Das Bisschen Haushalt – Zum Internationalen Frauentag 2026


Meine lieben,
ihr kennt das ja schon von mir, dass wenigstens zum internationalen Frauentag eines jeden Jahres eine Frau hier auf Blindnerd vorgestellt und gewürdigt wird. Ihnen habe ich, wie ihr wisst, eine eigene Kategorie und sogar mal einen ganzen Adventskalender gewidmet.
Siehe Kategorie Frauen.
Bis heute ist es so, dass Frauen meist noch den überwiegenden Teil der Hausarbeit erledigen. Vor allem früher, als ich noch Kind war, wurde die Schwere und der Wert dieser von Frauen geleisteten Arbeit, oft noch zusätzlich neben ihrem Beruf, von Männern unterschätzt und nicht angemessen gewürdigt.
1978 nahm sich die Sängerin Johanna von Koczian auf ironische Weise dieses Missstandes an, und veröffentlichte ihr Lied, dessen Titel als Überschrift für diesen Artikel her halten musste. Wir hatten diese Platte, und die lief bei uns rauf und runter.
Hört mal rein.
Es wird dann schnell klar, wieso ich diese Überschrift wählte. Etwas passenderes kann es zu dem heutigen Beitrag zum internationalen Frauentag nicht geben.

heute bekommt ihr etwas ganz besonderes geboten. Wir haben eine Gästin. Zum Frauentag wird uns eine Frau eine Frau vorstellen, die etwas erfunden hat, das viele von uns nicht missen möchten.
Außerdem hat sie den Titel dieses Beitrages als Arbeitstitel gewählt. Ich war davon gleich total begeistert.
Und dann gibt es noch kleine passende Geschichten aus des Sternenonkels Leben, passend zum Thema.

Fangen wir damit an, dass Du, liebe Gästin, Dich erst mal kurz vorstellst.

Hallo liebe Freunde und Freundinnen des Sternenonkels,
Ich heiße Eva und bin leidenschaftlich neugierig. Als Bürgerforscherin (Citizen Scientist) bin ich in einer Forschungsgruppe zur Lichtverschmutzung aktiv und engagiere mich aufgrund meiner Hörbehinderung für Barrierefreiheit für alle.

Gerhards Buch hat vor kurzem ja das 10-jährige Jubiläum gefeiert.
Und mich hatte dieser Bericht auf die Idee gebracht, Geburtstage und Jubiläen zu sammeln.

Bevor wir starten: mal eine Frage an euch:
Was sind für euch die bedeutendsten Erfindungen? Muss nichts mit Astronomie zu tun haben.
Um auf unser Thema zu kommen, gibt es jetzt erst mal ein kleines
Rätsel von mir:

  • Wer es hat, schätzt es.
  • Aber nicht jeder Haushalt hat es.
  • Wenn es vorhanden ist, steht es in der Wohnung.
  • Scherben bringen kein Glück.
  • Aber Chemie und Physik.
  • 1949 wurde das Gerät als „Haushaltsgerät“ eingeführt, davor war es
    bereits in Restaurants und Hotels verbreitet.
  • Das Gerät wurde schon auf der Weltausstellung 1893 gezeigt und mit
    einem Preis für „die beste mechanische Konstruktion, Haltbarkeit und
    Zweckentsprechung“ ausgezeichnet.

Dieses Rätsel hatte ich Gerhard geschickt, und so wurde ein kleines Duett für seinen Blog daraus.

Wenn ich. liebe Eva da kurz unterbrechen darf:
„Haltet doch an dieser Stelle mal kurz inne, und versucht das kleine Rätsel zu lösen.“

Also ich kam nicht gleich drauf und musste etwas herum probieren.
zuerst dachte ich, das gesuchte Gerät wäre ein Staubsauger, die Kaffeemaschine oder ein Mixer.
Aber dann kamen die Scherben, die Physik und die Chemie ins Spiel.
All das findet sich doch in einer, na wo schon? Genau, in einer Spülmaschine..

  • Die Physik für die Temperatur und die Wasserpumpe, und für den Computer für die Programme, gibt es sogar etwas Quantenphysik.
  • Die Chemie für das Spülmittel und vor allem für die Ionisierung des Wassers durch das Salz, und für den Klarspüler danach.
  • Und ja, muss man von Hand spülen, geht schon mal was zu Bruch.
  • Und missen möchte ich meine tatsächlich auch nicht mehr

OCool, dachte ich mir, dass die eine Frau erfunden haben soll. Aber wieso auch nicht.
Und klar, natürlich musste ich mit meiner Vermutung dann ins Netz, um nach der Erfinderin der Haushaltsspülmaschine zu suchen. Und siehe da. Gleich ein Volltreffer.
Um wen es sich bei der Erfinderin handelt, wird uns Eva jetzt erzählen.
Also, bitte. Wir sind gespannt.

Die Frau, die dieses Gerät erfunden hat, wurde am Weltfrauentag geboren.
Gerhard’s Kommentar dazu sinngemäß: Männer haben (früher) ja keine Hausarbeit gemacht und deshalb vielleicht nur wenige Haushaltsgegenstände erfunden.
Mich hatte das ja gewundert – ich bin so daran gewöhnt, dass “wichtige Erfindungen” allesamt von Männern gemacht wurden. Auch wenn das so nicht stimmt, wird das gerne so erzählt. Beispielsweise in der Quantenphysik – oft wird übersehen, dass Johanna van Leeuwen die zweite Person ist, die hinter dem Bohr-van Leeuwen Theorem steckt. Zugegeben, dieses Theorem kenne ich nicht – nur die Namenskombination.
Aber jetzt endlich die Geschichte der Spülmaschine.
Wer hat das jetzt erfunden?
Josephine Cochrane geboren im Jahr 1839 in Ohio. Sie war eine Urenkelin des Erfinders John Fitch.
Die wohlhabende Josephine Cochrane ärgerte sich, dass ihr Personal öfter Geschirr zerbrach. Selbst abspülen war aber auch keine dauerhafte Lösung.
Also entwickelte sie ein Gerät, das ihr diese Arbeit abnahm.
Stellt euch einen großen Kessel vor, in den das Geschirr in Körben rein gestapelt wird. Darüber bewegt sich ein Laufrad, aus dem eine Seifenlauge auf das Geschirr gesprüht wird. Ich stelle mir sowas wie eine Dusche für Geschirr vor.
Das war die erste funktionierende Geschirrspülmaschine, patentiert am 28.12.1886.
Die Spülmaschine funktionierte zunächst im Handbetrieb, später elektrisch.

Josephine Cochrane erhielt bei der Weltausstellung in Chicago 1893 den Preis für „die beste mechanische Konstruktion, Haltbarkeit und Zweckentsprechung“.

Vielen herzlichen Dank, liebe Eva, das war großartig. Schön, dass Du uns diese Maschine auch beschrieben hast. Ist schon noch anders, wie man sie von heute kennt.
Aber was wäre ein Blindnerd-Artikel, ohne Geschichten.

Hier kommen also des Sternenonkels Spülmaschinen-Geschichten.

  1. Faszination Spülmaschine
    Spülmaschine ausräumen mussten wir im Internat immer, wenn wir Küchendienst hatten. Das hat mir eigentlich auch Spaß gemacht.
    Spülmaschinen haben mich schon immer fasziniert. Da sind beispielsweise die Flügel, die sich durch den Rückstoß des Wassers drehen.
    Da ist die Klappe für den Tab, die sich automatisch mit einem hörbaren Knall öffnet.
    Da ist der Behälter für das Salz,
    sind ihre vielfältigen Geräusche und mittlerweile sind die Dinger ja auch so leise, dass ich das Blubbern in ihrem Inneren als sehr beruhigend und angenehm empfinde.
    Aber es gibt die Geräte auch in größer.
  2. Inklusiver Abwasch
    Auf unseren unzähligen Chorfreizeiten in verschiedensten Jugendherbergen liebte ich diese riesigen Spülmaschinen mit den großen Geschirrkörben. Die waren auch immer so schnell fertig, und alles war trotzdem sauber.
    Ich liebte es, diese Maschinen mit den Körben voller schmutzigen Geschirrs zu beschicken, und am anderen Ende heiß und dampfend wieder in Empfang zu nehmen.
    Dazu haben wir immer laut gesungen.
    Ja, das war sehr inklusiv, dass wir Blinden hier voll und gleichwertig mit anpacken mussten. Bei den heutigen Vorschriften, würde man uns wahrscheinlich gar nicht mehr in so eine Küche lassen, und die Jugendherbergen sind ja heutzutage eher zu Hotels mutiert.
  3. Der Spülmagnet
    Die Spülmaschinen in unserer Uni-Mensa sind ja schon richtige Waschstraßen. Dort wird das Besteck mittels sehr starken Magneten von den Tabletts gezogen. So stark sind die, dass das Besteck manchmal magnetisch bleibt. Wenn man Glück hat, kann man Gabel und Löffel in der Luft aneinander hängen. Seit dreißig Jahren gehe ich jetzt in diese Mensa, und probiere es quasi täglich aus, und freue mich, wenn es klappt.
    Magnet wird nie langweilig. Ich spiele gerne damit herum.
  4. Der Spülonaut
    Das Wortspiel werdet ihr gleich verstehen.
    Mit meiner ersten eigenen Spülmaschine hatte ich mal ein tolles Erlebnis mit dem telefonischen Kundenservice.
    Mir war eine Scherbe in das Pumpenrad geraten, sodass die Maschine nicht abpumpte. Das Glas zur fehlenden Scherbe fand ich schnell.
    Also rief ich den Service an, und fragte um Rat. Eine neue Pumpe und deren Einbau hätte fast soviel gekostet, wie eine neue Maschine.
    Der Kundenbetreuer fragte mich, ob ich mir nach seiner telefonischen Anleitung zutrauen würde, den Schaden selbst zu beheben.
    Sofort sagte ich zu. Ein Versuch war es wert. Und wenn der scheitern sollte, könnte ich immer noch einen teuren Monteur kommen lassen.
    Er erklärte mir, welche Werkzeuge ich brauchen würde. Die hatte ich alle in meinem Sortiment. Stück für Stück, Schraube für Schraube, Schritt für Schritt, führte er mich telefonisch durch die Reparatur.
    Alles funktionierte reibungslos. Klappen wurden abgeschraubt, die Pumpe freigelegt und da war sie, die Scherbe. Dann ging alles wieder rückwärts. Kurz darauf war die Maschine wieder ganz. Ich hatte nichts übrig, und sie pumpte wieder ab und lief dann noch viele Jahre ohne weitere Probleme. Kommen wir jetzt noch kurz zu der merkwürdigen Überschrift dieser letzten Kurzgeschichte.
    Habt ihr schon mal life oder vielleicht auch auf Youtube einen Außenbordeinsatz mit verfolgt, wo die Astronauten außen etwas an der Raumstation reparieren, anbringen oder verändern sollen? Das müsst ihr unbedingt mal machen.
    Genau so kam ich mir nämlich vor.
    Ich schraube an der Raumstation, und am anderen Ende sitzt die Bodenstation und gibt Anweisungen.
    Die Astronauten werden bei ihren Außeneinsätzen immer ganz exakt durch ihre Reparaturen durchgesprochen.
    Das geht so sehr ins Detail, dass sie sogar gesagt bekommen, wie viele Drehungen sie beispielsweise mit ihrem Werkzeug vollführen sollen. Sind es zu wenige, dann könnte nachher etwas undicht sein, bzw. abfallen…
    Ja, genau so fühlte es sich an.
    Am Schluss offenbarte ich dem Mitarbeiter am anderen Ende der Telefonleitung, dass er soeben einen komplett blinden Menschen durch die Reparatur geführt hat.
    Das konnte er gar nicht glauben. Er war natürlich verblüfft, und ich war sehr stolz und zufrieden.
    Oh,ich wusste gar nicht, dass ich spontan so viele ‚Spülmaschinen-Geschichten habe.

    Es wird Zeit, dass ich aufhöre, um Eva das Schlusswort zu geben, der ich an dieser Stelle nochmal meinen großen Dank für ihre Geschichte sagen möchte. Es war mir eine große Ehre, Dich heute zu Gast zu haben. Immer gerne wieder.

    Wir haben tatsächlich ein paar Haushaltsgeräte gefunden die von Männern “erfunden” wurden:
    Der Staubsauger,
    die erste mechanische Waschmaschine,
    der Standmixer
    und der Föhn.

    Genauso wie Frauen, die sehr nützliche Produkte entwickelt haben:
    Bekannt ist wahrscheinlich der Kaffeefilter von Melitta Bentz.
    Bei manchen Erfindungen gab es mehrere Personen, die dazu beigetragen haben oder unabhängig voneinander die gleiche kluge Idee hatten.
    So haben das Bügeleisen und die Nähmaschine jeweils mehrere “Mütter”.
    entwickelt und ebenso wurde Der Kühlschrank von einer Frau erfunden: Florence Parpart.
    Nicht zu vergessen Stofftiere (Margarethe Steiff),
    öffentliches Telefon,
    Taschenschirm und
    Scheibenwischer für das Auto..

    Wer hat jetzt mehr Erfindungen für “das bisschen Haushalt” gemacht? Wir können es nicht sagen. So viel steht jedenfalls fest: wir alle haben heute schon ein Gerät berührt, das von einer Frau erfunden wurde.

Frag, und es wird Tag – Wieso diese Vielfalt?


Meine lieben, heute ist mal wieder eine sehr spannende Frage von euch dran.

Die Frage

Wieso sind nicht alle Sterne gleich?
Müssten doch, weil…
Wenn sich ein Stern aus einer Gaswolke bildet, dann zündet doch die Kernfusion ab einem bestimmten Druck in seinem Inneren. Der Druck und dadurch auch die Zünd-Temperatur für die Kernfusion wird doch durch die Masse des werdenden Sterns erzeugt, oder nicht?
Dann sollten doch alle Sterne gleich sein. Wie kommt es aber, dass es so viele Sterne unterschiedlicher Masse gibt?

