicht sichtbar, sie wirken plastisch und realistisch.
• Der Sonnenaufgang (oder -untergang) erzeugt einen Lichtschein, der nach oben strahlt – fast wie ein Symbol für Aufbruch, Hoffnung oder Erleuchtung.
2. Veranstaltungsdaten in einem Balken ganz oben
Am oberen Rand des Plakats befindet sich ein durchgehender, dunkler, halbtransparenter Streifen mit weißer Schrift. Von links nach rechts stehen dort:
• Ein kleines Icon in Form eines stilisierten Saturns (Ringplanet).
• Dann das Datum: „Di 8. Juli 2025“
• Danach die Uhrzeit: „18.30 – 20 Uhr“
• Und ganz rechts: **„Ev. Gemeindehaus Fahrnau (Gerberstraße
Inspiriert davon, machte ich mich, wie ihr wisst, auf die Suche nach Astronomen, die mit Sicherheit Alemannisch gesprochen haben. Ganz auf Alemannisch wollte ich den Vortrag nicht halten, um auch allen „Zugezogenen“ die Chance zu geben. Aber an passender Stelle sprach ich durchaus meinen wunderbaren heimatlichen Dialekt.
Das war auch sehr bewegend.
Astro-Mundart
09.08. Perseiden bei Eberhard
Woche für Woche verwöhnt uns Eberhard mit einem spannenden Newsletter, in welchem es um Astronomie, Natur, Wetter, Jahreslauf und vieles mehr geht. Sehr lesenswert. Schon das dritte mal durfte ich alleine eine Ausgabe dieses Newsletters gestalten.
Beim ersten mal ging es darum, wie ich als Mensch mit Blindheit die Astronomie erlebe und treibe.
Astronomie ohne Sternensicht
Letztes Jahr bekam ich einen Platz in der Vorweihnachtszeit. Dort schrieb ich dann über Weihnachten auf der ISS und stellte einige Bücher des Arbeitskreises der blinden Autoren vor, in welchen auch ich verewigt bin.
Ein Weihnachtlicher Newsletter
In diesem Jahr erhielt ich die Ehre, die Ausgabe im August zu den Perseiden zu gestalten, obwohl in diesem Newsletter sogar Berufsastronomen mitlesen und gestalten, die das vermutlich professioneller könnten als ich.
Das lies ich mir gefallen, und ich schrieb u. A., dass man Sternschnuppen mit der richtigen Ausrüstung sogar hören kann.
Sternschnuppen sehen und hören
Es macht mir immer wieder Freude, für diesen Newsletter zu schreiben, der kontinuierlich wächst und schon einige hundert Abonnent:innen hat. Solch ein Wachstum würde ich mir für diesen Blog auch mal wünschen…
12.08. Perseiden in Bozen
Schon seit vielen Jahren ging ich mit einer netten Gruppe von blinden Menschen nach Österreich in ein Urlaubshaus, das für unsere Bedürfnisse ausgelegt ist. Dieses hat nun leider geschlossen, was ich sehr schade finde. Langsam brechen uns alle Häuser weg, wo wir mit unserer Beeinträchtigung mal in Ruhe urlauben können. Also entschieden wir uns für das Haus in Bozen.
Der Urlaub war sehr schön. Das Haus ist für uns super. Dort kam ich mit der Macherin eines Podcasts für den Tiroler Blindenverband zusammen. Sofort packte sie die Gelegenheit am Schopf, und ich durfte mit ihr eine Folge über meine Themen aufnehmen.
Ihr müsst, wenn ihr die Folge abhört, leider etwas spulen, bis ihr zum Interview mit mir kommt, weil es keine Kapitelmarken o. Ä. gibt.
Oktoberausgabe von Hörbrief Kontakte
Natürlich hielt ich auch einen kleinen Vortrag über die Perseiden in einer schönen Hütte für alle, die sich dafür interessierten. Schön wäre es gewesen, wenn wir die Perseiden hätten direkt hören können, denn es war ein Funkerpärchen dabei, deren Ausrüstung theoretisch dazu getaugt hätte. Aber wir waren zu niedrig, so dass die Empfangsbedingungen nicht gegeben waren.
Naja, dann spielte ich halt Sternschnuppen vom Laptop ab.
In Österreich, am alten Urlaubsort, waren meine Vorträge so bekannt, dass manchmal das halbe Dorf mit Kind und Kegel zu mir auf die Wiese kamen. Die, welche damals Kinder waren, brachten mittlerweile ihre eigenen Kinder mit. Es war eine kleine Attraktion, wenn der Sternenonkel kam. Schade um das Haus und alles.