Wer darf sich Stern nennen

Dass Druck und Temperatur zur Zündung des Wasserstoff-Brennens immer gleich sind, stimmt schon mal, aber es kommt noch was dazu, wie wir sehen werden.
Stern nennen darf sich nur, wer in seinem Bauch Wasserstoff zu Helium verdauen kann. Und das passiert tatsächlich erst ab einer gewissen Temperatur und Druck im Innern eines werdenden Sternes.

Die Kernfusion legt nicht fest, wie schwer ein Stern wird, sondern nur, ab wann ein Gasball überhaupt ein Stern ist.

Haushaltsbeispiel

Eine solche Druckgrenze, ab wann etwas passiert, kennen wir aus unserer Küche. Das Sicherheitsventil eines Schnellkochtopfes öffnet sich stets ab einem gewissen Druck in seinem inneren. Und das passiert unabhängig davon, wie voll der Topf ist, oder wie viel Feuer man darunter hat. Der Der Öffnungsdruck für das Ventil bleibt immer derselbe. Steigt der Druck danach noch im Topf, weil man die Herdplatte noch an hat, dann zischt es halt später heftiger.
Und wenn der Druck dann noch steigt, geht das Ventil eventuell kaputt, oder der Topf könnte explodieren.
Ist mir zwar nicht bekannt, dass das mit einem normalen Schnellkochtopf schon passiert wäre, aber in der Chemischen Industrie, wo man derlei in groß benutzt, schon.

Das heißt:

Und hier schließt sich der Kreis zu unseren werdenden Sternen. Sterne, die mehr als 150 Sonnenmassen in sich vereinen, kann es nicht geben. Sie werden instabil.
Bei ihnen bläst der Strahlungsdruck und Sternwind alles weitere Material in seiner Umgebung weg, oder die Natur zieht es vor, mehrere kleinere Sterne, als ein großes Sternenmonster, entstehen zu lassen.
„Zünden“ heißt also nur: Jetzt bin ich ein Stern und bin erstmal mindestens so schwer, dass es für die Kernfusion reicht.

Genauer gesagt:

  • Ein Stern entsteht aus einer Gas- und Staubwolke.
  • Die Wolke zieht sich zusammen, wird dabei immer heißer und dichter.
  • Ab einem bestimmten Kerndruck und ~10 Millionen Kelvin kann Wasserstoff zu Helium fusionieren
  • Sternstatus erreicht.

  • Was knapp darunter liegt, reicht zwar nicht zum normalen Stern, aber eventuell zu einem braunen Zwerg.
    Das ist so ein Mittelding zwischen Planet und Stern. So ein brauner Zwerg hat ungefähr zwischen 13 und 80 Jupitermassen. Er kann kurzfristig Deuterium, schweren Wasserstoff, zu Helium3 fusionieren, aber zur richtigen Fusion mit normalem Wasserstoff zu Helium4, reicht der Druck in ihrem Inneren nicht aus. Sie sind aber sehr spannend, weil sie recht häufig vorkommen, und quasi eine Brücke zwischen Planeten und Sternen schlagen. Ja, braune Zwerge können sogar Planeten besitzen. Die frage ist dann nur, wie man solch ein System mit einem Fast-Stern in der Mitte dann nennt. Ich kenne keinen beschreibenden Begriff, und habe für derlei bisher nur immer Umschreibungen gesehen. Es wäre aber wirklich Zeit, dafür ein Wort zu finden, schon alleine deshalb, weil solche Systeme gar nicht selten sind.

    Und noch ein Funfact: Braune Zwerge sind überhaupt nicht braun. Sie leuchten meist im infraroten Bereich, aber die Entdecker fanden Braun irgendwie passend, weil so dazwischen.

  • Was leichter als ein brauner Zwerg ist, kann höchstens noch ein Gasplanet werden. Der legt sich dann, wie Jupiter noch einige Monde und Trojaner zu, oder schmückt sich eitel, wie Saturn mit Ringen.
    Viele Gasplaneten machen einfach auch beides…

Jetzt die Frage

Wieso gibt es aber dennoch so eine große Vielfalt unter den Sternen?

Der entscheidende Punkt ist:
Die Fusion stoppt das weitere Zusammenziehen des werdenden Sterns, aber nicht zwingend das Massensammeln.
Während der Stern „zündet“, passiert Folgendes gleichzeitig:

  • Materie fällt weiter aus der Umgebung auf den Stern
  • Der Stern bläst Materie durch Strahlung und Sternwind wieder weg

Wie schwer er dann am Ende wird, ist ein Wettlauf zwischen:

  • Nachschub von außen
  • Gegenwehr des Sterns

Ist also der Strom von Gas, das auf den Stern prasselt größer, als der Sternwind selbst, dann kann er wachsen, so lange es noch Material um ihn herum gibt, das er sich einverleiben kann. Was dann noch übrig bleibt, kann eventuell noch für Planeten reichen.

Was werden kann

Je nach dem, wie groß und schwer die Gaswolke ist, passiert verschiedenes.

Kleine Sterne: sparsame Minimalisten

Bei massearmen Sternen (z. B. rote Zwerge) befindet sich zum Zeitpunkt seiner Entstehung Wenig Gas in der Umgebung. Es reicht ihm gerade so, dass er Stern sein kann. Somit hat er einen vergleichsweise schwachen Sternwind, und von außen gibt es nichts, woran er wachsen könnte…

Sobald die Fusion einsetzt, ist praktisch Schluss mit weiterem Zuwachs, weil das, was da noch auf ihn prasseln könnte, sehr wenig ist, bzw. von seinem Sternwind verblasen wird.

Aber solch einem „gerade-noch-Stern“ ist ein langes Leben beschieden, weil kleine Sterne sehr gut mit dem wenigen, was sie haben, haushalten können. Die Lebensdauer zwischen Riesensternen und so kleinen roten Zwergsternen, unterscheidet sich um viele Zehnerpotenzen.

Große Sterne: kosmische Vielfraße

Dort, wo sich massereiche Sterne bilden, gibt es reichlich Material um ihn herum.
Er kann viel Material zu sich ziehen (akkregieren).
Dass die Kernfusion bereits eingesetzt hat, hindert ihn nicht daran, weiter zu fressen und zu wachsen.
Er wird immer heißer, immer heller, immer schwerer,
bis seine eigene Strahlung und sein Sternwind das restliche Gas wegblasen.
Das Ergebnis ist dann ein riesiger Stern mit kurzer Lebensdauer, der sehr wahrscheinlich als fulminante Supernova endet.

Solche Riesensterne sind recht selten. Als das Universum vor vielen Milliarden Jahren noch kleiner war, dürften sich zwar viele solche Riesensterne gebildet haben, aber die sind ob ihrer kurzen Lebensdauer schon längst in Supernovae-Explosionen verpufft. Zum anderen kommen Bedingungen, die kleinere Sterne gebären, deutlich häufiger vor.

In aller Kürze

Hier nochmal kurz zusammen gefasst:
Die Intuition ist oft:
Gleicher Fusionsdruck → gleicher Stern
Aber korrekt ist:
Gleicher Fusionsdruck → gleiche Untergrenze für Sterne

Die Masse bestimmt dann:
wie stark die Gravitation ist
wie viel Druck und Temperatur im Kern herrschen
wie schnell die Fusion abläuft
Mehr Masse → mehr Druck → schnellere Fusion → hellerer, kürzer lebender Stern

So, nun hofft der Sternenonkel, dass diese Frage hinreichend beantwortet werden konnte. Bitte fragt weiter. Das freut den Sternenonkel sehr. Es macht es mir auch einfacher, weil ich mir dann keine Themen aus den Fingern saugen muss. Und für euch ist es dann so, dass ihr das erfahrt, was ihr auch wissen möchtet, und nicht das, was z. B. ich als wissenswert erachte…

Die Drei Könige mal ganz anders


Meine lieben,
so, sie ist nun fast vorbei, die Weihnachtszeit mit ihren Feiertagen. Bei uns ist morgen noch Dreikönig.
Ich habe mich einfach mal auf die Suche begeben, weil ich mal wissen wollte, ob es noch mehr zu diesen drei Weisen aus dem Morgenland und Astronomie als nur die bekannte Geschichte mit dem Stern gibt. Und als ich so recherchierte, kam mir plötzlich eine Idee für diesen Artikel hier. Ich denke, weil mein Weihnachtskalender 2025 so dünn war, nehme ich jetzt einfach diesen Feiertag noch mit dazu. Dann hatten wir sieben Türchen, was als Zahl sowieso schöner ist.
Lasst uns heute mal einen Perspektivwechsel vornehmen, indem wir uns in die Zeit dieser drei Morgenländer versetzen. Lasst uns erleben, wie man diese Geschichte auch ganz anders lesen kann.
Ich hoffe, dieses literarische Experiment wird mir so gelingen, dass es euch anspricht.
Also los:

Prolog

Seit Menschen den Kopf heben können, haben sie den Himmel nicht nur gesehen, sondern gefragt, was er ihnen sagen will. Ein Stern ist dann kein Punkt aus Licht, sondern eine Einladung. Manchmal auch eine leise Sehnsucht, ein leises Ziehen.

geh ihm nach.
Folge ihm.

Ich mag diesen Gedanken sehr. Er verbindet Beobachtung mit Bewegung. Erkenntnis entsteht nicht im Sitzen, sondern auf dem Weg.
Die Erzählung von den „Weisen aus dem Osten“, die wir heute oft Könige nennen, ist für mich eine solche Weggeschichte. Im ursprünglichen Text heißen sie „magi“ — Menschen, die den Himmel schauten, ihn deuteten und schließlich aufbrachen. Sie hätten auch sagen können:

Wir bleiben hier, das ist nur ein Zufall am Firmament.

Aber sie machten sich auf und gingen. Weil sie spürten: Wenn etwas Bedeutendes sichtbar wird, darf man nicht stehen bleiben.
Das erinnert uns doch daran, was z. B. Tycho Brahe tat, als er seinen neuen Stern entdeckte.
Man kann diese Geschichte religiös lesen — oder man liest sie als Bild dafür, wie Menschen überhaupt nach Erkenntnis suchen. Wir beobachten. Wir deuten. Wir wagen einen Schritt ins Unbekannte. Wir lassen uns verändern.
Und genau dort wird sie interessant, besonders dann, wenn wir den Blick einmal nicht auf den berühmten Stern richten, sondern auf die Menschen, die ihn gedeutet haben sollen: Wer waren diese magi? Welche Rolle spielte der Himmel in ihrer Welt? Und wie orientierten sich Reisende damals überhaupt, wenn die Nacht zur Straße wurde?

Die Magier als Sternenkundler

Das Wort „magi“ hat im Laufe der Jahrhunderte viel Zauberglanz bekommen, doch ursprünglich meinte es etwas anderes: eine gebildete Schicht im persischen und mesopotamischen Raum. Priester, Gelehrte, Berater. Menschen, die das große Ganze deuten sollten. Und dieses Ganze zeigte sich — so dachten sie — im Lauf der Gestirne.

Sternkunde war dort keine Spielerei, sondern Lebensgrundlage. In Tempeln wurden Mondphasen notiert, Planetenbahnen beobachtet, Sonnenstände mit Festzeiten verknüpft. Landwirtschaft, Verwaltung und Religion griffen ineinander. Wer wusste, wann ein neuer Monat begann, konnte Saat, Verträge und Rituale planen. Der Himmel war Kalender, Ordnungssystem und Orientierung zugleich.

Aus heutiger Sicht bewegten sie sich zwischen Mythos und Beobachtung. Sie erzählten Geschichten, deuteten Symbole, und gleichzeitig schauten sie sehr genau hin. Nacht für Nacht. Geduldig. Wiederkehrende Bewegungen wurden zu Mustern, Muster zu Zeitreihen, und aus ihnen entstand etwas, das man als Vorstufe wissenschaftlichen Denkens verstehen kann.

Mir gefällt dieser Gedanke:
Diese frühen Himmelsbeobachter standen gewissermaßen an einer Schwelle. Noch keine Naturwissenschaft im modernen Sinne — aber auch keine bloße Magie. Ein Suchraum dazwischen. Und auf diesem Zwischenweg beginnt Erkenntnis oft.

Dass die Weisen in der Erzählung ein „Zeichen am Himmel“ wahrnehmen und darauf reagieren, passt genau in dieses Weltverständnis. Für sie war der Himmel nicht dekorative Kulisse, sondern Teil einer lebendigen Wirklichkeit. In ihm spiegelte sich Ordnung. Und wer Ordnung erkannte, konnte sein Leben danach ausrichten.

Wir würden ihre Deutungen heute kritisch prüfen. Und doch sind sie Teil desselben langen Weges, auf dem wir uns immer noch befinden: vom Staunen über das Muster hin zur Frage, warum es so ist. Jede neue Erkenntnis wächst aus älteren Weltbildern heraus, und manchmal lohnt es sich, ihnen mit Respekt zu begegnen.

Reisen mit den Sternen: Orientierung in Wüste und Nacht

Wer durch Wüstengebiete reist, lernt, dass der Tag ein harter Begleiter sein kann. Die Hitze ist gnadenlos, die Luft flimmert, Konturen verschwimmen. Also verlegt man Wege in die Nacht. Dorthin, wo die Erde abkühlt und sich über allem ein weiter Himmel öffnet. Ein Himmel, der nicht nur schön ist, sondern zuverlässig.

Für viele Reisende war er nichts weniger als eine Karte. Der Polarstern hielt den Norden fest. Zirkumpolarsterne zeigten die tägliche Himmelsbewegung. Sternbilder wurden zu Merkhilfen, vertrauten Freunden, die an den Horizontpunkten erscheinen, an denen man sie erwartet. Orientierung entsteht dann nicht nur durch Ort, sondern auch durch Rhythmus und Wiederkehr.

An dieser Stelle muss ich an eine Szene aus Saint-Exupérys Buch „Wind, Sand und Sterne“ denken. Ein alter Pilot zeigt dem jungen Flieger, wie man in der Wüste wirklich navigiert. Nicht mit Lineal und präzisen Karten, sondern mit einer ganz anderen Art von Karte: Darin sind ein einsamer Baum eingezeichnet, ein Bauernhof, ein schmales Bachbett. Orte, an denen Wasser ist, an denen Menschen leben, wo man im Notfall Hilfe findet.
Diese Punkte sind mehr als Geographie. Sie sind Versprechen. Man liest sie nicht mit dem Auge allein, sondern mit der Erfahrung, mit dem Körper, vielleicht auch mit einer stillen Dankbarkeit dafür, dass es sie gibt.

Mir gefällt diese Parallele sehr: Orientierung entsteht nicht nur aus Berechnung, sondern aus Beziehung zur Landschaft und zum Himmel darüber. Auch die Reisenden der Antike trugen solche inneren Karten in sich. Sterne, Düfte, Windrichtungen, Bodenstrukturen, Geschichten über Wege: All das verband sich zu einer Art Wissensgewebe, das sie sicher durch Nacht und Wüste führte.

Ich stelle mir vor, wie still solche Nächte gewesen sein müssen. Wie der Sand unter den Füßen knirscht, wie der Wind leise durch Tücher fährt, und oben dieser ruhige, beständige Himmel. Die Navigation entsteht aus einem Geflecht von Eindrücken: Sternpositionen, Bodenstruktur, Temperatur, Geräusche, Erinnerungen an frühere Wege. Orientierung ist nie nur Sehen — sie ist Wahrnehmen mit dem ganzen Körper.
Das wissen wir blinde Menschen genau…

In diesem Zusammenhang wirkt der Gedanke, dass die Weisen vom Himmel „geführt“ wurden, plötzlich weniger märchenhaft. Der Himmel führte tatsächlich ganz praktisch. Er zeigte Richtung, Zeit, Verlauf. Wer sich an Sternen orientiert, übt Geduld. Man wartet auf den Moment, an dem ein bestimmter Stern den richtigen Punkt erreicht. Man reist im Takt des Kosmos. Und vielleicht prägt gerade das eine innere Haltung: ruhig bleiben, nicht drängen, Schritt für Schritt.

Heute vertrauen wir auf Kompass und GPS. Doch manchmal, an einer klaren Nacht, spürt man noch einen Rest dieses alten Wissens. Man hebt den Kopf, erkennt Orion oder den Polarstern; und für einen Augenblick weiß man, wo Norden ist. Nicht, weil ein Gerät es sagt, sondern weil der Himmel es erzählt.

Epilog – Die Reise nach innen

Die Geschichte der Weisen lässt sich wie eine äußere Reise erzählen — aber sie ist zugleich eine innere. Sie beginnt mit einer Beobachtung, führt durch Unsicherheit, Staub, Zweifel, und endet nicht mit einem Triumph, sondern mit einer Begegnung, die still verändert.
So funktionieren viele Erkenntniswege. Etwas lässt uns nicht los. Wir deuten, korrigieren, zweifeln, fragen neu. Manchmal gehen wir Umwege, manchmal verstehen wir erst spät, was wir unterwegs gelernt haben. Aber wir bleiben in Bewegung, weil Fragen eine Kraft haben, die größer ist als Bequemlichkeit.

Gerade die Astronomie macht das spürbar. Sie erklärt den Himmel und legt dabei gleichzeitig neue Geheimnisse frei. Was einst als Zeichen gedeutet wurde, verstehen wir heute als Physik. Und trotzdem bleibt dieses leise Staunen: Dass wir überhaupt fähig sind, Muster zu erkennen, Zusammenhänge zu begreifen, und uns selbst darin mitzudenken.
Vielleicht sind wir den frühen Himmelsdeutern näher, als wir zugeben. Sie suchten Sinn — wir suchen Verständnis. Aber beides entspringt demselben menschlichen Impuls: Wir möchten wissen, wie wir in dieses große Ganze hineingehören.

Der Himmel begleitet uns weiter. Nicht mehr als Orakel, sondern als offenes Buch, das wir lesen lernen, Zeile für Zeile. Mit Instrumenten, mit Theorien, mit Erfahrung, und mit Demut. Die Reise bleibt unvollendet. Und gerade deshalb hat sie Zukunft.

Des Sternenonkels Rückschau auf 2025


Meine lieben,

ich hoffe, ihr hattet eine schöne Weihnachtszeit. Meine war mit guten Freunden, viel Musizieren und gutem Essen und guten Weines sehr schön.
Hier kommt, was kommen muss. Viele von euch kennen es schon, mein obligatorischer Jahresrückblick 2025.
Wie immer, wieder etwas länglich, aber da müsst ihr jetzt einfach durch und meine Bauchpinselei ertragen.
Irgendwie war das gefühlt für mich ein Jahr voller Sendungen, Podcasts und nur wenig Life-Auftritten. Ich kann euch aber sagen, dass mir das ganz recht war und mittlerweile auch ist. Solche Lesereisen etc. mit Übernachtung und manchmal noch ohne Begleitung sind nichts mehr für mich. Außerdem war ich eigentlich das ganze Jahr, vor allem in der letzten Hälfte mental, psychisch und gesundheitlich sehr angeschlagen und gebeutelt.
Aber springen wir rein, was trotz aller Widrigkeiten möglich war.
Viel Spaß bei des Sternenonkels Rückschau auf 2025.

09.01. Radiosendung der Blindnerd in der Friedensbewegung

Noch im alten Jahr geplant, aber im neuen Jahr gesendet. Vielleicht erinnert ihr euch noch an meinen Blindnerd-Artikel „Der Blindnerd in der Friedensbewegung“, den ich wegen des Ausbruches dieses unsäglichen Krieges in Europa geschrieben habe.
Aus diesem Artikel durfte ich auf unserer Blautor-Lesebühne und ins Blindzeln-Radio GEMA-Frei senden, weil wir zwei Monate GEMA gesponsert bekamen. Großer Dank dafür.
Also sprach ich den Artikel auf, reicherte ihn mit den passenden Friedensliedern an, und sendete die Sendung. Da ich die Sendung mit den Liedern euch nicht schicken darf, habe ich mich für einen anderen Weg, eine Mischform zwischen Lesen und Hören, entschieden.
Ich habe den alten Artikel nun mit Links angereichert, die euch hoffentlich zu den passenden Liedern führen. Meistens sind es Youtube-Links mit all ihren Problemen und Tücken, was die Bedienung betrifft.
Der Artikel, den ich meine, heißt:
Der Blindnerd in der Friedensbewegung

27.01. Des Sternenonkels Kinderträume

Auf einem Open-Air habe ich einmal versucht, die Astronomie und Musik zusammen zu führen. Dankbar funktioniert das, wenn man Kinder mit ins Boot nimmt. Aus diesem Format erwuchs eine Radiosendung „Des Sternenonkels Kinderträume“, wo ich genau das versuchte. Ein anderer Versuch in diese Richtung war „Astropop Ende 2024.
Leider kann und darf ich euch diese Sendungen nicht anbieten. Ich denke mal darüber nach, wie es doch klappen könnte, weil es zu diesen beiden Sendungen keinen Blog-Eintrag, wie bei obiger Friedens-Sendung gibt.
Wer mag, darf mich gerne danach fragen. Wir finden einen Weg.

27.03. Frühlingsakademie

Diese Projektwoche lässt Studierende aller Fachrichtungen mal über den Tellerrand blicken. „Es war einmal vor langer Zeit, in einer weit weit entfernten….“ Halt, da waren wir falsch. Aber lang ist es trotzdem her, als ich einen Text zum Thema „Barrierefreie Dokumente helfen allen“ schrieb. Also griff ich den Artikel auf, machte Folien daraus und durfte ein sehr spannendes Publikum dafür sensibilisieren, wie man Dokumente barrierefrei gestalten kann. Und ja, ich richtete es mir dann zeitlich schon so ein, dass ich ihnen kurz die Astronomie als barrierefreies Hobby vorstellte, und dann schickte ich sie noch unter der Augenbinde mit Blindenstöcken durch unsere Flure. Das war ein sehr gelungener Nachmittag, den ich da für meine Alma Marter und jetzigen Arbeitgeber anbieten durfte.

Der Text zu barrierefreien Dokumenten ist bis heute aktuell und vielleicht auch für euch spannend, wenn ihr Dokumente erstellen sollt.
Hier ist er:
Barrierefreie Dokumenten nützen allen

18.04. Mein Ostergruß der durch die Decke ging

Entweder der Artikel mit der Thermosflasche von letztem Jahr, oder dieser Osterartikel waren diejenigen, die am meisten Resonanz erzeugten.
Wir wechselten österlich die Perspektive, und versetzten uns in einen Außerirdischen, der sich langsam durch unsere Radiosphäre auf uns zu bewegt. Wir erlebten, was er dort so schalenartig hören kann.
Hier die beiden Links zu den meist kommentierten Artikeln:
Was wäre, wenn…
Die große Thermoskanne

07.05. Planetarium Karlsruhe

Naja, was soll ich sagen. Dass Karlsruhe jetzt ein kleines Planetarium besitzt, erfüllt mich mit deutlich mehr Stolz als karlsruhes Fußballmannschaft.
Und dass mir die Ehre zu Teil wurde, zu seiner Eröffnung geladen zu werden, und was das für ein großartiges Fest war, beschrieb ich ja ausführlich in
Was, ihr habt noch keins?.

14.05. Inklusionsberatung Simon-Marius-Gesellschaft

Mit einem weinendem und einem lachenden Auge gehe ich mit Anfragen von Sternwarten, Astronomievereinen etc. um, wenn sie mir ihr Anliegen vortragen, dass sie gerne ihren Internetauftritt ab jetzt barrierefrei gestalten möchten.
Das lachende Auge freut sich natürlich, wenn hier der Wunsch und das Bewusstsein für derlei wächst.
Das weinende Auge muss aber leider manchmal feststellen, dass die Seiten historisch so gewachsen sind, und dann noch von verschiedenen Menschen erstellt wurden, dass der Umbau zu Barrierefrei kaum möglich ist. Neu machen geht da oft besser und schneller, und dafür fehlen die Menschen, die Zeit und das Geld. Naja, dann kann man höchstens noch da und dort was verbessern, oder eine Strategie beschreiben, wie die Seiten wenigstens ungefähr bedienbar sind. Meistens geht es ja ein bisschen, und man kommt trotz aller Barrieren recht weit, wenn man weiß, wie. Wie auch immer. Wer so ein Anliegen hat, darf sich gerne an mich wenden. Versprechen kann ich nichts, aber irgend etwas geht meistens. Und wenn die Seiten für das öffentliche Leben gedacht sind, z. B. eine städtische Sternwarte, Planetarium, oder so, dann sollten diese ohnehin schon seit letztem Sommer barrierefrei sein…

17.05. KIT Tag der offenen Tür und U2G

Auf dieser Veranstaltung präsentierten wir unsere Arbeiten zu verschiedensten Gebieten.
Bei mir durften die Besucher taktile Materialien ertasten. Drei mal dürft ihr raten, welche. Genau, u. A. viel astronomisches. Dann durften sie Punktschrift schreiben, mit dem Blindenstock gehen und für ganz nerdige Menschen gab es dann auch noch einen Blick durch das sprechende Handplanetarium Universe2Go. Das sorgte natürlich für viel Verblüffung, denn kaum einer glaubt, dass blinde Menschen etwas mit dem Sternenhimmel am Hut haben.
Ich habe ein altes Iphone, wo für es langsam keine Updates mehr gibt, das jetzt nur noch für U2G benutzt wird. Normalerweise führe ich meine abgelegten Smartphones immer sozialen Zwecken zu. Naja, das ist ja auch einer…
Wer mal erfahren möchte, wie ich mit diesem Handplanetarium arbeite, findet Befriedigung seiner Neugier in
Meinem Merkurtransit im Nachgang.

20.05. Interview mit Bad. Zeitung

Für eine Veranstaltung, mein Higlight 2025, führte eine Reporterin mit mir ein sehr langes und ausführliches Interview. Daraus erwuchs ein sehr langer Artikel. Mindestens eine halbe Seite über mehrere Spalten hinweg. So eine Feinfühligkeit habe ich noch nie erlebt. Die Reporterin war super vorbereitet. Sensible Themen wurden mit Respekt und aller Würde behandelt. Sie hat alles verstanden, was ich erzählte. Sie hat in ihrem Interview es geschafft, ganz ohne Klischees zu arbeiten. Ich sage euch. In meiner Pressekiste, denn ein Ordner oder eine Mappe reichen längst nicht mehr, kann sich kein anderer Zeitungsartikel damit messen.
Es war kein Artikel über mich, sondern es war ein Artikel mit mir. Leider steckt der Artikel hinter einer Paywall. Aber wer bei der Badischen Zeitung ein Abonnement hat, wird ihn finden.

23.05. Sensibilisierung auf der Messe Rehab – Akademie der Fahrschullehrer

Das wusste ich überhaupt nicht, dass angehende Fahrschullehrer eine Akademie besuchen müssen. Der Professor hatte die Idee eines Sensibilisierungstages für seine Fahrschullehrer:innen.
Im Rahmen der Hilfsmittelmesse Rehab, in Karlsruhe, durften die Beauftragte für Menschen mit Behinderung der Stadt Karlsruhe, die im Rollstuhl sitzt, und ich, einen Vortrag gestalten.
Es ging hier eher um Barrieren und Probleme im Straßenverkehr und weniger um Astronomie, aber es kamen sehr viele Fragen und hat einen riesigen Spaß gemacht. So funktioniert Sensibilisierung. Wir haben so viel gelacht.

27.05. KATE-Ringvorlesung „Explore the Universe with four senses“

KATE ist ein Forschungsprojekt, das ganz viele Bereiche zu Accessibility abdeckt. Von Exo-skelett, Robotik, KI-Unterstützung bei verschiedensten Beeinträchtigungen, aber auch für richtige Sprache etc. ist alles dabei.
Jedes Semester findet in diesem Rahmen eine Ringvorlesung statt, wo Experten zu verschiedenen Themen eingeladen werden.
Mir wurde diesmal die Ehre zu Teil, mal zeigen zu dürfen, wie blinde Menschen ein Hobby betreiben, das viele nur für Menschen mit Sehvermögen denken. Also hielt ich den Vortrag „Explore the Universe with four Senses“. Leider gehen diese Vorträge auf Englisch mir nicht so leicht von der Hand. Man kann viel weniger lyrisch, spontan, witzig etc. sein. Aber ich denke, es war ganz gut.