28.08. Veröffentlichung beim Podcast „im Aufzug“
So heißt der Podcast von Raul Krauthausen. Er ist für mich einer der größten Aktivisten für Inklusion in Deutschland. Er spricht in Talkshows, hat einige Bücher geschrieben und betreibt eben diesen Podcast, wo er sehr prominente und gute Leute eine Stimme gibt. Ich biete meine Veranstaltungen schon gerne z. B. an Schulen, Bibliotheken, Vereinen und sonstigen Kultur schaffenden an, wo ich glaube, dass meine Passion mal spannend sein könnte. Jemanden wie Raul mit seinem Netzwerk und seiner Reichweite um ein Interview zu bitten, fällt mir aber schwer. Dennoch fasste ich bei Raul meinen Mut, und fragte ihn, ob wir beide nicht mal eine Veranstaltung zusammen machen wollen. Dann kam aber die Pandemie und alles, so dass es nie dazu kam. Ausgangspunkt für eine erneute Nachfrage meiner seits war sein neuestes Buch. Es handelt von einem Kind mit Rollstuhl im Weltraum. Da muss ich natürlich darauf springen. Gelesen habe ich das Buch zwar noch nicht, weil ich auf das Hörbuch warte.
Hier die wichtigsten Daten, damit ihr es beim Buchhändler eurer Wahl finden könnt.
Als Ela das All eroberte, Gebundene Ausgabe von Raúl Krauthausen , Adina Hermann, Carlsen, 9783551522467
Sofort war Raul begeistert und bat mir an, in seinem Podcast Gast sein zu dürfen. Dank online, war das für mich ohne Reisen und alles, sehr gut möglich. sofort sagte ich zu. Wir kannten uns vorher tatsächlich nur über das Internet und nicht persönlich. Raul erlaubte mir sofort, dass ich die Folge auch über seinen Podcast hinaus teilen und senden darf. Hört euch diese Folge an. Es lohnt sich wirklich.
Raul schreibt dazu:
Gerhard Jaworek ist Informatiker, Astronom, Blogger und Autor – und er zeigt mir, dass man Sterne auch ganz ohne Augen sehen kann. Wir sprechen über Sterne, sprechende Aufzüge und darüber, wie sich der Mars in der Hand anfühlt.
Doch Gerhard erzählt mir auch von seiner Arbeit am KIT in Karlsruhe, wo er Studierende mit Sehbehinderung unterstützt. Über echte und falsche Applausmomente, über die Inklusion in der Wissenschaft und warum Astronomie für ihn von Natur aus eine inklusive Disziplin ist. Außerdem geht es um deutsche Beiträge zur Raumfahrt und die Frage, ob Klimaschutz nicht unser eigentliches Menschheitsprojekt sein sollte.
Wir reden über die kuriosesten Kinderfragen, über absurde Missverständnisse zwischen Sehenden und Blinden – und über Gerhards Begeisterung für kleine Details, die das Universum plötzlich greifbar machen. Aufzugtür auf für Gerhard Jaworek!
Zur Sendung geht es
hier lang.
28.09. Mondfrage für Blinde bei Eberhard
In oben genanntem Newsletter, für welchen ich manchmal schreiben darf, lesen auch viele Menschen mit Blindheit oder Sehbeeinträchtigung mit. Das kommt da her, weil die Sternwarte München zusammen mit dem Deutschen Museum manchmal Astro-Veranstaltungen für diesen Personenkreis anbietet. Die stellen natürlich manchmal auch Fragen an Eberhard. Diesmal durfte ich die Antwort geben.
Die Frage war folgende:
Lieber Eberhard,
ist es möglich, von irgendeiner Quelle mittels einer Fotodiode mit einem Tongeber einen Pieps zu bekommen?
Damit könnte man als Vollblinder in der Nacht schon mal neugierigerweise den Mond und vielleicht auch einen ähnlich hellen Himmelskörper hörbar machen.
Könnt ihr uns da weiterhelfen?
Euch gebe ich die Antwort aber heute noch nicht. Wir starten damit im neuen Jahr in unserer Rubrik „Frag, und es wird Tag.
01.10. Mein Buch wurde zehn Jahre alt
Ihr habt es ja gelesen, dass mein Buch sein Zehnjähriges feiern durfte. Ich schrieb darüber in
Wir feiern einen alten Schinken.
26.10. Veröffentlichung der Podcast-Folge beim DLR
Rauls Podcast „Im Aufzug“ hat wirklich eine spannende Hörerschaft. Er wird sogar beim Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt gehört.