26.06. Explore the Universe with four senses (University Brno)

Für unsere Gäste der Universität Brno, hielt ich diesen Vortrag dann nochmal. Dort war es etwas leichter, weil wir uns sehr gut kennen und weil die an ihrer Universität auch Menschen mit Blindheit unterstützen. Da musste ich dann nicht alles erklären.

08.07. Auftritt in Schopfheim-Farnau

Und da sind wir nun beim Highlight 2025.
Seit fast 15 Jahren gebe ich nun schon Vorträge, Lesungen und Workshops. Aber nie fand eine Veranstaltung in meinem Geburtsort statt. Meine Familie war noch nie in einer meiner Veranstaltungen. Und das hat nun endlich stattgefunden.
Die Stadt Schopfheim schaffte sich im Rahmen eines Inklusionsprojektes eine Rikscha für Ausflüge für Senioren an. Und in diesem Zusammenhang kam der landeskirchliche Beauftragte für Inklusion ins Spiel. Der leitet den Evang. Blinden- und Sehbehindertendienst Baden, in dessen Vorstand ich Schriftführer bin. Dieser nette Mensch schlug der Pfarrerin in Schopfheim eine Veranstaltung mit mir vor, weil die Astronomie so inklusiv ist.
Er wusste nicht, dass ich in dieser Stadt geboren bin.
Und so kam es zu dieser wunderbaren Veranstaltung. Der Raum war knallvoll, so dass wir noch mehr Stühle brauchten. Und was für mich sehr berührend war, wer von meiner Familie konnte, war da. Das war um so intensiver, weil unsere Familie naja, sagen wir mal so: „Unter jedem Dach ein Ach“…
Ich bin aber davon überzeugt, dass meine Veranstaltung unsere Familie wieder etwas näher zusammen geführt hat. Wir schreiben und hören uns wieder öfter und wissen, wie es den anderen geht.
Rund um diese Veranstaltung erschienen insgesamt drei oder vier Zeitungsartikel, die ich euch alle nicht zeigen kann. Aber die beeindruckende Beschreibung des Ankündigungsposters und Flyers von ChatGPT darf ich auf jeden Fall mit euch teilen.

Schaut mal:

Sehr gern – hier ist eine ausführliche Bildbeschreibung des Veranstaltungsplakats für den blinden Diplom-Informatiker und Referenten Gerhard Jaworek:
Bildbeschreibung des Veranstaltungsplakats „Blind zu den Sternen“
Das Plakat ist visuell sehr eindrucksvoll gestaltet und vermittelt durch Bildsprache, Farben und Schrift eine besondere Atmosphäre zwischen Technik, Raumfahrt und Inklusion. Der Gesamteindruck ist modern, inspirierend und klar strukturiert.
1. Hintergrundmotiv
Der Hintergrund zeigt ein eindrucksvolles, hochauflösendes Weltraumbild:
• Man blickt aus dem All auf die Erde hinunter. Die Erdkrümmung ist klar erkennbar, mit einem leuchtenden Streifen an der Kante – dort geht gerade die Sonne auf oder unter.
• Der Himmel darüber ist tiefschwarz mit einzelnen Sternpunkten.
• Wolkenformationen über der Erde sind im Gegenlicht sichtbar, sie wirken plastisch und realistisch.
• Der Sonnenaufgang (oder -untergang) erzeugt einen Lichtschein, der nach oben strahlt – fast wie ein Symbol für Aufbruch, Hoffnung oder Erleuchtung.
2. Veranstaltungsdaten in einem Balken ganz oben
Am oberen Rand des Plakats befindet sich ein durchgehender, dunkler, halbtransparenter Streifen mit weißer Schrift. Von links nach rechts stehen dort:
• Ein kleines Icon in Form eines stilisierten Saturns (Ringplanet).
• Dann das Datum: „Di 8. Juli 2025“
• Danach die Uhrzeit: „18.30 – 20 Uhr“
• Und ganz rechts: **„Ev. Gemeindehaus Fahrnau (Gerberstraße

Inspiriert davon, machte ich mich, wie ihr wisst, auf die Suche nach Astronomen, die mit Sicherheit Alemannisch gesprochen haben. Ganz auf Alemannisch wollte ich den Vortrag nicht halten, um auch allen „Zugezogenen“ die Chance zu geben. Aber an passender Stelle sprach ich durchaus meinen wunderbaren heimatlichen Dialekt.
Das war auch sehr bewegend.
Astro-Mundart

09.08. Perseiden bei Eberhard

Woche für Woche verwöhnt uns Eberhard mit einem spannenden Newsletter, in welchem es um Astronomie, Natur, Wetter, Jahreslauf und vieles mehr geht. Sehr lesenswert. Schon das dritte mal durfte ich alleine eine Ausgabe dieses Newsletters gestalten.
Beim ersten mal ging es darum, wie ich als Mensch mit Blindheit die Astronomie erlebe und treibe.
Astronomie ohne Sternensicht

Letztes Jahr bekam ich einen Platz in der Vorweihnachtszeit. Dort schrieb ich dann über Weihnachten auf der ISS und stellte einige Bücher des Arbeitskreises der blinden Autoren vor, in welchen auch ich verewigt bin.
Ein Weihnachtlicher Newsletter

In diesem Jahr erhielt ich die Ehre, die Ausgabe im August zu den Perseiden zu gestalten, obwohl in diesem Newsletter sogar Berufsastronomen mitlesen und gestalten, die das vermutlich professioneller könnten als ich.
Das lies ich mir gefallen, und ich schrieb u. A., dass man Sternschnuppen mit der richtigen Ausrüstung sogar hören kann.
Sternschnuppen sehen und hören

Es macht mir immer wieder Freude, für diesen Newsletter zu schreiben, der kontinuierlich wächst und schon einige hundert Abonnent:innen hat. Solch ein Wachstum würde ich mir für diesen Blog auch mal wünschen…

12.08. Perseiden in Bozen

Schon seit vielen Jahren ging ich mit einer netten Gruppe von blinden Menschen nach Österreich in ein Urlaubshaus, das für unsere Bedürfnisse ausgelegt ist. Dieses hat nun leider geschlossen, was ich sehr schade finde. Langsam brechen uns alle Häuser weg, wo wir mit unserer Beeinträchtigung mal in Ruhe urlauben können. Also entschieden wir uns für das Haus in Bozen.
Der Urlaub war sehr schön. Das Haus ist für uns super. Dort kam ich mit der Macherin eines Podcasts für den Tiroler Blindenverband zusammen. Sofort packte sie die Gelegenheit am Schopf, und ich durfte mit ihr eine Folge über meine Themen aufnehmen.
Ihr müsst, wenn ihr die Folge abhört, leider etwas spulen, bis ihr zum Interview mit mir kommt, weil es keine Kapitelmarken o. Ä. gibt.
Oktoberausgabe von Hörbrief Kontakte
Natürlich hielt ich auch einen kleinen Vortrag über die Perseiden in einer schönen Hütte für alle, die sich dafür interessierten. Schön wäre es gewesen, wenn wir die Perseiden hätten direkt hören können, denn es war ein Funkerpärchen dabei, deren Ausrüstung theoretisch dazu getaugt hätte. Aber wir waren zu niedrig, so dass die Empfangsbedingungen nicht gegeben waren.
Naja, dann spielte ich halt Sternschnuppen vom Laptop ab.
In Österreich, am alten Urlaubsort, waren meine Vorträge so bekannt, dass manchmal das halbe Dorf mit Kind und Kegel zu mir auf die Wiese kamen. Die, welche damals Kinder waren, brachten mittlerweile ihre eigenen Kinder mit. Es war eine kleine Attraktion, wenn der Sternenonkel kam. Schade um das Haus und alles.

28.08. Veröffentlichung beim Podcast „im Aufzug“

So heißt der Podcast von Raul Krauthausen. Er ist für mich einer der größten Aktivisten für Inklusion in Deutschland. Er spricht in Talkshows, hat einige Bücher geschrieben und betreibt eben diesen Podcast, wo er sehr prominente und gute Leute eine Stimme gibt. Ich biete meine Veranstaltungen schon gerne z. B. an Schulen, Bibliotheken, Vereinen und sonstigen Kultur schaffenden an, wo ich glaube, dass meine Passion mal spannend sein könnte. Jemanden wie Raul mit seinem Netzwerk und seiner Reichweite um ein Interview zu bitten, fällt mir aber schwer. Dennoch fasste ich bei Raul meinen Mut, und fragte ihn, ob wir beide nicht mal eine Veranstaltung zusammen machen wollen. Dann kam aber die Pandemie und alles, so dass es nie dazu kam. Ausgangspunkt für eine erneute Nachfrage meiner seits war sein neuestes Buch. Es handelt von einem Kind mit Rollstuhl im Weltraum. Da muss ich natürlich darauf springen. Gelesen habe ich das Buch zwar noch nicht, weil ich auf das Hörbuch warte.
Hier die wichtigsten Daten, damit ihr es beim Buchhändler eurer Wahl finden könnt.
Als Ela das All eroberte, Gebundene Ausgabe von Raúl Krauthausen , Adina Hermann, Carlsen, 9783551522467
Sofort war Raul begeistert und bat mir an, in seinem Podcast Gast sein zu dürfen. Dank online, war das für mich ohne Reisen und alles, sehr gut möglich. sofort sagte ich zu. Wir kannten uns vorher tatsächlich nur über das Internet und nicht persönlich. Raul erlaubte mir sofort, dass ich die Folge auch über seinen Podcast hinaus teilen und senden darf. Hört euch diese Folge an. Es lohnt sich wirklich.
Raul schreibt dazu:

Gerhard Jaworek ist Informatiker, Astronom, Blogger und Autor – und er zeigt mir, dass man Sterne auch ganz ohne Augen sehen kann. Wir sprechen über Sterne, sprechende Aufzüge und darüber, wie sich der Mars in der Hand anfühlt.
Doch Gerhard erzählt mir auch von seiner Arbeit am KIT in Karlsruhe, wo er Studierende mit Sehbehinderung unterstützt. Über echte und falsche Applausmomente, über die Inklusion in der Wissenschaft und warum Astronomie für ihn von Natur aus eine inklusive Disziplin ist. Außerdem geht es um deutsche Beiträge zur Raumfahrt und die Frage, ob Klimaschutz nicht unser eigentliches Menschheitsprojekt sein sollte.
Wir reden über die kuriosesten Kinderfragen, über absurde Missverständnisse zwischen Sehenden und Blinden – und über Gerhards Begeisterung für kleine Details, die das Universum plötzlich greifbar machen. Aufzugtür auf für Gerhard Jaworek!

Zur Sendung geht es
hier lang.

28.09. Mondfrage für Blinde bei Eberhard

In oben genanntem Newsletter, für welchen ich manchmal schreiben darf, lesen auch viele Menschen mit Blindheit oder Sehbeeinträchtigung mit. Das kommt da her, weil die Sternwarte München zusammen mit dem Deutschen Museum manchmal Astro-Veranstaltungen für diesen Personenkreis anbietet. Die stellen natürlich manchmal auch Fragen an Eberhard. Diesmal durfte ich die Antwort geben.
Die Frage war folgende:

Lieber Eberhard,
ist es möglich, von irgendeiner Quelle mittels einer Fotodiode mit einem Tongeber einen Pieps zu bekommen?
Damit könnte man als Vollblinder in der Nacht schon mal neugierigerweise den Mond und vielleicht auch einen ähnlich hellen Himmelskörper hörbar machen.
Könnt ihr uns da weiterhelfen?

Euch gebe ich die Antwort aber heute noch nicht. Wir starten damit im neuen Jahr in unserer Rubrik „Frag, und es wird Tag.

01.10. Mein Buch wurde zehn Jahre alt

Ihr habt es ja gelesen, dass mein Buch sein Zehnjähriges feiern durfte. Ich schrieb darüber in
Wir feiern einen alten Schinken.

26.10. Veröffentlichung der Podcast-Folge beim DLR

Rauls Podcast „Im Aufzug“ hat wirklich eine spannende Hörerschaft. Er wird sogar beim Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt gehört.
Die betreiben den Podcast „Von der Erde ins All“. Es war mir eine besondere Ehre, hier eine Folge mitgestalten zu dürfen. Eine Folge, gemeinsam mit dem Astronauten Matthias Maurer, mir und anderen Experten für Planetenforschung etc. Aber lest selbst.

So klingt der Weltraum
Von der Erde ins All

Das Universum ist voller Klänge und Melodien! Das klingt paradox – und doch: Forscher:innen arbeiten daran, das Unhörbare hörbar zu machen: Sie übersetzen Radiowellen in Töne, wandeln Magnetfelder in Musik. Und das ist gut so, denn nur ein winziger Teil des Universums ist überhaupt sichtbar für unsere Augen. Gerhard Jaworek, ein Astronom und Informatiker, der selbst nichts sieht, aber unglaublich viel hört, nimmt uns mit auf eine Reise ins hörbare Weltall. Außerdem sind diesmal mit dabei: ESA-Astronaut Matthias Maurer, Missionsleiter Volker Schmid (DLR), Christopher Schmidt vom Institut für Kommunikation und Navigation (DLR) sowie Daniela Tirsch, Planetengeologin am Institut für Weltraumforschung (DLR)

Hier könnt ihr euch die Sendung Auf Apple Podcasts anhören:
Von der Erde ins All – So klingt der Weltraum
OK, gesehen und kennengelernt haben Matthias Maurer und ich uns jetzt nicht, weil die Sendung aus verschiedenen Interviews geschnitten wurde, aber es existiert nun eine Sendung mit unseren beiden Stimmen. Darauf bin ich stolz.
Vor dem Interview wusste ich nichts davon. Es war auch für mich eine totale Überraschung, weil ich den Podcast vorher nicht kannte.

03.11. Lehrauftrag Fachhochschule Freiburg, – Benutzung Blog im Unterricht

An der evangelischen Hochschule in Freiburg können Studierende der Sozialarbeit und Sozialpädagogik ein zweisemestriges Seminar zu Themen der Inklusion besuchen und sich das auf ihre Studienleistungen anrechnen lassen. Der Leiter des Evang. Blinden- und Sehbehindertendienstes Baden, wo ich auch im Vorstand mitwirke, leitet als Inklusionsbeauftragter der evangelischen Landeskirche Badens, in diesem Semester das Seminar. Er lud mich ein, mal quasi als praktisches Beispiel mit den Studierenden über Themen der Inklusion zu sprechen, um z. B. Fragen zu beantworten. Als Impulsvortrag wählte ich das inklusivste, was es gibt, die Astronomie. Ich finde es wirklich super, wenn für diese Themen schon in Schule und Studium sensibilisiert wird. Sehr gerne nehme ich derartige Angebote an. Sollte jemand von euch auch einmal so eine Veranstaltung haben, stehe ich als Referent sehr gerne zur Verfügung.

17.11. Frag den Sternenonkel

Wie viele von euch wissen, gibt es auf Blindnerd.de die Kategorie für Fragen Frag, und es wird Tag . Artikel, die eure Fragen beantworten, werden dieser zugeordnet. Eure Namen werden selbstverständlich nicht erwähnt, so dass jeder ungeniert fragen darf, kann und auch soll. Derlei zu beantworten freut den Sternenonkel sehr. Dieses Format mit Fragen und Antworten probierte ich für unseren Arbeitskreis der blinden Autoren mal online auf unserer Lesebühne aus. Ins Radio und zu den Sprachassistent:innen wurde diesmal noch nicht gestreamt, weil wir hier noch im Aufbau sind, um irgendwann mal life senden zu können. Aber, was soll ich sagen. Der Testballon funktionierte hervorragend. Es kamen viele Fragen, die ich zum Glück auch beantworten konnte. Man konnte mir die Fragen auch vorher schicken, damit ich mich vorbereiten kann. Es hat einen riesigen Spaß gemacht. Das wird wiederholt. Und ich warte schon sehr darauf, bis das dann auch ins Internetradio kommt oder von den Alexas empfangen werden kann. Drückt mir die Daumen für dieses neue Format.

21.11. Freizeit des EBS-Baden zum Thema Luft

an diesem vorletzten Novemberwochenende hatten wir unsere Jahresfreizeit des Evang Blinden- und Sehbehindertendienstes Baden diesmal zum Thema Luft.
Hier nur ganz kurz, worum es in der Freizeit grob ging.

  • Wir erfuhren vom Sternenonkel,woraus Luft besteht, wie sie auf die Erde kam, dass sie nicht immer so war, wie sie jetzt ist, von ihre Geschichte der Entdeckung ihrer Bestandteile, wie sich die Alchemie zur heutigen Chemie entwickelte, und wie man Brot aus Luft gewinnen kann. Damit ist natürlich die Herstellung von Düngemitteln aus dem Stickstoff unserer Atmosphäre gemeint, mit
    deren Hilfe der Welthunger gelindert werden konnte. In diesem Zusammenhang durfte natürlich die umstrittene Persönlichkeit Fritz Haber nicht unerwähnt bleiben.
  • Unsere Ursula, die mittlerweile dreiundneunzig Jahre auf dem Buckel hat, erklärte uns die Luft aus Sicht der Weltreligionen.
    Da gibt es den Odem, der Gott dem Menschen einhauchte, auf dass er lebe,
    das geistige Atma der buddhistischen Religionen,
    auch den heiligen Geist, der mit Luft verglichen werden kann, und vieles mehr.
    Mich erstaunt hier immer wieder, wie Ursula uns das alles frei erzählt, ohne Notizen oder Skript. Euer Sternenonkel kann das nicht.
  • Nach Kaffee und Kuchen wurde es richtig praktisch. Eine Atemtherapeuting zeigte uns, wie man diesen Lebensstoff richtig einsaugt und bewusst erlebt.
    Richtiges Atmen ist sehr wichtig. Es gibt Entspannung und uns auch die richtige Stimme, wenn wir sie brauchen.
    Also ich finde, da waren einige Übungen dabei, die sich sehr gut in den Alltag integrieren lassen.
  • Als finaler Höhepunkt und Ausklang steht immer der Abschlussgottesdienst am Sonntag.
    Diesmal konnten wir dafür eine Pfarrerin aus dem EOK gewinnen. In ihrer Predigt griff sie auf ganz wunderbare Weise alles nochmal auf, was wir an diesem Wochenende erleben durften.
    Besser konnte man die ganzen losen Fäden nicht zusammenführen.

Diese Freizeit ist ein ganz integraler Bestandteil meiner Arbeit, weil sie für einige der Teilnehmenden das einzige ist, wo sie im Jahr mal aus ihrer Wohnheim- und Werkstattumgebung heraus kommen.

01.12. Weihnachtskalender

sicherlich wundertet ihr euch, dass der Blindnerd schon am ersten Advent mit seinen Weihnachtsgeschichten begann, obwohl der 01. Dezember doch erst am Montag war.
Ja, das hatte seinen Grund.
In diesem Jahr konnte es leider keinen Blindnerd-Adventskalender geben, der alle 24 Türchen befüllte.
Viele von euch wissen es, dass ich im letzten halben Jahr sehr gesundheitlich gebeutelt war. Da fehlte mir einfach die Kraft, vierundzwanzig Geschichten zu recherchieren und zu schreiben. An Ideen hätte es mir durchaus nicht gemangelt.
Ganz hängen lassen durfte der Sternenonkel aber seine Leserschaft in der Weihnachtszeit, wo Sterne so wichtig sind, doch nicht.
Deshalb bediente ich diesmal nur die Eckdaten, alle vier Adventssonntage, Nikolaus und natürlich den heiligen Abend.
Nun wisst ihr, wieso ich zu früh startete. Aber wenn man schon nicht alle Türchen füllt, dann muss wenigstens der erste Advent dabei sein, ob es nun schon Dezember ist, oder nicht.
Und ja, die Verlinkung zum Adventskalender des Arbeitskreises BLAutor, gab es natürlich. Den administriere ich ja nur und bekomme die Geschichten für die Türchen von unseren Schreiberlingen geliefert. So dass die Veröffentlichung einfach war.

Fazit:

Trotz aller gesundheitlichen und psychischen Einschränkungen, konnte ich doch wieder einiges auf die Beine stellen und erleben. Dafür bin ich sehr dankbar.
Dankbar bin ich vor allem für die wunderbare Zeit mit euch, für die wunderbaren Kommentare, Begegnungen ob online oder persönlich, für eure Fragen und eure Geduld, für die Zeit, die ihr mir schenkt, um meine Artikel zu lesen und hoffe, dass ihr mir auch im nächsten Jahr wieder die Stange haltet.
In diesem Jahr ward ihr so aktiv dabei, wie nie zuvor. Ich musste mir kein einziges mal die Frage stellen, was es bringt, ob es lohnt…
Jetzt wünsche ich für uns alle ein friedliches neues 2026. Hoffen wir, dass wir einige Krisen etwas in den Griff bekommen.
Ich freue mich auf jeden Fall sehr, mit euch zusammen auch in 2026 wieder viele spannende Geschichten zu erleben. Immerhin gibt es eine Sonnenfinsternis, dort zu sehen, wo man gerne Urlaub macht..
Es grüßt euch herzlich

Euer Sternenonkel.

Blindnerd Adventskalender 2025, zu heilig Abend

Vorbemerkung: Kein Verlass, nicht mal an Heilig Abend

Meine lieben,
wie soll es anders sein. Wenn man sich einmal auf die Technik verlässt…
Es ist mir schon nach heilig Abend in meinem Weihnachtsurlaub aufgefallen, dass ihr und ich den vorbereiteten Artikel zu Heilig abend nicht bekommen haben. Eingreifen konnte ich leider nicht, weil ich nur mein Smartphone und keinen Laptop in meinem Gepäck hatte. Ich dachte, ich könnte mir dieses Gewicht sparen. Offenbar doch nicht…
Der Mechanismus der automatischen datums- und uhrzeitgesteuerten Veröffentlichungsfunktion hat mich im Stich gelassen. Das kannte ich auch schon von meinem ersten Adventskalender her. Das Problem war bekannt, und ich vertraute darauf, dass es doch nach fünf Jahren und vielen Updates gelöst wäre. Scheinbar nicht, oder ich habe was falsch eingestellt.
Wie auch immer. Heute ist der 28.12., der heilige Abend liegt hinter uns, aber meine Geschichte ist und wird aktuell bleiben, so lange es Sterne gibt. Also ist eine Woche Verspätung überhaupt nichts.
Nun aber zu unserer Geschenk-Geschichte zu Heilig Abend.

Das größte Geschenk des Universums

Ihr erinnert euch? Heute packen wir aus, worüber wir in den Wochen zuvor gesprochen haben.
Was passiert am Himmel, wenn Sterne aufleuchten, wo sie nicht hin gehören.
Lösen wir also die schöne Schleife des Geschenks und packen vorsichtig aus.
Und das kann ich euch versichern. Es ist nicht einfach nur ein weiteres spannendes Phänomen am Himmel, dass Sterne plötzlich aufleuchten und wieder verlöschen. Es ist das wichtigste von allem. Das wichtigste im Universum. Ihm verdanken wir überhaupt, dass es uns gibt. Ist das nicht weihnachtlich?

Hatschi im Universum

Stellen wir uns einen klaren Nachthimmel vor. Sterne funkeln still, seit Millionen oder gar Milliarden Jahren. Alles wirkt unveränderlich. Und doch gibt es Momente, in denen das Universum plötzlich aufschreit, wenn ein Stern stirbt und sich in eine Supernova verwandelt. Für einen Augenblick wird er so hell wie eine ganze Galaxie. Ein kosmisches Drama, das nicht nur vom Ende erzählt, sondern auch vom Anfang von allem, was nach ihm kommt. Einige davon lernten wir ja letzte Woche kennen, und welche Geschichte der neue Stern von Tycho Brahe erzählte, ebenso. Ach ja, Novae werden diese Vorkommnisse seit Tycho genannt. Steht für „neu“. Stella Nova, ein neuer Stern. Und wenn das Phänomen besonders spektakulär auftritt, dann sind diese Novae auch noch „super“.

Supernovae sind keine Explosionen wie auf der Erde. Sie sind Zeitenwenden im Sternenleben. Sie entscheiden darüber, welche Elemente entstehen, welche Wolken aus Gas und Staub sich verdichten, und ob in ferner Zukunft irgendwo Planeten, Ozeane und Lebewesen entstehen können. In gewisser Weise steckt in jedem Atemzug ein Hauch vergangener Sternenexplosionen.

Astronomisch werden Supernovae in zwei große Familien unterteilt:
Kernkollaps-Supernovae, wenn ein Riesenstern unter seinem eigenen Gewicht zusammenbricht, und thermonukleare Supernovae, wenn ein Weißer Zwerg in einem Doppelsternsystem zur Bombe wird.
Hinter diesen Begriffen verbergen sich wahre kosmische Geschichten.
Schauen wir uns diese Familien mal etwas näher an.

Supernovae vom Typ 1a – Die Explosion, die Maßstäbe setzt

Normalerweise werden die Novae-Typen nicht mit Ziffern, sondern mit römischen Zahlen bezeichnet, nicht 1A, sondern IA. Da die meisten Sprachausgaben das aber dann so seltsam lesen, weiche ich von dieser Konvention ab, und benutze Ziffern anstelle von römischen Zahlen.
Das aber nur am rande. Weiter geht’s.

Supernovae des Typs 1A beginnen unscheinbar. Ein „Weißer Zwerg“, der ausgebrannte Rest eines sonnenähnlichen Sterns, kreist eng um einen Begleiter. Er zieht langsam Materie von ihm ab — tropfenweise, geduldig, über Jahrtausende.
Irgendwann erreicht er eine kritische Masse. Sein Inneres gerät aus dem Gleichgewicht. Und dann passiert etwas, das man fast poetisch nennen könnte: Der ganze Stern entzündet sich auf einmal. Kohlenstoff fusioniert wie in einem gewaltigen Flächenbrand, eine thermonukleare Kettenreaktion, die den Weißen Zwerg vollständig zerreißt.
Kein Kern bleibt übrig, kein Neutronenstern, kein Schwarzes Loch — nur eine expandierende Wolke aus Nickel, Eisen und schwereren Elementen. Da viele Sterne als Doppelsternsysteme vorkommen, ist das die häufigste Art, wie ein Stern sein Leben lässt. Aber bedenken wir auch vor dem weihnachtlichem Hintergrund. Sterbende Sterne geben uns das Leben, weil in ihnen die Elemente gebacken werden, die dazu nötig sind.

Außerdem sind diese Art von Novae in wichtiger Hinsicht sehr zuverlässig.
Diese Explosionen beginnen fast immer bei derselben Masse. Dadurch leuchten sie mit sehr ähnlicher Helligkeit. Astronomen nutzen sie als „Standardkerzen“ — gewissermaßen als kosmische Entfernungsbestimmer — und konnten damit beispielsweise zeigen, dass sich das Universum sogar beschleunigt, also mit zunehmender Geschwindigkeit ausdehnt.
Ohne Typ-1a-Supernovae wüssten wir vermutlich nichts von der Dunklen Energie.

Supernovae vom Typ 2 – Ein Riese kehrt heim

Am Anfang steht ein Stern, viel größer als unsere Sonne. Vielleicht zehn, zwanzig oder mehr Sonnenmassen. Solche Giganten leben schnell und verschwenderisch. Sie verbrennen ihren Wasserstoff in ihren Kernen sehr rasch, so dass weitere Kernverschmelzungen einsetzen.
Schicht um Schicht wird erst Wasserstoff, dann Helium, später Kohlenstoff, Neon, Sauerstoff, Silizium und andere Elemente fusioniert.
Der Querschnitt eines solchen „Zwiebelsterns“ sieht nun aus, wie die Jahresringe eines Baumes, nur aus glühender Materie.

Doch irgendwann stößt der Stern an eine Grenze. Bei Eisen ist mit der Weihnachtsbäckerei erst mal Schluss, weil man Energie von woanders her benötigte, um auch noch aus Eisen etwas schwereres zu backen.
Plötzlich trägt der Kern die gewaltige Hülle nicht mehr. Für den Stern gibt es nun kein Gleichgewicht mehr, und er kollabiert.
In Sekundenbruchteilen stürzt der Kern ein, wird zu einem Neutronenstern, einem Objekt so dicht, dass ein Teelöffel seiner Materie Milliarden Tonnen wiegen würde. Die Hülle prallt zurück, schwingt auf, und das Universum blitzt auf.