Die betreiben den Podcast „Von der Erde ins All“. Es war mir eine besondere Ehre, hier eine Folge mitgestalten zu dürfen. Eine Folge, gemeinsam mit dem Astronauten Matthias Maurer, mir und anderen Experten für Planetenforschung etc. Aber lest selbst.
So klingt der Weltraum
Von der Erde ins AllDas Universum ist voller Klänge und Melodien! Das klingt paradox – und doch: Forscher:innen arbeiten daran, das Unhörbare hörbar zu machen: Sie übersetzen Radiowellen in Töne, wandeln Magnetfelder in Musik. Und das ist gut so, denn nur ein winziger Teil des Universums ist überhaupt sichtbar für unsere Augen. Gerhard Jaworek, ein Astronom und Informatiker, der selbst nichts sieht, aber unglaublich viel hört, nimmt uns mit auf eine Reise ins hörbare Weltall. Außerdem sind diesmal mit dabei: ESA-Astronaut Matthias Maurer, Missionsleiter Volker Schmid (DLR), Christopher Schmidt vom Institut für Kommunikation und Navigation (DLR) sowie Daniela Tirsch, Planetengeologin am Institut für Weltraumforschung (DLR)
Hier könnt ihr euch die Sendung Auf Apple Podcasts anhören:
Von der Erde ins All – So klingt der Weltraum
OK, gesehen und kennengelernt haben Matthias Maurer und ich uns jetzt nicht, weil die Sendung aus verschiedenen Interviews geschnitten wurde, aber es existiert nun eine Sendung mit unseren beiden Stimmen. Darauf bin ich stolz.
Vor dem Interview wusste ich nichts davon. Es war auch für mich eine totale Überraschung, weil ich den Podcast vorher nicht kannte.
03.11. Lehrauftrag Fachhochschule Freiburg, – Benutzung Blog im Unterricht
An der evangelischen Hochschule in Freiburg können Studierende der Sozialarbeit und Sozialpädagogik ein zweisemestriges Seminar zu Themen der Inklusion besuchen und sich das auf ihre Studienleistungen anrechnen lassen. Der Leiter des Evang. Blinden- und Sehbehindertendienstes Baden, wo ich auch im Vorstand mitwirke, leitet als Inklusionsbeauftragter der evangelischen Landeskirche Badens, in diesem Semester das Seminar. Er lud mich ein, mal quasi als praktisches Beispiel mit den Studierenden über Themen der Inklusion zu sprechen, um z. B. Fragen zu beantworten. Als Impulsvortrag wählte ich das inklusivste, was es gibt, die Astronomie. Ich finde es wirklich super, wenn für diese Themen schon in Schule und Studium sensibilisiert wird. Sehr gerne nehme ich derartige Angebote an. Sollte jemand von euch auch einmal so eine Veranstaltung haben, stehe ich als Referent sehr gerne zur Verfügung.
17.11. Frag den Sternenonkel
Wie viele von euch wissen, gibt es auf Blindnerd.de die Kategorie für Fragen Frag, und es wird Tag . Artikel, die eure Fragen beantworten, werden dieser zugeordnet. Eure Namen werden selbstverständlich nicht erwähnt, so dass jeder ungeniert fragen darf, kann und auch soll. Derlei zu beantworten freut den Sternenonkel sehr. Dieses Format mit Fragen und Antworten probierte ich für unseren Arbeitskreis der blinden Autoren mal online auf unserer Lesebühne aus. Ins Radio und zu den Sprachassistent:innen wurde diesmal noch nicht gestreamt, weil wir hier noch im Aufbau sind, um irgendwann mal life senden zu können. Aber, was soll ich sagen. Der Testballon funktionierte hervorragend. Es kamen viele Fragen, die ich zum Glück auch beantworten konnte. Man konnte mir die Fragen auch vorher schicken, damit ich mich vorbereiten kann. Es hat einen riesigen Spaß gemacht. Das wird wiederholt. Und ich warte schon sehr darauf, bis das dann auch ins Internetradio kommt oder von den Alexas empfangen werden kann. Drückt mir die Daumen für dieses neue Format.
21.11. Freizeit des EBS-Baden zum Thema Luft
an diesem vorletzten Novemberwochenende hatten wir unsere Jahresfreizeit des Evang Blinden- und Sehbehindertendienstes Baden diesmal zum Thema Luft.
Hier nur ganz kurz, worum es in der Freizeit grob ging.