Im Spektrum dieser Explosion erkennt man deutlich Wasserstoff als Die übrig gebliebene äußere Schicht des Sterns. In gewaltigen Stoßwellen werden Elemente hinausgetragen, die für unser Leben wichtig sind.
Sauerstoff für Luft, Kalzium für Knochen, Eisen für Blut und Werkzeuge. Jedes Staubkorn in einer zukünftigen Welt könnte aus dieser Wolke stammen.

Manchmal bleiben am Ende auch Überreste sichtbar, wie der berühmte Krebsnebel, ein glühender Kokon aus Gas und Staub, in dessen Zentrum ein schnell rotierender Neutronenstern wie ein pulsierender Herzschlag schlägt. Wir empfangen seine Radiowellen und können diesen „Herzschlag“ hören.

Typ 2B und 2c – „nackte“ Sterne

Nicht alle Riesensterne sterben mit voller Hülle. Manche verlieren sie durch starke Sternwinde oder durch die gravitative Nähe eines Partners in einem Doppelsternsystem. Diese Sterne gleichen Tragödienhelden, die schon lange vor ihrem Ende Stück für Stück das verlieren, was sie einst bedeckte.

Fehlt die Wasserstoffhülle, sehen Astronominnen und Astronomen im Spektrum keine Wasserstofflinien mehr. diese Explosion wird dann als Typ 2b klassifiziert.
Ist zusätzlich auch das Helium verschwunden, entsteht Typ 2c.

Im Inneren passiert dasselbe wie bei den Typ-2a-Supernovae.
ein Kern kollabiert. Doch die Umgebung der Explosion ist freier, weil ja keine Hülle mehr weggedrückt werden muss und das Material ist kompakter.
Manche dieser Ereignisse sind so extrem energiegeladen, dass sie mit Gammastrahlenausbrüchen in Verbindung stehen, den hellsten Ausbrüchen des Universums.

Man könnte sagen: Typ 2b und 2c sind „nackte“ Supernovae.
Ihre Spektren zeigen uns nicht die äußeren Schichten, sondern direkt das freigelegte, hochenergetische Herz eines sterbenden Sterns.
Hauptverantwortlich dafür, dass bei der Explosion eines Sterns dieser Familie die Hüllen weggesprengt werden, wenn sie noch zum Zeitpunkt der Explosion vorhanden sind, sind die Geisterteilchen, Neutrinos genannt. Die wechselwirken normalerweise nur sehr selten mit etwas anderem. Aber bei solch einem Kollaps entstehen so viele davon, dass sie bei ihrer „Flucht“ die Hülle mit sich reißen. Woher diese Geisterteilchen kommen und wie man sie nachweisen kann, ist so spannend, dass wir uns dieses für eine weitere aufregende Geschichte aufheben müssen.

Kilonovae

Aber selbst diese gewaltigen Ereignisse der Typ-2-Familie reichen noch nicht aus, um unsere Weihnachtsbäckerei vollständig zu machen, um dort alle bekannten Elemente des Periodensystems zu backen.
Ist ein ausgebrannter Sternrest nach seiner Nova noch etwa das anderthalb fache bis zu etwa dem vier fachen der Sonne schwer, endet er nicht wie sie, als weißer Zwerg, der dann langsam auskühlt und verblasst, sondern ihm ist ein anderes Ende beschieden.
Ein Szenario, wie so ein schwerer Stern enden kann, ist ein Neutronenstern. Er ist so dicht, dass die Elektronen der Atome in die Protonen der Kerne gedrückt werden.
Er besteht nun aus entarteter Materie, die es auf Erden nicht gibt.
Dieser Sternenrest hat vielleicht einen Durchmesser von 30 – 40 Kilometern und ist das anderthalb bis das dreifache unserer Sonne schwer, die einen Durchmesser von 1,4 Mio Kilometer besitzt.
Nur am Rande: Noch schwerere Sternreste enden als schwarze Löcher.

Sterne kommen häufig als Pärchen vor. Somit kann es sein, dass beide, wenn sie ähnlich schwer sind, ihr Leben als Neutronensterne beenden.
Kreisen nun zwei Neutronensterne umeinander, so verliert das System langsam Energie, die in Form von Gravitationswellen davon getragen wird. Diese Wellen sind sehr schwach, aber man kann sie mittlerweile mit riesigen Detektoren messen.
Es ist vor einigen Jahren gelungen, die Gravitationswellen eines Zusammenstoßes zweier Neutronensterne zu messen und gleichzeitig mit optischen Teleskopen in diese richtung zu schauen.
Dort fand man, im Lichte des Crashs, dass diese Weihnachtsbäckerei noch viel effektiver alle chemischen Elemente backen kann, als irgendwelche Novae, seien sie auch noch so heftig.
Die hier frei werdende Energie reicht aus, alle Bausteine des Lebens und des Universums zu erzeugen.
Aus so einem Inferno, wo zwei Neutronensterne zusammenkrachen, entstehen beispielsweise ungefähr drei Erdmassen reinen Goldes, das gerade zu Weihnachten bei uns eine große Rolle spielt. Das scheint viel, ist es aber nicht. Bedenken wir, dass jeder am Crash beteiligter Neutronenstern deutlich mehr, als unsere Sonne wiegt. Und bedenken wir dann auch, dass es sich hier nicht um einen Goldklumpen handelt, der jetzt am Stück durch das Weltall vagabundiert, sondern um Gold-Ionen, oder ganz feinen Goldstaub, der in alle Richtungen kugelförmig um die Unfallstelle herum fast mit Lichtgeschwindigkeit ins All geblasen wird. Nimmt man jetzt noch die riesigen Entfernungen von vielleicht Milliarden Lichtjahren zu uns an, dann dürften die Erwartungen von Spekulanten, Börsenmäklern und Schmuckherstellern bald schwinden, dass wir auf einen “Goldregen” hoffen dürfen. Aber will man viel Gold vor Dieben schützen, versteckt man es am besten in einem Stern…

Die Gärtner des Kosmos

So unterschiedlich Sterne auch sterben, erfüllen alle Supernovae dieselbe große Aufgabe:
Sie sind die Gärtner des Universums.
Sie erzeugen und zerstreuen die Elemente, aus denen Sterne, Planeten und Lebewesen entstehen. Sie drücken Gaswolken zusammen, lösen neue Sternentstehung aus, und sorgen dafür, dass das Universum niemals stillsteht, sondern sich ständig weiter entwickelt.

Vielleicht ist das die schönste Erkenntnis:
Jedes Metall in einer Münze, jeder Tropfen Blut, jeder Stein unter unseren Füßen — all das wurde einst im Herzen eines Sterns geschmiedet und in einer Supernova freigesetzt.

Also ich empfinde das alles höchst weihnachtlich.
Jetzt hoffe ich natürlich, dass ihr ein frohes Fest hattet, dass mein Artikel zu Heilig abend euch auch jetzt noch gefällt, und dass ihr etwas nachvollziehen konntet, wie großartig und weihnachtlich das alles ist.
Ich werde mich bald nochmal mit meinem obligatorischen Jahresrückblick bei euch melden, und bin jetzt schon sehr gespannt, was wir gemeinsam im nächsten Jahr erleben dürfen.
Für den Augenblick bleibt mir nur noch, euch auf das letzte Türchen unseres wunderbaren literarischen Adventskalenders zu schicken.
https://www.blautor.de/der-blautor-adventskalender/

Blindnerd Adventskalender 2025, zum Vierten Advent


Meine lieben,

beschließen wir am heutigen vierten Advent unseren Reigen der Himmelsgäste mit einem Text von mir, der zehn Jahre alt ist.

Eine Konsequenz aus dem Bericht Tychos war, dass viele Astronomen nun damit
begannen, die Sterne etwas genauer zu beobachten, anstatt sich nur auf die Planeten zu konzentrieren. Die Entdeckung einer Nova, das hatte das Beispiel Tychos
gezeigt, konnte einen berühmt machen. Innerhalb nur einer Generation wurde
deutlich, dass Veränderungen unter den Fixsternen gar nicht so selten waren.
So bemerkte der ostfriesische Astronom David Fabricius , ein
Freund Tychos, im Jahre 1596 im Sternbild Walfisch einen Stern, den er zuvor an
dieser Stelle noch nie beobachtet hatte. Er erwies sich als Objekt der dritten Größenklasse, besaß also nur mittlere Helligkeit, doch die Astronomen waren nicht
mehr gewillt, irgend etwas zu übersehen.

Fabricius und Sohn kennen wir auch von einem anderen Phänomen her. Sie beobachteten akribisch die Sonne und ihre Flecken. Ein Wunder, dass beide bei dieser Aktion ihr Augenlicht nicht verloren.

War es aber wirklich ein neuer Stern? Die Entscheidung war nicht schwer zu
fällen, denn man brauchte das Objekt nur weiterhin zu beobachten. Mit der Zeit
nahm seine Helligkeit ab, und schließlich verschwand der Stern, so dass Fabricius
sich in seiner Meinung bestätigt fühlte und die Entdeckung einer Nova bekannt gab.

Bei der nächsten Nova begegnen wir dem deutschen Astronomen Johannes Kepler
Kepler hatte mit Tycho während dessen letztem Lebensjahr zusammengearbeitet.
Tycho hatte mittlerweile viel Zeit damit verbracht, die wechselnden Positionen
des Mars vor den Hintergrundsternen sorgfältig zu vermessen, in der Hoffnung,
damit eines Tages beweisen zu können, dass sein Modell vom Sonnensystem der
Wirklichkeit entsprach. Tycho glaubte, daß Merkur, Venus, Mars, Jupiter und
Saturn zwar um die Sonne kreisten, diese aber zusammen mit den Planeten um die
Erde lief.
Als Tycho starb, überließ er all seine Aufzeichnungen seinem Schüler Kepler, damit dieser den noch ausstehenden Beweis für das „Tychonische System“ erbringen konnte.
Kepler gelang dieser Nachweis natürlich nicht. Was er aber statt dessen im Jahre
1609 herausfand, war, dass Mars sich nicht auf einem Kreis oder einer Überlagerung aus mehreren Kreisen um die Sonne bewegte, wie Plato gefordert und alle
westlichen Astronomen seither (einschließlich Kopernikus) angenommen hatten.
Mars bewegte sich vielmehr auf einer Ellipse, in deren einem Brennpunkt die
Sonne stand. Kepler machte sich sogleich daran, die Ellipsennatur auch der übrigen Planetenbahnen zu überprüfen.
Dabei schuf er schließlich die heute noch gültige Beschreibung des Sonnensystems, die im Gegensatz zu den Vorstellungen des Kopernikus der Wirklichkeit entsprach. In den beinahe vier Jahrhunderten seit Kepler haben die Astronomen keine wesentlichen Änderungen mehr an diesem Modell vornehmen müssen.
Zwar wurden umfassendere Theorien entwickelt und weitere Planeten entdeckt,
doch die elliptischen Umlaufbahnen sind geblieben und werden mit Sicherheit
auch Bestand haben.
Noch bevor Kepler sein System vollständig entwickelt hatte, leuchtete 1604 im
Sternbild Schlangenträger ein neuer Stern auf. Er war heller als die Nova des
Fabricius, wenn auch bei weitem nicht so hell wie der neue Stern Tychos. Der
Stern im Schlangenträger strahlte etwa so hell wie Jupiter und erreichte damit nur
ein Fünftel der Venushelligkeit.
Dennoch bot der Stern eine prächtige Erscheinung, die nunmehr von mehreren
Astronomen umfassend beobachtet wurde. Kepler und Fabricius machten sorgfältige Positionsmessungen und verfolgten die Helligkeitsentwicklung von Woche
zu Woche. Es dauerte ein ganzes Jahr, bis der Stern wieder verschwand.
Damit waren innerhalb von 32 Jahren oder gut einer Generation drei Novae am
Himmel beobachtet worden, von denen zwei ziemlich hell waren. Alle drei waren
eindrucksvolle Erscheinungen und keineswegs so selten, wie ihre Beobachter zunächst vermuten mochten.

Statistisch gesehen ist unsere Galaxis überfällig für eine neue Supernova. Es sollten etwa alle einhundert Jahre zwei Himmelsgäste aufleuchten.

Einige Riesensterne, wie Eta Carinae im Sternbild Schiffskiel oder Beteigeuze, der Schulterstern des Orion, wären gute Kandidaten, aber die spannen uns momentan noch auf die Folter. Aber vielleicht (mit vielen Fragezeichen) ist uns das Glück schon bald hold.

Einer unserer Leser bemerkte einmal, als ich über das eventuelle nahe Ende von Betaegeuze sprach, dass es doch sehr schade wäre, um den Stern. Fans vom „Per Anhalter durch die Galaxis“ wissen warum. Er ist der Heimatsstern von Fort Prefekt, einem der beiden Hauptfiguren in den Büchern…

Schon seit über einem Jahr erwarten wir sehnsüchtig eine ganz bestimmte Nova im Sternbild „Nördliche Krone“. Sie kündigt sich an, aber kommt noch nicht recht in die Gänge.
Über dieses schrieb ich in
Aufregung um den Kopfschmuck des Königs
Wir sehen also, Gäste am Himmel sind gar nicht so selten. Wir Astronomen heißen sie herzlich willkommen, weil jeder dieser Gäste eine neue Botschaft für uns mitbringt, indem er neue Erkenntnisse liefert und unser astronomisches Wissen erweitert.

So, und was bleibt uns jetzt zu heilig Abend? Genau. Wir packen das Rätsel um die Himmelsgäste aus, und erklären ganz vorsichtig und einfach, wie sie funktionieren.
Und noch etwas.
Vergesst bitte nicht, auch mal auf dem Kalender von unseren BLautoren
vorbei zu schauen. Es lohnt sich.

Blindnerd Adventskalender 2025, zum Dritten Advent

Meine lieben,
in diesem Reduzierten Blindnerd-Adventskalender geht es zum Fest des Lichts und der Freude auch heute, um besondere Sterne.
Greifen wir uns heute einen solchen Stern zum dritten Advent heraus, der vom größten Beobachter seiner Zeit untersucht wurde.

Im Jahre 1543 veröffentlichte Nikolaus Kopernikus (1473-1543) ein Buch mit
dem mathematischen Rüstzeug zur Berechnung der Planetenpositionen unter der
Annahme, dass die Erde zusammen mit Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn
um die Sonne lief (der Mond war auch für Kopernikus ein Begleiter der Erde).
Drei Jahre nach Kopernikus Tod wurde Tycho Brahe in der südlichsten Provinz Schwedens geboren, die damals zu Dänemark gehörte. Als Kind interessierte er sich für die juristerei. Doch nachdem er, vierzehnjährig, eine Sonnenfinsternis beobachtet hatte, widmete er seine Aufmerksamkeit fortan der Astronomie (zum Glück für ihn und die Astronomie).
Seine große Chance kam 1572. Damals war er 26jahre alt und in Europa noch
weitgehend unbekannt.
Bis zu jenem Jahr wußten die Europäer, einschließlich der Astronomen, nichts
von neuen Sternen. Da gab es den vagen Hinweis auf den neuen Stern des Hipparch, der jedoch leicht in das Reich der Fabeln verwiesen werden konnte, zumal
Ptolemäus kein Wort darüber verloren hatte.

Mit Sicherheit kannte kein europäischer Astronom die
Aufzeichnungen der Chinesen und Japaner über die diversen neuen Sterne.
Doch dann, als Tycho Brahe am ii. November 1572 aus der chemischen Werkstatt
seines Onkels ins Freie trat, sah er einen Stern, der ihm zuvor noch nie aufgefallen
war. Er leuchtete im Sternbild Kassiopeia, hoch am Himmel, und erschien heller als
jeder andere Stern dieser einprägsamen Figur. Für jemanden, der sich so gut am
Himmel auskannte wie Tycho, war dieser Stern nicht zu übersehen.
Wie schon der Gaststern des Jahres 1054 strahlte das neue Objekt heller als die
Venus. Anders als damals konnte aber niemand glauben, es sei die Venus, denn
das Sternbild Kassiopeia liegt weit abseits des Tierkreis-Gürtels. Dorthin konnte
sich kein Planet „verirren“.
In seiner Aufregung bat Tycho jeden, der ihm begegnete, nach dem Stern zu
schauen. So erhoffte er sich Auskunft darüber, ob jemand diesen Stern vielleicht
schon am Abend zuvor dort bemerkt hatte.
jeder bestätigte Tycho, dass auch er den Stern sehe; offenbar war Tycho keiner
optischen Illusion erlegen. Aber niemand vermochte zu sagen, ob dieser Stern neu
war oder nicht oder wann er ihn zum ersten Mal gesehen hatte. Es war ein heller
Stern, zweifellos. Doch konnte er nach Auskunft aller Befragten schon immer an
dieser Stelle gestanden haben.
Tycho war dagegen überzeugt, dass ihm das Objekt bei seiner letzten Beobachtung dieser Gegend nicht aufgefallen war.

Der deutsche Astronom Wolfgang Schuler scheint
den Stern bereits am Morgen des 6, November, also fünf Tage vor Tycho, bemerkt zu haben.
Tycho begann nun eine allnächtliche Beobachtungsreihe, was vor ihm noch kein
anderer Astronom versucht hatte. Während eines früheren Aufenthaltes in
Deutschland hatte er sich einige Messgeräte von hervorragender Qualität gebaut,
von denen er eines sofort benutzte, einen Sextanten, mit dem er die Winkelabstände des neuen Sterns zu den übrigen Sternen der Kassiopeia bestimmen konnte. Er eichte das Instrument sorgfältig, um jedwede Fehler, die sich aus einer
unvollkommenen Konstruktion ergeben mochten, auszumerzen, und er berücksichtigte als erster die Refraktion des Lichtes in der Atmosphäre (eine geringfügige Ablenkung des Lichtes vom geraden Weg, die durch den schrägen Lichteinfall bei horizontnahen Gestirnen hervorgerufen wird). Darüber hinaus notierte er zusammen mit jeder Messung auch sorgfältig die Bedingungen, unter denen das
Ergebnis zustande gekommen war.
Ein Teleskop stand ihm noch nicht zur Verfügung (das Fernrohr wurde erst
36jahre später erfunden), aber Tycho erwies sich als der beste Beobachter in der
ganzen Geschichte der Astronomie vor der Erfindung des Fernrohrs. Seine Beobachtungen des neuen Sternes markieren – vielleicht mehr noch als die neue Theorie des Kopernikus – den Anfang der modernen Astronomie.

Der neue Stern stand so weit nördlich, dass er im Verlauf der täglichen Drehung
des Himmels nicht unter den Horizont sank. Entsprechend konnte Tycho ihn die
ganze Nacht über beobachten. Und am nächsten Morgen stellte er zu seiner
Überraschung fest, dass der Stern hell genug leuchtete, um auch am Taghimmel
sichtbar zu bleiben.
Doch der strahlende Glanz des Sterns war nur von kurzer Dauer. Seine Helligkeit
nahm von Nacht zu Nacht ab. Im Dezember 1572 erschien er nicht mehr heller
als Jupiter, im Februar 1573 war er kaum noch zu erkennen, und im März 1574
verschwand er schließlich. Tycho hatte ihn zuletzt über einen Zeitraum von
485 Tagen beobachten können. Übrigens haben auch chinesische und koreanische
Astronomen den neuen Stern bemerkt, aber sie stellten nicht so präzise Positionsmessungen an wie Tycho.
die große Zeit der fernöstlichen Astronomie neigte sich ihrem Ende zu.

Mit der Art, wie Tycho an die Erforschung dieses Gaststernes heran ging, begann wirklich eine Neuzeit der Wissenschaft.
Bald folgte die Erfindung des Fernrohres, Galilei entdeckte vier Jupitermonde, was das neue Weltbild mit der Sonne in der Mitte stützte, Kepler fand seine drei Gesetze, und Newton seine Kraft-Gleichungen.

Ich finde, dass dieser Gaststern sehr viel weihnachtliches bietet. Er markierte, wie jener von Betlehem, eine Neuzeit.
Sind wir also gespannt, wo uns unsere letzte Geschichte am vierten Advent hin führt. Ich weiß es tatsächlich nur so ungefähr.

und bis da hin, gibt es natürlich reichlich, jeten Tag ein weiteres, Türchen von unseren BLAutoren.
https://www.blautor.de/der-blautor-adventskalender/

Blindnerd Adventskalender 2025, zum zweiten Advent


Meine lieben,
heute ist der zweite Advent, an welchem dieser Artikel erscheinen sollte, zwar schon vorbei, aber die Technik wollte gestern nicht.

Heute geht es darum, dass der Stern von Betlehem durchaus vor dem Hintergrund in guter Gesellschaft war, als dass er plötzlich auftauchte, die Könige zum Stall führte, und dann wieder verschwand.
auf keinen Fall möchte ich dem Stern von Betlehem seinen Ruhm und seine Funktion und Wichtigkeit schmälern, was er auch immer war.
Wir haben in verschiedenen Artikeln älterer Adventskalender schon einige Möglichkeiten durchgespielt, was er gewesen sein könnte.
Da wäre die Idee, er könnte ein Komet gewesen sein, die der Planetenkonjunktion oder auch die einer Nova zu nennen.

Schauen wir uns also diese Himmelsgäste mal etwas genauer an.

Ungefähr zwischen den Jahren 500 v. Chr. und 1500 n. Chr. waren die Chinesen eine Hochkultur der Wissenschaft. Sie beobachteten den Nachthimmel und die Planeten genau. Anscheinend brauchten sie sich nicht an der Vollkommenheit und Unveränderbarkeit des Sternenhimmels fest zu halten, wie es Europäer taten, die sich über Jahrtausende an Aristoteles orientierten, der genau dieses forderte.
So vermeldeten sie beispielsweise im Jahre 134 v. Chr. die Erscheinung eines Kometen und stützten damit die Äußerung des römischen Geschichtsschreibers über das, was Hipparch am Himmel beobachtet haben könnte.
Gewiss, auch die Chinesen interessierten sich nicht aus purer Neugier für das himmlische Geschehen; sie waren vielmehr, wie die Babylonier und Griechen, an der Astrologie interessiert. Sie hatten für alle möglichen Erscheinungen am Himmel Deutungen entwickelt und versuchten nun, daraus die Wahrscheinlichkeit bestimmter Ereignisse auf der Erde abzuleiten.
Da es sich bei den durch die himmlischen Zeichen vorhergesagten Ereignisse zumeist um Katastrophen handelte – um Kriege, Epidemien oder Tod -, mussten die Mitglieder der Oberschicht und selbst der Kaiser gewappnet sein, um durch entsprechende Aktionen das drohende Unheil abwenden zu können. Falls irgendein Unglück ohne Vorwarnung eintrat, konnte das durchaus den Kopf des jeweiligen Hofastronomen kosten.
Ein Beispiel hierfür ist die Enthauptung der beiden Hofastronomen Hi und Ho, die über ihrem Müßiggang vergaßen eine Sonnenfinsternis rechtzeitig anzusagen.

Im Jahre 183 am 05.12. tauchte nun ein Gaststern im Sternbild Centaur auf.
Im Jahre 210 ein weniger heller Stern im Skorpion.

Es überrascht kaum, dass wir aus Europa keine Berichte über diese Sterne kennen:

  • Die Hochkultur der Griechen – und mit ihr die Astronomie – war längst untergegangen, und die Römer hatten der Wissenschaft nie ein ernsthaftes Interesse entgegengebracht.
  • Der neue Stern im Skorpion war sicher kaum heller als Sirius, der hellste Fixstern am irdischen Firmament, und solange niemand den Himmel mit geübtem Blick betrachtete oder aber eine Karte zum Vergleich heranziehen konnte, solange mochte dieser Stern durchaus ebenso unbemerkt wieder verschwinden, wie er aufgetaucht war.
  • Und wenngleich der neue Stern im Skorpion auch über acht Monate hindurch zu beobachten war (wie die chinesischen Quellen berichten), kann er nur während der ersten Nächte so hell wie Sirius gewesen sein. Danach musste er langsam, aber stetig verblassen, und je schwächer er wurde, desto weniger konnte er jemandem auffallen, der den Himmel nicht so eifrig durchmusterte wie die chinesischen Astronomen.
  • Der neue Stern des Jahres 183 im Sternbild Zentaur war nach Angaben der chinesischen Chroniken wesentlich heller als jener zwei Jahrhunderte später im Skorpion n entdeckte Stern. Einige Wochen hindurch erschien er wahrscheinlich heller als jedes andere Himmelsobjekt (ausgenommen Sonne und Mond). Ein solcher Stern hätte eigentlich nicht übersehen werden können, doch tauchte er sehr weit am Südhimmel auf, und das erschwerte die Beobachtung selbst eines so hellen Gestirns erheblich.
  • Von der chinesischen Sternwarte in Lo-yang aus erreichte der neue Stern nie mehr als 3 Grad Höhe über dem Horizont. Entsprechend blieb dieser Stern in ganz Mitteleuropa, in Frankreich, Deutschland und selbst in Italien, jenseits des Horizonts und hätte nur von Sizilien oder Athen aus eben noch beobachtet werden können. In Alexandria dagegen, damals noch einer Hochburg der griechischen Wissenschaft, stieg er hoch genug über den Horizont, um auffallen zu müssen.
  • Dennoch finden wir diesen Stern bei keinem griechischen Astronomen erwähnt. Auch wenn man diesen hellen Stern über dem Südhorizont bemerkt hatte, so verbot der Respekt vor der Autorität des Aristoteles einen schriftlichen Bericht darüber; und wenn es solche Berichte dennoch gegeben haben sollte, so dürften sie kaum anerkannt worden und bald wieder in Vergessenheit geraten sein.

600 Jahre lang gab es keine weiteren Berichte über derartige Himmelsgäste mehr.
Erst im Jahre 1006 findet man wieder einen Bericht, diesmal über einen Stern im Sternbild Wolf das an den Zentaur angrenzt und daher ähnlich weit im Süden liegt.
Trotz seiner südlichen Lage wurde dieser Gaststern sowohl von chinesischen als auch von Japanischen Astronomen erwähnt.

Im westlichen Kulturkreis wurde die Astronomie zu jener Zeit hauptsächlich von den Arabern gepflegt, die damals gerade die Glanzzeit ihrer Wissenschaft erlebten. So gibt es auch mindestens drei Berichte arabischer Beobachter.

Nach Einschätzung einiger Astronomen erreichte er möglicherweise etwa ein Zehntel der Helligkeit des Vollmondes. er blieb womöglich drei Jahre hindurch mit bloßem Auge sichtbar, kann aber kaum länger als einige Wochen heller als die Venus erschienen sein.

Dieser Stern kam für Beobachter im südlichen Europa hoch genug über den Horizont, und so sollte man annehmen dürfen, dass die Menschen in Italien, Spanien und Südfrankreich des Nachts damals voller Ehrfurcht und Erstaunen in Richtung Süden blickten. Mitnichten! Zumindest findet man nirgendwo einen Bericht darüber. Lediglich die Chroniken zweier Klöster (in der Schweiz und Italien) enthalten wage Hinweise auf etwas, hinter dem sich ein heller Stern verbergen könnte, doch mehr nicht.
Da dieser Stern im Jahre 1006 aufleuchtete, würde man erwarten können, dass die Europäer sein Erscheinen als Vorboten für das nahe Ende der Welt angesehen hätten. Etliche Menschen glaubten damals nämlich, dieses Ende der Welt würde rund tausend Jahre nach der Geburt Christi über sie hereinbrechen. Doch nicht einmal diese furchterregende Möglichkeit reichte aus, um sie zu einem Bericht über das Ereignis zu veranlassen.