- Wir erfuhren vom Sternenonkel,woraus Luft besteht, wie sie auf die Erde kam, dass sie nicht immer so war, wie sie jetzt ist, von ihre Geschichte der Entdeckung ihrer Bestandteile, wie sich die Alchemie zur heutigen Chemie entwickelte, und wie man Brot aus Luft gewinnen kann. Damit ist natürlich die Herstellung von Düngemitteln aus dem Stickstoff unserer Atmosphäre gemeint, mit
deren Hilfe der Welthunger gelindert werden konnte. In diesem Zusammenhang durfte natürlich die umstrittene Persönlichkeit Fritz Haber nicht unerwähnt bleiben. - Unsere Ursula, die mittlerweile dreiundneunzig Jahre auf dem Buckel hat, erklärte uns die Luft aus Sicht der Weltreligionen.
Da gibt es den Odem, der Gott dem Menschen einhauchte, auf dass er lebe,
das geistige Atma der buddhistischen Religionen,
auch den heiligen Geist, der mit Luft verglichen werden kann, und vieles mehr.
Mich erstaunt hier immer wieder, wie Ursula uns das alles frei erzählt, ohne Notizen oder Skript. Euer Sternenonkel kann das nicht. - Nach Kaffee und Kuchen wurde es richtig praktisch. Eine Atemtherapeuting zeigte uns, wie man diesen Lebensstoff richtig einsaugt und bewusst erlebt.
Richtiges Atmen ist sehr wichtig. Es gibt Entspannung und uns auch die richtige Stimme, wenn wir sie brauchen.
Also ich finde, da waren einige Übungen dabei, die sich sehr gut in den Alltag integrieren lassen. - Als finaler Höhepunkt und Ausklang steht immer der Abschlussgottesdienst am Sonntag.
Diesmal konnten wir dafür eine Pfarrerin aus dem EOK gewinnen. In ihrer Predigt griff sie auf ganz wunderbare Weise alles nochmal auf, was wir an diesem Wochenende erleben durften.
Besser konnte man die ganzen losen Fäden nicht zusammenführen.
Diese Freizeit ist ein ganz integraler Bestandteil meiner Arbeit, weil sie für einige der Teilnehmenden das einzige ist, wo sie im Jahr mal aus ihrer Wohnheim- und Werkstattumgebung heraus kommen.
01.12. Weihnachtskalender
sicherlich wundertet ihr euch, dass der Blindnerd schon am ersten Advent mit seinen Weihnachtsgeschichten begann, obwohl der 01. Dezember doch erst am Montag war.
Ja, das hatte seinen Grund.
In diesem Jahr konnte es leider keinen Blindnerd-Adventskalender geben, der alle 24 Türchen befüllte.
Viele von euch wissen es, dass ich im letzten halben Jahr sehr gesundheitlich gebeutelt war. Da fehlte mir einfach die Kraft, vierundzwanzig Geschichten zu recherchieren und zu schreiben. An Ideen hätte es mir durchaus nicht gemangelt.
Ganz hängen lassen durfte der Sternenonkel aber seine Leserschaft in der Weihnachtszeit, wo Sterne so wichtig sind, doch nicht.
Deshalb bediente ich diesmal nur die Eckdaten, alle vier Adventssonntage, Nikolaus und natürlich den heiligen Abend.
Nun wisst ihr, wieso ich zu früh startete. Aber wenn man schon nicht alle Türchen füllt, dann muss wenigstens der erste Advent dabei sein, ob es nun schon Dezember ist, oder nicht.
Und ja, die Verlinkung zum Adventskalender des Arbeitskreises BLAutor, gab es natürlich. Den administriere ich ja nur und bekomme die Geschichten für die Türchen von unseren Schreiberlingen geliefert. So dass die Veröffentlichung einfach war.
Fazit:
Trotz aller gesundheitlichen und psychischen Einschränkungen, konnte ich doch wieder einiges auf die Beine stellen und erleben. Dafür bin ich sehr dankbar.
Dankbar bin ich vor allem für die wunderbare Zeit mit euch, für die wunderbaren Kommentare, Begegnungen ob online oder persönlich, für eure Fragen und eure Geduld, für die Zeit, die ihr mir schenkt, um meine Artikel zu lesen und hoffe, dass ihr mir auch im nächsten Jahr wieder die Stange haltet.
In diesem Jahr ward ihr so aktiv dabei, wie nie zuvor. Ich musste mir kein einziges mal die Frage stellen, was es bringt, ob es lohnt…
Jetzt wünsche ich für uns alle ein friedliches neues 2026. Hoffen wir, dass wir einige Krisen etwas in den Griff bekommen.
Ich freue mich auf jeden Fall sehr, mit euch zusammen auch in 2026 wieder viele spannende Geschichten zu erleben. Immerhin gibt es eine Sonnenfinsternis, dort zu sehen, wo man gerne Urlaub macht..
Es grüßt euch herzlich
Euer Sternenonkel.