Dann platzte im Jahre 1054 (nach modernen Berechnungen am 4.Jul‘) ein Stern in die majestätische Ruhe hinein, diesmal im Sternbild Stier, das ein gutes Stück nördlich des Himmelsäquators liegt, also von Europa gut zu sehen.
Das Objekt im Stier war anfangs mindestens zwei- oder dreimal so hell wie die Venus zur Zeit des größten Glanzes und konnte über einen Zeitraum von drei Wochen neben der Sonne am Taghimmel gesehen werden (falls man wußte, wo man nach ihm Aus schau halten sollte), während Gegenstände nachts in seinem Licht einen schwachen Schatten warfen (ähnliches gilt unter günstigen Voraussetzungen bereits für die Venus).
Am Nachthimmel konnte man den Stern noch fast zwei Jahre hindurch beobachten. Später schien es, als hätten nur chinesische und japanische Astronomen diese eindrucksvolle, leicht zu beobachtende Erscheinung registriert.
Nirgends fand man einen Bericht über europäische oder arabische Beobachtungen.
Wie ist so etwas denkbar? Den ganzen Juli über muss der Stern in den Stunden vor Sonnenaufgang unübersehbar gewesen sein.

  • Vielleicht schliefen die meisten Europäer um diese Zeit.
  • vielleicht versperrte aber auch eine dicke Wolkendecke den Blick nach oben.
  • Vielleicht hielten ihn aber auch jene, die ihn sahen, irrtümlich für die Venus, die ja auch hin und wieder im Sternbild Stier zu sehen ist.
  • Wer aber sicher war, dass dies nicht die Venus sein konnte, mag an Aristoteles und an die Vollkommenheit der göttlichen Schöpfung gedacht und den Blick geflissentlich abgewendet haben.

In den letzten Jahren ist jedoch ein arabischer Bericht aufgetaucht, der auf einen hellen Stern im Jahre 1054 zu verweisen scheint, und ein ähnlicher Hinweis wurde in einer italienischen Chronik gefunden.

Bei diesen Gästen wollen wir es vorerst belassen, denn als die nächsten am Himmel erschienen, hatten sich die Zeiten geändert. Man interessierte sich nach und nach wieder für Wissenschaft und Astronomie in Europa. Europa erwachte im Laufe der Zeit aus dem Mittelalter und das schaffte langsam wieder freien Raum für freies und unabhängiges Denken und Forschen.
Damit wollen wir uns weihnachtlich am nächsten Advent beschäftigen.
Und jetzt geht es num literarischen Adventskalender
bitte hier lang.

Blindnerd Adventskalender 2025, zu Nikolaus


Meine lieben,

Navigation und die Seefahrt spielten schon häufiger eine Rolle auf diesem Blog.

Da wären z. B.
Nikolaus und Probleme der Seefahrt
oder auch
David gegen Goliat – Ein Uhrmacher revolutioniert die Seefahrt

Uns ist ja dieser Nikolaus eher durch gute Taten und Geschenke bekannt, und weniger als Patron der Seeleute.
Ich habe mich tatsächlich mal gefragt, wieso dieser Nikolaus so wichtig für die Seeleute wurde, wo er doch selbst nur selten Seefahrer war, bzw. auf Booten mitgefahren ist.
Schauen wir uns das vor allem vor dem Hintergrund der Schwierigkeiten mit richtiger Navigation auf hoher See bis vor gar nicht langer Zeit noch immer gab.
Ich habe mir das also mal von ChatGPT hoffentlich sauber und richtig erklären lassen.

Nikolaus von Myra ist Patron der Seeleute, weil sich schon früh zahlreiche Legenden um wundersame Rettungen auf See mit seinem Namen verbanden. Historisch gesichert ist daran wenig, aber die überlieferten Geschichten prägten stark, wie man Nikolaus wahrnahm. Die wichtigsten Punkte:

  1. Nikolaus stammte aus einer Hafenstadt
    Myra (heute Demre in der Türkei) lag unweit der Küste und war ein wichtiger Hafen- und Handelsort. Damit lag es nahe, dass Nikolaus in der Volksfrömmigkeit mit Seefahrt verbunden wurde.
  2. Die berühmteste Legende: Sturmstillung auf dem Meer
    Eine alte Legende berichtet:
    Seeleute gerieten in einen heftigen Sturm.
    In ihrer Not riefen sie Nikolaus an (obwohl er weit entfernt war).
    Nikolaus erschien ihnen wundersam, beruhigte den Sturm oder gab konkrete Anweisungen.
    Als die Seeleute später nach Myra kamen, erkannten sie ihn wieder und dankten ihm.
    Diese Erzählung erinnert bewusst an die biblische Sturmstillung Jesu – was Nikolaus’ Rolle als Schutzheiliger enorm verstärkte.
  3. Weiteres Wunder: Rettung eines Schiffes im Hafen
    Eine andere Legende erzählt, wie Nikolaus ein Schiff vor dem Kentern rettete oder Seeleute vor dem Ertrinken bewahrte. Dadurch wurde er als mächtiger Fürsprecher wahrgenommen, der zwischen Meer und Himmel vermitteln konnte.
  4. Verbreitung durch Seefahrer und Handel
    Seeleute brachten die Verehrung des heiligen Nikolaus über das ganze Mittelmeer und später nach ganz Europa. Besonders in Italien und später auch in Norddeutschland (Hamburg, Lübeck) wurde er der wichtigste Schutzpatron der Schiffer.
  5. Symbolik: Nikolaus als Helfer in Todesgefahr
    Die Seefahrt war im Altertum und Mittelalter lebensgefährlich. Ein Heiliger, dem man Rettungsgeschichten zuschrieb, wurde schnell zum Patron aller, die mit diesen Gefahren zu tun hatten.

Also ich habe hier tatsächlich viel neues über Nikolaus erfahren. Ich hoffe, nun, dass euch dieser kleine Nikolaus auch mal außer den Links auf andere Beiträge, ganz unastronomisch ist.
Und ja, nun folgt natürlich noch die Verlinkung zu unserem literarischen Adventskalender von BLAutor.
Bitte hier lang.

Blindnerd Adventskalender, zum ersten Advent

Meine lieben,

sicherlich wundert ihr euch, dass der Blindnerd schon am ersten Advent mit seinen Weihnachtsgeschichten beginnt, obwohl der 01. Dezember doch erst morgen ist.
Ja, das hat seinen Grund.
In diesem Jahr kann es leider keinen Blindnerd-Adventskalender geben, der alle 24 Türchen befüllt.
Viele von euch wissen es, dass ich im letzten halben Jahr sehr gesundheitlich gebeutelt war. Da fehlte mir einfach die Kraft, vierundzwanzig Geschichten zu recherchieren und zu schreiben. An Ideen hätte es mir durchaus nicht gemangelt.

Ganz hängen lassen darf der Sternenonkel aber seine Leserschaft in der Weihnachtszeit, wo Sterne so wichtig sind, doch nicht.
Deshalb werde ich diesmal nur die Eckdaten, alle vier Adventssonntage, Nikolaus und natürlich den heiligen Abend bedienen.

Nun wisst ihr auch, wieso ich zu früh starte. Aber wenn man schon nicht alle Türchen füllt, dann muss wenigstens der erste Advent dabei sein, ob es nun schon Dezember ist, oder nicht.
Ich bitte euch dafür um Verständnis.

Ach ja, die Verlinkung zum Adventskalender des Arbeitskreises BLAutor, gibt es natürlich. Den administriere ich ja nur und bekomme die Geschichten für die Türchen von unseren Schreiberlingen geliefert.
Der startet allerdings, wie es sein soll, erst morgen.
Starten wir also mit meiner Geschichte zum ersten Advent.

Am letzten Wochenende hatten wir unsere Jahresfreizeit des Evang Blinden- und Sehbehindertendienstes Baden diesmal zum Thema Luft. Darüber werde ich noch extra schreiben.
Aber dennoch ist vor allem der Gottesdienst dieser Freizeit Anlass zu diesem Einstieg in die Adventszeit.
Hier nur ganz kurz, worum es in der Freizeit grob ging.

  • Wir erfuhren, woraus Luft besteht, wie sie auf die Erde kam, dass sie nicht immer so war, wie sie jetzt ist, von ihre Geschichte der Entdeckung ihrer Bestandteile, wie sich die Alchemie zur heutigen Chemie entwickelte, und wie man Brot aus Luft gewinnen kann.
    Damit ist natürlich die Herstellung von Düngemitteln aus dem Stickstoff unserer Atmosphäre gemeint, mit
  • deren Hilfe der Welthunger gelindert werden konnte.

  • Unsere Ursula, die mittlerweile dreiundneunzig Jahre auf dem Buckel hat, erklärte uns die Luft aus Sicht der Weltreligionen.
    Da gibt es den Odem, der Gott dem Menschen einhauchte, auf dass er lebe,
    das geistige Atma der buddhistischen Religionen,
    auch den heiligen Geist, der mit Luft verglichen werden kann, und vieles mehr.
    Mich erstaunt hier immer wieder, wie Ursula uns das alles frei erzählt, ohne Notizen oder Skript. Euer Sternenonkel kann das nicht.
  • Nach Kaffee und Kuchen wurde es richtig praktisch. Eine Atemtherapeuting zeigte uns, wie man diesen Lebensstoff richtig einsaugt und bewusst erlebt.
    Richtiges Atmen ist sehr wichtig. Es gibt Entspannung und uns auch die richtige Stimme, wenn wir sie brauchen.
    Also ich finde, da waren einige Übungen dabei, die sich sehr gut in den Alltag integrieren lassen.
  • Als finaler Höhepunkt und Ausklang steht immer der Abschlussgottesdienst am Sonntag.
    Diesmal konnten wir dafür eine Pfarrerin aus dem EOK gewinnen. In ihrer Predigt griff sie auf ganz wunderbare Weise alles nochmal auf, was wir an diesem Wochenende erleben durften.
    Besser konnte man die ganzen losen Fäden nicht zusammenführen.
  • Und dann. Ein König wird meist durch Trompetenstöße angekündigt. Spätestens, als unser lieber Johannes in sein wunderbares Instrument blies, war mir klar, Jetzt ist sie da, die Advents- und Weihnachtszeit. Er, unser König und Heiland kündigt sich an. Er wird kommen. Er ist schon unter uns. Darauf dürfen wir Christen hoffen, glauben und seiner gewiss sein…

Also für mich beginnt die Adventszeit immer mit Musik. Der erste Advent ohne Weihnachtsoratorium von J. S. Bach geht gar nicht. Ich bin nicht besonders religiös, aber dieses Werk gibt mir so viel Hoffnung und Zuversicht, dass ich es sogar in diesem Sommer, als ich wirklich sehr geplagt von Schmerzen war, begeistert angehört habe. Ja, diese Kraftquelle funktioniert auch im Sommer.

Ich hatte das Werk schon mal vor vielen Jahren behandelt, aber gerade nach überstandener Krankheit ist es mir so wichtig, dass ich es hier nochmal erwähne und mit euch teile.

Aus Wikipedia:

Das Weihnachtsoratorium BWV 248 ist ein sechsteiliges Oratorium für Soli (SATB), gemischten Chor und Orchester von Johann Sebastian Bach. Die einzelnen Teile wurden erstmals vom Thomanerchor in Leipzig in den sechs Gottesdiensten zwischen dem ersten Weihnachtsfeiertag 1734 und dem Epiphaniasfest 1735 in der Nikolaikirche und der Thomaskirche aufgeführt. Feierliche Eröffnungs- und Schlusschöre, die Vertonung der neutestamentlichen Weihnachtsgeschichte in den Rezitativen, eingestreute Weihnachtschoräle und Arien der Gesangssolisten prägen das Oratorium. Die sechs Teile werden durch die Freude über die Geburt Christi verbunden. Von der musikalischen Gattung steht das Weihnachts-Oratorium Bachs oratorischen Passionen nahe. Es ist das populärste aller geistlichen Vokalwerke Bachs und zählt zu seinen berühmtesten geistlichen Kompositionen. Das Oratorium wird heute häufig in der Advents- und Weihnachtszeit ganz oder in Teilen aufgeführt. Die Gesamtspieldauer beträgt circa 2½ Stunden.

Es lohnt sich wirklich, sich dieses Werk mal anzuhören. Bei mir ist Weihnachts- und Adventszeit ohne dieses Werk seit Jahrzehnten nicht vorstellbar.
Ihr werdet es sicher in einem Musikanbieter eurer Wahl finden.
Es gliedert sich in folgende Teile:

  1. Teil I: „Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage“
  2. Teil II: „Und es waren Hirten in derselben Gegend“
  3. Teil III: „Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen“
  4. Teil IV: „Fallt mit Danken, fallt mit Loben“
  5. Teil V: „Ehre sei dir, Gott, gesungen“
  6. Teil VI: „Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben“

Mehr möchte ich euch an dieser Stelle zu diesem Werk nicht verraten, da ich über keine klassische Musikausbildung verfüge. Macht es einfach, wie ich. Hört, vernehmt und genießt.
Und wie gesagt. Ihr findet das Werk bei allen Musikanbietern. Ich werde jetzt an dieser Stelle keine Werbung für eine besondere Aufführung machen, weil es mir fern liegt, diese zu beurteilen. Die beste Inszinierung kann nicht gesucht, sondern muss von jedem für sich gefunden werden.
Wenn ihr mögt, dürft ihr euren Fund gerne in den Kommentaren mit uns teilen.

Lasst mich den Beitrag mit einem Kommentar eines unserer Leser beschließen. Er schrieb damals:

Ja, in der Tat: großartige Musik. Es macht auch nicht viel, dass uns vieles heute nicht mehr so klar ist beim Hören. Beispiel: ganz viel Trompete gleich am Anfang. Wir würden heute sagen: naja klar, schön feierlich eben. Damals hatte das hingegen zugleich eine Aussage; Trompetensignale bedeuten: Da kommt ein König, _der_ Herrscher überhaupt, Christus. Es ist wie bei vielen schönen Dingen: Je mehr wir davon verstehen, desto größer wird das Staunen; also gerade nicht: OK, kapiert, abgehakt; sondern: ach so, wow, stark! So, denke ich, geht es ja auch dem Blogger bei der Beschäftigung mit seinem Fach.

Und jetzt gibt es, wie schon in den letzten Jahren wieder den Querverweis auf den wunderbaren Adventskalender des Arbeitskreises der BLAutoren.
Bitte hier lang.

Startet gut und schön in die Advents- und Weihnachtszeit.
Alles liebe und gute wünscht euch
euer Sternenonkel.